Archiv für Dezember, 2009

Prächtig Brechtig #9: Ich will mehr!

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Der neunte Teil der prächtigen Kolumne erscheint dieses Mal online und kann nicht mehr warten bis zum Relaunch der neuen Zeitlinks. Neue Zeitlinks: das schreit nach mehr. Mehr Platz, mehr Spaß, mehr kluge Sprüche. “Mehr” ist ohnehin das Schlagwort dieser Zeit. Studierende wollen MEHR Geld für Bildung, die SPÖ will MEHR WählerInnen, die FPÖ will MEHR AusländerInnen abschieben, Josef Pröll möchte gerne MEHR Nulldefizit und Werner Faymann will noch MEHR Wohlfühllächeln an MEHR KroneleserInnen schicken. MEHR halt.

Im Endeffekt ist es vermutlich egal wer was wie MEHR macht. Vielleicht liegt es auch an den Zeiten der Krise, die uns im Taumel der Wohlstandsschrumpfung, nach MEHR verlangen lässt. Bestimmt ist das ein Mechanismus des Neoliberalismus, der uns MEHR verlangen lässt, damit wir MEHR Kraft haben um durch unseren MEHRwert das Wirtschaftswachstum ordentlich anzukurbeln. Oder wir spüren einfach, dass Weihnachten vor der Tür steht (man kann schon Weihnachtskekse kaufen!).

Apropo Weihnachten: wir sollten alle viel MEHR gemeinsam machen. Wir könnten uns doch auf ein Packerl hauen und gemeinsam MEHR fordern. Das funktioniert nur, wenn wirklich alle mitmachen, vor allem die Politik. SPÖ und Grüne lassen MEHR AusländerInnen rein, damit die FPÖ MEHR abschieben kann. Und die AusländerInnen die der Strache nicht erwischt dürfen sich dann in den ÖVP-nahen Betrieben zu Tode schufften. In den Betrieben werden selbstverständlich verstärkt Solaranlagen gebaut, dann können sich die Grünen MEHR Jobs der Zukunft auf die Fahnen hefften. Dann darf die Gewerkschaft über die billigen Arbeitskräfte schimpfen, die den unsrigen den Lebensinhalt klauen (=Arbeit). Und alle die nicht mitmachen wollen schicken wir nach Kärntnen, dann kriegt das BZÖ/FPK auch irgendwie MEHR (so als Entschädigung dafür, dass die FPK keine Klubförderung kassieren kann).
So einfach geht das. Frohe Weihnachten!

Klimawandel Nein! – Systemwandel JA!: Klimaaktionstag morgen von 12-16.00 Uhr!

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Im Rahmen des Globalen Klima Aktionstages rufen verschiedenste Organisationen (u.a. Renner-Institut Steiermark) morgen Samstag am 12.12.2009 von 12-16 Uhr auf in der Herrengasse der Grazer Innenstadt auf den Klimawandel aufmerksam zu machen.

Ziel ist es ein echtes Kopenhager Klimaabkommen zu erreichen, bei dem nicht nur Lippenbekenntnisse beschlossen werden, sondern der Klimawandel erst genommen wird. Außerdem gibt es konkrete Forderungen an die Politik zu handeln:

  • nachhaltige Landwirtschaft
  • dezentrale Projekte auf der Basis erneuerbarer Energie
  • Ausbau des öffentlichen Verkehr
  • ein neues Ökostromgesetz
  • Gleichberechtigten Zugang zu allen Gütern wie Energie, Wälder, Flüsse,… uvm.

Weitere Infos zu einem alternativen Klimagipfel findet ihr auf www.klimaforum09.org.
klimaaktionstag-graz-_mail

Frau + Sex = Werbung?

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Gegen sexistische Werbung und Männermedien!

Von der Kindheit an gibt es eine Sozialisation durch Medien, sie prägen unsere Vorstellung von der Welt und somit unsere Meinung zu vielen Dingen. Als Spiegel von gesellschaftlichen Rollenbildern tragen sie zu ihrer  Reproduktion bei. Durch konstantes Wiederholen dieser stereotypen Geschlechtsvorstellungen werden sie von den Medien als Norm präsentiert und entsprechend wahrgenommen sowie übernommen. Das macht es so schwer, diese tradierten Klischees und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft als Problem zu identifizieren und Strategien dagegen zu finden.

Frauen gesucht!

Vielleicht ist es dir schon aufgefallen: In den Nachrichten beherrschen männliche Experten das Bild. Männer kommentieren das Geschehen und stehen selbst meist in dessen Mittelpunkt. Es kommen viel zu wenige Frauen in den Berichten vor, von namentlicher Nennung ganz zu schweigen. Meist ist ihre Rolle auf Betroffene oder Opfer reduziert.

Dies wird durch das Global Media Monitoring Project (GMMP) belegt: Die weltweiten Studie untersucht alle fünf Jahre, zuletzt 2005, in über 100 Ländern der Welt die Nachrichten in den Bereichen Fernsehen, Zeitungen und Radio auf ihr Geschlechterverhältnis hin. Dabei wurde die dramatische Unterrepräsentanz von Frauen in den Nachrichten erneut bestätigt:

„Only 21% of the news subjects – the people who are interviewed, or whom the news is about – are female.

Though there has been an increase since 1995, when 17% of those heard and seen in the news were women, the situation in 2005 remains abysmal. For every woman who appears in the news, there are five men.“

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Gleiche Arbeit Gleicher Lohn!

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Für Gleichberechtigung in der Arbeitswelt!

Die Ungleichbehandlung von Frauen in der Arbeitswelt ist konstant. Die Lohnschere klafft in Österreich weit auseinander – Frauen verdienen fast ein Drittel weniger, arbeiten insgesamt mehr als Männer und müssen am meisten unbezahlte Arbeit leisten. Schlechte Voraussetzungen? Ja, aber veränderbar: Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt ist keine Utopie, sondern möglich. Hier eine Analyse der Situation und Lösungen.

Die Einkommensschere klafft in Österreich weit auseinander. Es ist aber nicht nur die Ungleichbehandlung beim Gehalt, die zu den ökonomischen Nachteilen von Frauen führt – es ist auch die Art und Weise der Arbeitsplätze. Der Frauenbericht der Arbeiterkammer 2006 sieht in der Qualität der von Frauen besetzen Arbeitsplätze ein zunehmendes Problem: „Teilzeitarbeit und die Dominanz von Tätigkeiten im Niedriglohnsektor haben zu einem Anstieg von Arbeitsplätzen mit einem nicht existenzsichernden Einkommen geführt.“

Die Stundenlöhne für Teilzeitbeschäftigung sind weitaus geringer als jene für Vollzeitbeschäftigung – und der Großteil der erwerbstätigen Frauen ist teilzeit- nicht vollzeitbeschäftigt.

In Österreich lag die Frauenerwerbsquote 2006  (Anteil der Frauen zwischen 15 und 65, die einer Erwerbsarbeit nachgehen) bei 63,5 Prozent (im Vergleich zu 76,9 Prozent bei Männern). Frauen sind also zunehmend erwerbstätig (noch 2000 lag der Wert unter 60 Prozent), was insgesamt mehr Unabhängigkeit bedeutet: So sind erwerbstätige Frauen seltener von Armut betroffen (Statistik Austria) und haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, Opfer von häuslicher Gewalt zu sein. Der Eintritt in den Arbeitsmarkt scheitert allerdings immer noch an traditionellen Rollenbildern, die durch Gesetzgebung verstärkt werden.

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Wir wollen mehr Frauen in der Wissenschaft!

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Mehr Frauen in die Wissenschaft!

Die Wissenschaft ist immer noch eine Männerdomäne, weil Frauen strukturell benachteiligt werden. Im Laufe ihres Studiums stoßen sie immer an eine unsichtbare Grenze – die gläserne Decke. Ganz klar ist: So kann es nicht bleiben.

Mittlerweile beginnen mehr Frauen als Männer ein Studium. Allerdings wird der Frauenanteil nach jedem Einschnitt im Studium immer geringer. Besonders die Umstellung auf das Bachelor-Master System birgt die Gefahr, dass Frauen schon nach dem Bachelorstudium aufhören, während ein Großteil der Männer ein Masterstudium anhängt.

Markus, der Paradestudent

Woran kann das liegen? Wir werden zum Beispiel durch das gesellschaftliche Bild eines Paradestudenten, der mit den ProfessorInnen diskutiert und den wissenschaftlichen Habitus – also das erwartete Verhalten von Studierenden – tadellos beherrscht, noch so sehr beeinflusst, dass sich viele Frauen ein höheres Studium gar nicht zutrauen. Hier fehlen Mentoring- und Förderprogramme, die Frauen ermutigen im universitären Betrieb zu bleiben und möglichst hohe Bildung zu genießen.

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