Gleiche Arbeit Gleicher Lohn!
Für Gleichberechtigung in der Arbeitswelt!
Die Ungleichbehandlung von Frauen in der Arbeitswelt ist konstant. Die Lohnschere klafft in Österreich weit auseinander – Frauen verdienen fast ein Drittel weniger, arbeiten insgesamt mehr als Männer und müssen am meisten unbezahlte Arbeit leisten. Schlechte Voraussetzungen? Ja, aber veränderbar: Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt ist keine Utopie, sondern möglich. Hier eine Analyse der Situation und Lösungen.
Die Einkommensschere klafft in Österreich weit auseinander. Es ist aber nicht nur die Ungleichbehandlung beim Gehalt, die zu den ökonomischen Nachteilen von Frauen führt – es ist auch die Art und Weise der Arbeitsplätze. Der Frauenbericht der Arbeiterkammer 2006 sieht in der Qualität der von Frauen besetzen Arbeitsplätze ein zunehmendes Problem: „Teilzeitarbeit und die Dominanz von Tätigkeiten im Niedriglohnsektor haben zu einem Anstieg von Arbeitsplätzen mit einem nicht existenzsichernden Einkommen geführt.“
Die Stundenlöhne für Teilzeitbeschäftigung sind weitaus geringer als jene für Vollzeitbeschäftigung – und der Großteil der erwerbstätigen Frauen ist teilzeit- nicht vollzeitbeschäftigt.
In Österreich lag die Frauenerwerbsquote 2006 (Anteil der Frauen zwischen 15 und 65, die einer Erwerbsarbeit nachgehen) bei 63,5 Prozent (im Vergleich zu 76,9 Prozent bei Männern). Frauen sind also zunehmend erwerbstätig (noch 2000 lag der Wert unter 60 Prozent), was insgesamt mehr Unabhängigkeit bedeutet: So sind erwerbstätige Frauen seltener von Armut betroffen (Statistik Austria) und haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, Opfer von häuslicher Gewalt zu sein. Der Eintritt in den Arbeitsmarkt scheitert allerdings immer noch an traditionellen Rollenbildern, die durch Gesetzgebung verstärkt werden.
Unbezahlte Arbeit und Armut
Reproduktionsarbeit ist in Österreich in Frauenhand – unbezahlt. Der AK-Frauenbericht analysiert: „Die zeitliche Bindung von Frauen durch unbezahlte Arbeit bedeutet weniger Zeitressourcen für bezahlte Arbeit, weniger Zeit für Bildung.“ Alleine die Tatsache, dass Frauen nicht die gleichen Zeitressourcen zur Verfügung haben wie Männer, macht eine Gleichstellung am Arbeitsmarkt, gerechte Einkommensverteilung und damit ökonomische Gleichstellung kaum bis gar nicht möglich.
Jene Branchen in denen vorwiegend Frauen arbeiten werden gering geschätzt, im Gegensatz zu Männerbranchen.
Geringerer Lohn für gleiche Arbeit, prekäre Arbeitsverhältnisse, unbezahlte Haus- und Versorgungsarbeit sind Gründe warum Armut vor allem Frauen trifft. 1995 waren 500.000 Frauen in Österreich armuts- bzw. akut armutsgefährdet.
Die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise trifft Frauen aufgrund der verstärkten prekären Beschäftigung härter. Die Politologin Gilla Doelle sieht Probleme bei der Kinderbetreuung, falls die Krippen wegen Geldmangels nicht weiter ausgebaut werden, sagte sie in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.
Frauen fördern
Dass die meisten hoch qualifizierten Frauen beim Aufstieg innerhalb von Unternehmen oder Organisationen nicht bis in die Führungsetage kommen, obwohl sie die gleichen Leistungen erbringen wie bevorzugte männliche Kollegen, wird als „gläserne Decke“ bezeichnet. Die Benachteiligung von Frauen im Wirtschaftssystem ist von der Gesellschaft großteils bereits erkannt worden; das zeigen Medienberichte zu Einkommensunterschieden. Maßnahmen dagegen sucht frau oft aber vergeblich dabei gibt es einiges das getan werden kann: Auswahlverfahren für Führungspositionen müssen transparent gestaltet werden – es muss nachvollziehbar sein, warum der Job vergeben wurde. In Aufsichtsräten sind Frauenquoten – wie auf den Unis – eine Möglichkeit um mehr Frauen zu fördern. Es wird häufig unterschätzt, was Vorbildwirkung ausmacht. Frauenförderprogramme und Mentoringprogramme helfen Frauen, einander zu ermutigen und Netzwerke zu schaffen. Innerbetriebliche Weiterbildung muss möglich sein, innerhalb der Arbeitszeit – so dass Frauen nicht aufgrund von Kinderbetreuung zu kurz kommen. Der Übergang von Teilzeit auf Vollzeit muss erleichtert werden – Frauen dürfen nicht im Teilzeit-Job „hängen“ bleiben und dadurch gezwungenermaßen an die gläserne Decke stoßen.
Maßnahmen zur Bekämpfung der Einkommensschere sind einfach: Offenlegung der Gehälter wäre ein Schritt zu mehr Transparenz und würde viele Personalmanager in Zugzwang bringen bzw. die Verhandlungspositionen von Frauen erleichtern. Wirtschaftsförderung für Unternehmen muss an wirksame Frauenförderung gekoppelt werden.
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