Wissenschaftministerin Karl gab dem “SchülerStandard” ein erstaunlich informationsgeladenes Interview, in dem sie in komprimierter Form die bildungspolitische und soziale Kompetenz ihrer Partei offenbarte. Die Studienbedingungen sind selbstverständlich nicht, wie manch naiver Mensch gedacht haben mag, durch Geld zu verbessern. Nein, Zugangsbeschränkungen, oder wie Karl es nennt, “Zugangsregelungen” (klingt doch gleich viel besser), braucht es! Darauf angesprochen, dass das die ohnehin viel zu niedrige Akademiker_innenquote nicht unbedingt heben würde, kann sie aber leider nur ausweichend antworten.

Viel Platz widmet Karl dem Erzeugen eines künstlichen Widerspruchs zwischen Bildung und Ausbildung. Letzeres sei es, was die meisten Studierenden wollen, den sie wollen ja auch einen guten Job. Dass es diesen Widerspruch nur im Kopf der ÖVP gibt, und das gute Universitäten eigentlich beides leisten können sollten, dürfte noch längere Zeit nicht ins Wissenschaftsministerium vordringen.

Angesprochen auf die Rohfassung der Studierenden-Sozialerhebung 2009, die zeigt dass sich die finanzielle Situation der Studierenden weiter verschärft hat, obwohl sie mehr arbeiten, fällt Karl spontan nur die Lösung “mehr E-Learning” ein. Auf Nachfrage erwähnt sie doch noch die Möglichkeit mit Stipendien darauf zu reagieren. Immerhin.

Zum Abschluss trauert Beatrix Karl noch einmal um die Studiengebühren, bekanntermaßen eines von zwei bildungspolitischen Konzepten der ÖVP (das andere, “Zugang beschränken”, hat sie ja bereits erwähnt). Es steht zu befürchten, dass sich an der Situation der Unis und der Studierenden auch weiter nichts ändern wird, solange das Ministerium fest in der Hand einer ÖVP ist, die sich dem Motto “Ausbildung statt Bildung” verschrieben hat, und selbst dies nur jenen ermöglichen möchte, die es sich leisten können.

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