„Schon jetzt lernen in Österreich rund 18.000 deutsche Studenten[_innen].“ Dieser Satz stammt aus der Hamburger Zeit in einem Artikel über die Doppeljahrgänge. In Deutschland werden im Juni(2011-2020) zwei Jahrgänge die Matura abschließen, und Österreich zählt als Ausweichalternative. Dieser demographische „Bulk“ wird also auch Österreich treffen.

Hält sich die ÖVP und mit ihr die Wissenschaftsministerin Karl nur ein wenig an ihre eigenen Prinzipien, dürfte es keine Quoten geben, wie sie schon jetzt so gerne gefordert werden. Ganz einfach darum: Weil bei einer pro-europäischen Einstellung, mit einem einheitlichen Wirtschaftsraum(die zentrale Stütze der EU), kann es in keinem Fall zu nationalem Merkantilismus kommen, das die vier Grundfreiheiten der EU unterminiert. Selbst die neoliberal-konservative Ausrichtung der EU sollte dies garantieren können.

Das Standardargument der Mediziner_innensperren gilt in diesem Fall überhaupt nicht(nämlich das der „nationalen Sicherheit“), denn die Substitution der Absolvent_innen wird ebenfalls in Österreich erfolgen. Nachdem in Deutschland in einigen Jahren(2015ff.) zu viele Akademiker_innen hat, als es Arbeitsplätze für sie gibt, werden einige nach Österreich ausweichen. Da helfen nicht einmal die schärfsten Zugangsbeschränkungen der Welt(auch wenn dies die größte „Urban Legend ever“ ist, dass diese irgendetwas nachhaltig lösen), soll denn Österreichs Politik allen Firmen aufzwingen nur Österreicher_innen einzustellen? Das Problem wird kommen, doch die Österreichische Bundesregierung schafft es nicht einmal alle österreichischen Studierenden ausreichend(von exzellent redet niemand mehr) auszubilden. Wie soll sie da noch mit zusätzlichen Studierenden fertig werden? Schnelle und gute Lösungen sind gefordert. Solidarität mit Deutschland und den deutschen Studierenden ist geboten. Die österreichische (mittelmäßige) Studierendenschaft kann auch profitieren – kulturell und europäisch integrierend. Das wäre eine zentrale Bereicherung.

Eine Umorientierung mit mehr studentischer Mitarbeit(der ÖH) und mehr selbstständiger und mehr autodidaktischer Elemente wäre eine Lösung, die die Lehrkräfte bei gleichen Kosten entlasten könnte(und ich halte Studierende klug genug, dies zu leisten). Dies geht nur mit mehr politischer Beteiligung aller Studierender und mit speziellen Tutorien für Studierende die aus dem Arbeiter_innenmilieu(oder ähnlich kapitalschwache Gruppen) kommen, damit diese nicht untergehen, durch den Zustrom an ausländischen Studierenden(die evt. auch aus diesem Milieu kommen). Mehr Geld als Lösung vorzuschlagen, erscheint mir als gerechtfertigt! Vielleicht hilft es, wenn man immer wieder fordert, dass vielleicht eines Tages wirklich Universitäten ausreichend finanziert werden – sonst müssen es eben Lösungen sein, die wenig kosten, aber nicht den Lebensraum Universität zu purem Elitenspielplätzen werden lässt.

Von meiner Seite aus, heiße ich alle ausländischen Studierenden genauso willkommen, wie ich österreichische willkommen heiße. Noch einmal möchte ich den offenen Hochschulzugang als Unumgänglichkeit betonen(für jede_n, egal woher).

Über die/den Autor_in Manuel Weichinger

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Ich studiere Soziologie und habe meine Interessensgebiete sind: Neue Technologien, Umwelt und Klimawandel, Sozailphilosophie und Gerechtigkeit bzw. natürlich auch Bildung in allen Formen. Ich bin beim Vaust, weil ich glaube, dass ich hier zumindest die Welt ein wenig zu einem besseren Ort machen kann. auch wenn es nicht viel ist, was ich beitrage, so trage ich doch ein wenig bei.