Bildungsdiskussionen sind meistens ideologischer Natur. Weil Bildung Werte festlegen kann, die grundsätzliche politische Ausrichtung und vor allem das Interesse an Politik und diese Ideologie ist allgegenwärtig. Die Ultrakonservativen in den USA haben zum Beispiel nach dem sie „Intelligent Design“(unwissenschaftlicher Blödsinn, der aber bibelkonform ist) in die Schuldiskussion brachten, so haben sie es in Texas geschafft, den „linken“ Thomas Jefferson(ein Mitverfasser der US-Verfassung) aus dem Unterricht auszuschließen.

Für Österreich ist bedeutend, dass es auch hier etwaige Diskussionen gibt. Besonders hervorstechend ist die um des klerikal-faschistischen Engelbert Dollfuß(CS und später VF). 1914 wurde bereits eine Gesamtschule von der SDAP unter Ott Glöckel (und hier), der Unterrichtsminister von 1919 bis 1920 war, verfochten, doch danach kamen wieder die CS an die Macht und Teile der Reformen wurden bis 1938 wieder in einer Art Restaurationsphase zurückgenommen(besonders die Ungleichbehandlung der Frau sticht ins Auge).

Was hat das mit VSStÖ zu tun? Sehr viel, denn: „Neue Mittelschule, Gesamtschule, Modulsystem, Lehrer_innenausbildung, Zugangsbeschränkungen, Studieneingangsphasen – die Diskussion über unser Bildungssystem ist intensiv wie schon lange nicht mehr.“, wie es im Ankündigungstext zur Veranstaltung Bildung – quo vadis? heißt. Zum Beispiel an der Gesamtschule kann man sehr leicht erkennen, dass die Diskussion noch immer läuft und der Blick in die Vergangenheit nicht schadet, um Für und Wider zu verstehen, die nicht genannt werden, aber gerade deswegen relevant sind. Die Diskussion geht also weiter. Bildung quo vadis findet am 26.Mai 18:30-21:30 in HS 03.01 statt und soll für die bildungspolitischen Probleme sensibilisieren.

Nachsatz: Zu der kürzlichn getätigten Aussage von BMin Karl zu der Gesamtschule, muss ich zwei Worte kritisch einwerfen. Der Vorstoß ist zu begrüßen, aber die Diskussion wird momentan von der Arbeit im tertiären Sektor abgelenkt. Und dort – brennt die Uni – das heißt sie soll sich einmal um diese Baustelle kümmern. So erinnern die Aussagen eher an eine Ablenkungsaktion um die Bildungsdiskussion in andere Wege zu leiten. Zweitens ist die ÖVP offensichtlich selbst nicht bereit ihre Einstellung, die mindestens seit 1918 herrscht, aufzuweichen, so gewinnt die These des Blendwerks mehr an Bedeutung. Die ÖVP blockiert weiterhin. BMin Karl hat sich “eindeutig als Leiterin der Verhandlungen zur Neugestaltung des Bildungssystems disqualifiziert”, so dass also eine ÖVP-Organisation an Karls Kompetenzen selbst zweifelt. Vielleicht kann die ÖVP auch die Beliebtheitswerte ihrer Ministerin erhöhen und ihr TINA-Konzept weiter erhärten – (dieser Gedanke ist aber bitte nur als äußerst kritischer Denkanstoß zu verstehen, keinesfalls als Argument). Vielleicht kann die ÖVP wichtige Impulse von der Veranstltung Bildung – quo vadis? in ihre “Bildungsdiskussion” aufnehmen, damit sie ein wenig schneller vorankommt. Notwendig wäre eine Reform allemal.

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Über die/den Autor_in Manuel Weichinger

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Ich studiere Soziologie und habe meine Interessensgebiete sind: Neue Technologien, Umwelt und Klimawandel, Sozailphilosophie und Gerechtigkeit bzw. natürlich auch Bildung in allen Formen. Ich bin beim Vaust, weil ich glaube, dass ich hier zumindest die Welt ein wenig zu einem besseren Ort machen kann. auch wenn es nicht viel ist, was ich beitrage, so trage ich doch ein wenig bei.

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