Hans Sünkel, Rektor der TU Graz und seit 2010 Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz, spricht sich in einem Interview, welches in der morgigen Printausgabe der Presse erscheint und bereits vorab im Internet zu lesen ist, nicht nur für 4-5 Mal höhere Studiengebühren (!) aus, sondern auch dafür, dass sie für “Ausländer noch einmal doppelt so hoch” sein sollen.

Damit beweist er wieder einmal, was das Ziel der Rektoren (oder nur seines?) zu sein scheint: die Verwandlung der Universitäten von Plätzen der Forschung und Bildung zu elitären Bildungshorten.

Es ist erwiesen, dass Studiengebühren nichts an der Situation der Universitäten geändert haben. Zu argumentieren, dass die jahrzehntelange Verschlechterung der Situation an den Universitäten in den letzten beiden Jahren mit  zum Teil abgeschafften Studiengebühren passiert sein soll, ergibt genau Null Sinn. Sünkel sei peinlich berührt, wenn er KollegInnen aus anderen Ländern sagen müsste, dass in Österreich Studierende “das gesamte Angebot” für max. 2€ pro Tag nutzen könnten. Ich bin peinlich berührt, jemanden wie ihn “Rektorenchef” nennen zu müssen.

Der Schrei noch “einem besseren Stipendienwesen” ist zwar absolut berechtigt, wird jedoch nie so schnell verwirklichbar sein wie die Wiedereinführung der Studiengebühren.

Im Sinne der freien Bildung treten wir weiterhin mit einer starken Stimme solch unsinnigen Forderungen entgegen – Bildung darf kein Privileg “Reicher” sein & muss, im Sinne einer aufgeklärten Gesellschaft, allen zugänglich sein! Denn wie die aktuelle Studierendensozialerhebung beweist, stehen Studierende schon unter ausreichend (finanziellem) Druck.

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Über die/den Autor_in Klemens Wieringer

Klemens Wieringer hat bereits 22 Einträge geschrieben.

...studiert Geschichte & Philosophie und ist Vorsitzender des VSStÖ Graz.

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