Seit längerem macht das Gerücht die Runde, unter den geheimgehaltenen Sparplänen der Bundesregierung befände sich auch einer, bei der Familienbeihilfe zu sparen. Konkret sollen die 2008 im Nationalratswahlkampf beschlossene “13. Familienbeihilfe” gestrichen und die Altersgrenze auf 23 Jahre gesenkt werden, wie unter anderem “Der Standard” berichtet.

Leider scheinen die Gerüchte nicht ohne Grund zu kursieren, niemand aus der Regierung oder den beiden Regierungsparteien will oder kann diese Pläne dementieren. Das wäre eine Schande für den Sozialstaat Österreich und einer Regierung aus einer sozialdemokratischen Partei und einer christlich-sozialen Partei unwürdig.

Es ist angesichts der sozialen Lage in Österreich grundsätzlich schon abzulehnen auch nur daran zu denken bei Beihilfen zu sparen, bevor man die Verursacher_innen der Krise “zur Kasse bittet”. Aber dass man dann ausgerechnet bei den Studierenden, die von der Senkung der Altersgrenze massiv betroffen wären, sparen will, die ohnehin mit einem im internationalen Vergleich lächerlichen Beihilfesystem zu kämpfen haben, setzt dem ganzen die Krone auf.

Freiwilliges soziales Jahr? Ein Jahr im Ausland bevor man zu studieren beginnt, oder vielleicht einen Beruf ausprobieren? Sich erst umsehen bevor man sich für eine Studienrichtung entscheidet? Das alles würde noch weiter erschwert. Bevorzugt wird ganz klar das Modell “Matura und dann schnell studieren ohne links und rechts zu schauen”.

Statt die knappen Beihilfen weiter zu kürzen, sollte sich die Regierung lieber unser Modell des Grundstipendiums (oder vergleichbare Modelle in den auf diesem Gebiet ungleich erfolgreicheren skandinavischen Ländern) ansehen. Einfacher zu verwalten (eine Beihilfe, kein Mix, keine unterschiedlichen Regeln für jede Beihilfe die einen Paragraphen-Dschungel für die Studierenden aufbauen) und sozial gerechter.

Die Bundesregierung steuert ohnehin auf eine bildungspolitische Katastrophe zu. Doch anstatt sich mit der berechtigten Kritik auseinander zu setzten, will man sie anscheinend um eine weitere sozialpolitische Dimension ergänzen. Der VSStÖ Graz lehnt das entschieden ab und wird sich dagegen stark machen und weiter für ein sozial gerechtes Bildungssystem einsetzten.

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