Die erste Universitätsvertretungssitzung an der KFU im WS 2011/12 ist vorbei. Wir haben uns acht Stunden damit befasst, die rechts-konservative Exekutive (FLUG-AG) durch diverse Anträge und Diskussionen zu klaren Bekenntnissen zu bringen. Dank des VSStÖ wird sich die ÖH Uni-Graz nun offentlich gegen Zugangsbeschränkungen (auch gegen das unklar definierte Zugangsmanagement der AG), gegen Studiengebühren und gegen den von der ÖVP provozierten Generationenkonflikt in der Finanzierungsdebatte der Unis aussprechen.

Des Weiteren haben wir erreicht, dass es eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem rechtsextremen WKR-Ball (Wiener Korparationsring) gibt und ein Bus zur Gegendemo organisiert wird. Rechtsextremes Gedankengut darf nicht in das Herz der Gesellschaft eindringen, das haben wir auch dem RFS (Ring freiheitlicher Studenten [sic!]) in dieser UV-Sitzung als einzige Fraktion deutlich gezeigt.

Bedenklich finden wir, dass sich gezeigt hat, dass Fachschaftsliste und Aktiongemeinschaft ihre eigenen Mitglieder mit Studierendengeldern für eigentlich ehrenamtliche Tätigkeiten bezahlen. Zum Beispiel wurden Personen dafür bezahlt, Erstsemestrigenpackages zu befüllen, obwohl es zuständige Referate und Mitarbeiter_innen geben würde. Auch wenn es rechtlich gedeckt ist, das Bild, dass dadurch vermittelt wird, ist ein äußerst schiefes.

Transparenz scheint der neuen Exekutive nicht wichtig. So wurden Druckaufträge unter dubiosen Umständen vergeben, Referent_innen ohne kontrollierbarer Bewerbung gewählt und Informationen sehr sporadisch an Mitarbeiter_innen der ÖH Uni Graz versandt (darunter wurde mehrmals die Informationspflicht verletzt, was einer transparenten ÖH zuwiderläuft).

Es stellt sich die Frage, ob eine gute Vertretung der Interessen von Studierenden gewährleistet sein kann, wenn sich die ÖH-Exekutive in so wichtigen Punkten wie Studiengebühren, Zugangsbeschränkungen und der STEOP uneinig ist. Weiters mussten wir feststellen, dass es keinerlei Ambitionen gibt, in bildungs- und sozialpolitischen Fragen eigene Akzente zu setzen. Stattdessen verkommt die ÖH zur reinen Serviceeinrichtung, die bloß Dienst nach Vorschrift macht.

Manche unserer Anträge, die zur Verbesserung der sozialen Umstände für Studierende beitragen würden, wurden leider in Auschüsse verschoben. Wir werden uns dort für ihre Umsetzung für dich engagieren.

Einer der wichtigsten Anträge, unsere jahrelange Forderung nach einer Satzungsänderung zur Schaffung eines Beratungsreferats, wurde jedoch mehrheitlich angenommen. Ein Beratungsreferat soll den Sinn haben, das Referat für Bildung und Politk und für Sozialreferat zu entlassten und so zur Verbesserung der Beratungsarbeit und der bildungs- und sozialpolitischen Arbeit führen.

Natürlich werden wir uns auch weiterhin für deine Interessen einsetzen und versuchen, die Missstände der rechts-konservativen ÖH-Exekutive so gut wie möglich durch eigene Projekte, Aktionen und Anträge zu kompensieren. Solltet ihr Wünsche oder Anregungen haben, schickt eine Mail an unsere UV-Mandatar_innen: natalie.ziermann[at]vsstoegraz.at oder klemens.wieringer[at]vsstoegraz.at.

Über die/den Autor_in Natalie Ziermann

Natalie Ziermann hat bereits 26 Einträge geschrieben.

…studiert Psychologie. Sie ist Vorsitzende des VSStÖ Graz und Bundesvorstandsmitglied des VSStÖ.