Warum wir wütend sind – Oder ein etwas anderer Nachbericht der letzten UV Sitzung.
Am Freitag fand die zweite ordentliche Sitzung der Universitätsvertretung an der KFU statt und diese hat uns gehörig wütend gemacht. Warum?
Man kann ideologische Differenzen haben. Das ist normal in der Politik. Man kann auch unterschiedliche Auffassungen von Prioritäten in der ÖH Arbeit haben. Das ist ebenfalls normal. Was jedoch unbestritten sein sollte, ist, dass die ÖH die Interessensvertretung der Studierenden ist. Die UV-Sitzung hat jedoch gezeigt, dass die ÖH an der Uni Graz genau das nicht mehr ist.
So berichtete Stefan Thum (FLUG) über seine Tätigkeit im Vorsitz, dass er halt das übliche mache. Was genau das ist, konnte er nicht beantworten. Das Problem: Wie können wir sichergehen, dass alle Arbeit auch ordnungsgemäß erledigt wurde.
Weiters sind mit 31.12.11 der Organisationsreferent und der Arbeitsreferent zurückgetreten. Üblich ist es, dass daraufhin diese Posten an alle Studierenden ausgeschickt werden, damit sich interessierte Student_innen bewerben können. Dies ist jedoch mit der Begründung, „die Studierenden interessiert das ja eh nicht“, nicht passiert. Hier wird eindeutig im Eigeninteresse (Postenschacherei) und nicht im Interesse der Studierenden gehandelt. Zudem sieht der neue Organisationsreferent (AG) seine Aufgabe darin, Milch für Mitarbeiter_innen zu kaufen. Der Arbeitsreferent (ebenfalls AG) will Jungunternehmer_innen fördern. Ob diese beiden Punkte Studierenden helfen, darüber lässt sich streiten.
Der nächste Punkt ist die vom VSStÖ geforderte Vollversammlung aller Studierenden. Diese wird zwar am Montag den 23.01 (14 Uhr 30 HS 12.01) stattfinden, jedoch gibt es weder eine vernünftige Bewerbung, noch eine Tagesordnung. Auf unsere Frage, warum die Versammlung ausgerechnet in den Prüfungswochen stattfinden muss, antwortete Stefan Thum : „Es sind doch immer Prüfungen.“. Das gerade am Ende jedes Semesters die meisten Prüfungen stattfinden, sollte einem ÖH-Vorsitzenden eigentlich klar sein. Wir wollen an dieser Stelle dennoch alle dazu aufrufen, an der Vollversammlung teilzunehmen, um ihr Mitspracherecht zu nutzen.
Weg von der Vollversammlung hin zur schlimmsten Verhöhnung in dieser UV Sitzung: der Antrag des Referenten für Bildungspolitik, Leo Lindenbauer (FLUG). Dieser Antrag beinhaltet, dass das Vorsitzteam bis 22.12.12 ein Konzept zur Überwachung des Weltraumes, aufgrund der Bedrohung durch Meteoriten, ausarbeiten muss. Dieser Antrag wurde mit Stimmen der Flug und AG angenommen. Auf Nachfrage meinte Stefan Thum, dieser Antrag sei genauso im Interesse der Studierenden, wie der VSStÖ-Antrag auf die Anrechnung der Studienzeit für die Pension (der nicht angenommen wurde). Diese Kinderei ist unverantwortlich und bestätigt das Vorurteil, dass die ÖH ein Kindergarten ist.
Diese Beispiele sollen verdeutlichen, wie sehr die konservative FLUG- AG Exekutive die Opposition, aber vor allem auch die Studierenden verhöhnt. Eine Exekutive, die so eindeutig uninteressiert an Studierenden ist, kann sich in Zukunft nur mehr Eigeninteressensvertretung bezeichnen.
Zum Schluss möchte ich dennoch noch etwas Positives bemerken. Im Gegensatz zur letzten Sitzung, wurden dieses Mal wenigstens einige wichtige Anträge der Opposition angenommen. So spricht sich die ÖH Uni Graz gegen Schuldenbremse, gegen Sparpakete auf Kosten sozial schwacher Menschen und für die Erhöhung der Familienbeihilfe aus. Weiters wird es im Frühling einen Slutwalk geben, ebenso wird die STEOP evaluiert. Ob diese aber wirklich umgesetzt werden, steht in den Sternen: So wie wir dies von anderen Anträgen kennen, ist die Chance nicht sehr hoch. Vielleicht hilft unsere Wut, diese Exekutive zur Besinnung zu bringen.
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