Prächtig Brechtig #9: Ich will mehr!

Von Christopher Pieberl, 20. Dezember 2009 17:39

Der neunte Teil der prächtigen Kolumne erscheint dieses Mal online und kann nicht mehr warten bis zum Relaunch der neuen Zeitlinks. Neue Zeitlinks: das schreit nach mehr. Mehr Platz, mehr Spaß, mehr kluge Sprüche. “Mehr” ist ohnehin das Schlagwort dieser Zeit. Studierende wollen MEHR Geld für Bildung, die SPÖ will MEHR WählerInnen, die FPÖ will MEHR AusländerInnen abschieben, Josef Pröll möchte gerne MEHR Nulldefizit und Werner Faymann will noch MEHR Wohlfühllächeln an MEHR KroneleserInnen schicken. MEHR halt.

Im Endeffekt ist es vermutlich egal wer was wie MEHR macht. Vielleicht liegt es auch an den Zeiten der Krise, die uns im Taumel der Wohlstandsschrumpfung, nach MEHR verlangen lässt. Bestimmt ist das ein Mechanismus des Neoliberalismus, der uns MEHR verlangen lässt, damit wir MEHR Kraft haben um durch unseren MEHRwert das Wirtschaftswachstum ordentlich anzukurbeln. Oder wir spüren einfach, dass Weihnachten vor der Tür steht (man kann schon Weihnachtskekse kaufen!).

Apropo Weihnachten: wir sollten alle viel MEHR gemeinsam machen. Wir könnten uns doch auf ein Packerl hauen und gemeinsam MEHR fordern. Das funktioniert nur, wenn wirklich alle mitmachen, vor allem die Politik. SPÖ und Grüne lassen MEHR AusländerInnen rein, damit die FPÖ MEHR abschieben kann. Und die AusländerInnen die der Strache nicht erwischt dürfen sich dann in den ÖVP-nahen Betrieben zu Tode schufften. In den Betrieben werden selbstverständlich verstärkt Solaranlagen gebaut, dann können sich die Grünen MEHR Jobs der Zukunft auf die Fahnen hefften. Dann darf die Gewerkschaft über die billigen Arbeitskräfte schimpfen, die den unsrigen den Lebensinhalt klauen (=Arbeit). Und alle die nicht mitmachen wollen schicken wir nach Kärntnen, dann kriegt das BZÖ/FPK auch irgendwie MEHR (so als Entschädigung dafür, dass die FPK keine Klubförderung kassieren kann).
So einfach geht das. Frohe Weihnachten!

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Frau + Sex = Werbung?

Von Christopher Pieberl, 11. Dezember 2009 23:24

Gegen sexistische Werbung und Männermedien!

Von der Kindheit an gibt es eine Sozialisation durch Medien, sie prägen unsere Vorstellung von der Welt und somit unsere Meinung zu vielen Dingen. Als Spiegel von gesellschaftlichen Rollenbildern tragen sie zu ihrer  Reproduktion bei. Durch konstantes Wiederholen dieser stereotypen Geschlechtsvorstellungen werden sie von den Medien als Norm präsentiert und entsprechend wahrgenommen sowie übernommen. Das macht es so schwer, diese tradierten Klischees und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft als Problem zu identifizieren und Strategien dagegen zu finden.

Frauen gesucht!

Vielleicht ist es dir schon aufgefallen: In den Nachrichten beherrschen männliche Experten das Bild. Männer kommentieren das Geschehen und stehen selbst meist in dessen Mittelpunkt. Es kommen viel zu wenige Frauen in den Berichten vor, von namentlicher Nennung ganz zu schweigen. Meist ist ihre Rolle auf Betroffene oder Opfer reduziert.

Dies wird durch das Global Media Monitoring Project (GMMP) belegt: Die weltweiten Studie untersucht alle fünf Jahre, zuletzt 2005, in über 100 Ländern der Welt die Nachrichten in den Bereichen Fernsehen, Zeitungen und Radio auf ihr Geschlechterverhältnis hin. Dabei wurde die dramatische Unterrepräsentanz von Frauen in den Nachrichten erneut bestätigt:

„Only 21% of the news subjects – the people who are interviewed, or whom the news is about – are female.

Though there has been an increase since 1995, when 17% of those heard and seen in the news were women, the situation in 2005 remains abysmal. For every woman who appears in the news, there are five men.“

Weiter lesen 'Frau + Sex = Werbung?'»

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Gleiche Arbeit Gleicher Lohn!

Von Christopher Pieberl, 11. Dezember 2009 23:21

Für Gleichberechtigung in der Arbeitswelt!

Die Ungleichbehandlung von Frauen in der Arbeitswelt ist konstant. Die Lohnschere klafft in Österreich weit auseinander – Frauen verdienen fast ein Drittel weniger, arbeiten insgesamt mehr als Männer und müssen am meisten unbezahlte Arbeit leisten. Schlechte Voraussetzungen? Ja, aber veränderbar: Gleichberechtigung am Arbeitsmarkt ist keine Utopie, sondern möglich. Hier eine Analyse der Situation und Lösungen.

Die Einkommensschere klafft in Österreich weit auseinander. Es ist aber nicht nur die Ungleichbehandlung beim Gehalt, die zu den ökonomischen Nachteilen von Frauen führt – es ist auch die Art und Weise der Arbeitsplätze. Der Frauenbericht der Arbeiterkammer 2006 sieht in der Qualität der von Frauen besetzen Arbeitsplätze ein zunehmendes Problem: „Teilzeitarbeit und die Dominanz von Tätigkeiten im Niedriglohnsektor haben zu einem Anstieg von Arbeitsplätzen mit einem nicht existenzsichernden Einkommen geführt.“

Die Stundenlöhne für Teilzeitbeschäftigung sind weitaus geringer als jene für Vollzeitbeschäftigung – und der Großteil der erwerbstätigen Frauen ist teilzeit- nicht vollzeitbeschäftigt.

In Österreich lag die Frauenerwerbsquote 2006  (Anteil der Frauen zwischen 15 und 65, die einer Erwerbsarbeit nachgehen) bei 63,5 Prozent (im Vergleich zu 76,9 Prozent bei Männern). Frauen sind also zunehmend erwerbstätig (noch 2000 lag der Wert unter 60 Prozent), was insgesamt mehr Unabhängigkeit bedeutet: So sind erwerbstätige Frauen seltener von Armut betroffen (Statistik Austria) und haben eine geringere Wahrscheinlichkeit, Opfer von häuslicher Gewalt zu sein. Der Eintritt in den Arbeitsmarkt scheitert allerdings immer noch an traditionellen Rollenbildern, die durch Gesetzgebung verstärkt werden.

Weiter lesen 'Gleiche Arbeit Gleicher Lohn!'»

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Wir wollen mehr Frauen in der Wissenschaft!

Von Christopher Pieberl, 9. Dezember 2009 18:53

Mehr Frauen in die Wissenschaft!

Die Wissenschaft ist immer noch eine Männerdomäne, weil Frauen strukturell benachteiligt werden. Im Laufe ihres Studiums stoßen sie immer an eine unsichtbare Grenze – die gläserne Decke. Ganz klar ist: So kann es nicht bleiben.

Mittlerweile beginnen mehr Frauen als Männer ein Studium. Allerdings wird der Frauenanteil nach jedem Einschnitt im Studium immer geringer. Besonders die Umstellung auf das Bachelor-Master System birgt die Gefahr, dass Frauen schon nach dem Bachelorstudium aufhören, während ein Großteil der Männer ein Masterstudium anhängt.

Markus, der Paradestudent

Woran kann das liegen? Wir werden zum Beispiel durch das gesellschaftliche Bild eines Paradestudenten, der mit den ProfessorInnen diskutiert und den wissenschaftlichen Habitus – also das erwartete Verhalten von Studierenden – tadellos beherrscht, noch so sehr beeinflusst, dass sich viele Frauen ein höheres Studium gar nicht zutrauen. Hier fehlen Mentoring- und Förderprogramme, die Frauen ermutigen im universitären Betrieb zu bleiben und möglichst hohe Bildung zu genießen.

Weiter lesen 'Wir wollen mehr Frauen in der Wissenschaft!'»

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Warum “What the Fuck”?

Von Christopher Pieberl, 9. Dezember 2009 18:49

„Frauen und rationales Denken – das passt nicht zusammen“, „Körperliche Arbeit ist nichts für das schwache Geschlecht“, „Frauen sind einfach die besseren Familienmenschen“, ..

Solche Stereotype hast du so oder ähnlich formuliert wahrscheinlich schon einmal zu hören bekommen. Auch Zahlen und Daten lassen uns in allen Lebensbereichen auf Ungerechtigkeiten stoßen: Die Einkommensschere führt dazu, dass Frauen ungefähr ein Drittel weniger verdienen und an den Universitäten gibt es nur 16 Prozent Professorinnen. Die Gründe dafür liegen schlicht an der – meist sogar offensichtlichen – Ungleichbehandlung von Frauen.

Jeden Tag werden wir daher mit Sexismus konfrontiert, sei es auf persönlicher oder struktureller Ebene. Viele dieser Erlebnisse gehören schon zu unserem täglichen Leben und werden daher kaum als Problem wahrgenommen – falls doch fehlt es oft an greifbaren Vorschlägen dagegen.

Weil es so nicht bleiben kann!

Der VSStÖ hat deshalb eine Initiative gegen Sexismus im Alltag gestartet, um diese gesamtgesellschaftlichen Machtmechanismen sichtbar zu machen und Lösungen aufzuzeigen. Die großen Forderungen sind die Gleichberechtigung von Frauen in der Arbeitswelt, mehr Frauen in der Wissenschaft und Maßnahmen gegen sexistische Werbung und Männermedien.

Die Umsetzung dieser Ziele bedarf natürlich vieler Einzelmaßnahmen, die oft nur mit entsprechender gesetzlicher Grundlage durchsetzbar sind. Doch auch im Alltag und ohne Gesetzesänderungen können wir alle etwas dagegen tun: Selbst nicht wegsehen, andere aufmerksam machen und aktiv für Gleichberechtigung eintreten!

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

What the fuck?

Von Christopher Pieberl, 26. November 2009 22:18

Hier das Video zur aktuellen Kampagne des VSStÖ “What the Fuck?”


www.whatthefuck.at

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Studierendenvollversammlung war ein voller Erfolg!

Von Christopher Pieberl, 27. Oktober 2009 21:06

Die Studierendenvollversammlung in der besetzten Vorklinik war ein voller Erfolg. Zahlreiche Studierende drängten in den besetzten Hörsaal A (den größten der Vorklinik), der letztlich aus allen Nähten platze. Vor versammeltem Publikum wurden, immer wieder von lautem Applaus unterbrochen, die Forderungen der Studierenden verlesen und diskutiert, ehe man sich in Arbeitsgruppen an inhaltliche Arbeit machte.

Eine Impressionen von der Vollversammlung:
wessen_unibesetzt2voller_saalvoller_saal2

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Presseaussendung von SJ-Steiermark und VSStÖ Graz zu den Studierenden-Protesten

Von Christopher Pieberl, 27. Oktober 2009 15:51

Nach einem immer deutlicherem Kurs in Richtung Zugangsbeschränkungen reicht es nun!

Heut um 12 Uhr wurde die Vorklinik der Uni Graz besetzt, um ein deutliches Zeichen zu setzen. Es ist wichtig das unsere Universitäten einen Minister vor sich haben der sie fördert, und nicht blockiert. Doch das ist Anscheinend nicht möglich, in Zeiten der Wirtschaftskrise stützt unsere Regierung lieber Banken mit Milliarden um sie für kurze Zeit zu stabilisieren, anstatt das wichtigste Nachhaltige Wirtschaftsgut zu fördern – die Bildung.

Seit dem Amtsantritt von Möchtegern-Wissenschaftsminister Johannes Hahn (ÖVP) hat sich für die Studenten in Graz nichts zum positiven gewendet. Numerus Clausus, Zugangsbeschränkungen und Beschränkung der Studienplätze, dafür stand und steht Hahn. Mit der ÖVP will er Österreich zu einem Land machen in dem nur die „Elite” wahre Chancen hat.

Darum hat gestern und heute eine große Gruppe junger Menschen den größten Hörsaal der Uni Wien und Graz besetz um endlich die Probleme aufzuzeigen. Der einzige Grund um mit der Demonstration aufzuhören wäre wenn Wissenschaftsminister sein Amt unverzüglich niederlegen würde.

Dazu noch Meinungen aus der Steiermark:

„Es ist schön zu sehen dass sich so eine große Zahl versammelt hat um gegen die Missstände etwas zu unternehmen. Nach dem unser Wissenschaftsminister schon seit Jahren versucht unsere Uni’s ummer zu verkleinern, sollte sich die Bundesregierung nun Gedanken machen ob das der richtige Kurs ist. Es kann nicht sein das unsere StudentenInnen, durch diese maroden Zustände, eine Bildung zweiter Klasse erhalten. Darum ist es Zeit endlich wieder Uni für Menschen und nicht für eine sogenannte Elite zu machen. ,” so Max Lercher, Vorsitzender der SJ-Stmk.

„Als Gründe für diese Fehlpolitik der Regierung wird immer die finanzielle Situation genannt. Dabei werden seit Jahren die österreichischen Universitäten finanziell links liegen gelassen. Österreich liegt weit unter dem OECD-Schnitt bei den Ausgaben für unsere Unis. Das ist viel zu wenig, Wir fordern eine Anhebung auf mindestens 2 Prozent.”, so Stefan Maier, Vorsitzende der aks-steiermark.

“Die Besetzung zeigt das unsere Hochschulpolitik in die falsche Richtung läuft. Die geforderten Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren können nie die Lösung,
sondern immer nur das Problem sein. Vielmehr bedarf es endlich einer
ausreichenden Finanzierung der Lehre. Unsere Regierung muss erkennen, dass
Hochschulpolitik nicht gegen den Willen der Studierenden
funktioniert!”, fügt Patrick Mesgec, Vorsitzende des VSStÖ Steiermark,
hinzu.

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Studierenden-Vollversammlung am 27.10.2009 (HS 06.01)

Von Christopher Pieberl, 26. Oktober 2009 11:05

Morgen am 27.10. findet eine Studierendenvollversammlung auf der Karl-Franzen-Universität in der Vorklinik (HS 06.01) statt!

Kommt hin und diskutiert mit wie es weitergehen soll. Vor allem aber, setzt ein Zeichen gegen die Zerstörung des freien Hochschulzugangs (oder was davon noch übrig ist!)!

Alle Infos zur Besetzung in Graz und die Forderungen der BesetzerInnen findest du unter http://www.facebook.com/unigrazgehoertuns

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Solidarisieren! – Nein zu Zugangsbeschränkgungen auch in Graz!

Von Christopher Pieberl, 23. Oktober 2009 11:57

Seit 12.00 Uhr treffen sich engagierte Studierende um auch in Graz ein Zeichen gegen Zugangsbeschränkungen zu setzen. Wenn du gegen Zugangsbeschränkungen bist dann komm jetzt vor das Hauptgebäude der Karl-Franzens-Universität!

Und wer mehr wissen will klickt auf die Facebookseite oder liest die Tweets zur Besetzung!

Post to Twitter Post to Facebook Post to MySpace

Panorama Theme by Themocracy