Beiträge von Klemens Wieringer
Frechheit: KFU hebt 3 Cent für Scans ein
0In der Umstellung des Druck- und Kopiersystems der Karl-Franzens-Universität hebt die Uni ab sofort 3 Cent für Scans ein. Argumentiert wird das mit Verschleiß an den Geräten, der nicht nur bei Kopien, sondern auch bei Scans aufkommt. Kopien bleiben auf 5 Cent.
So fällt ab sofort jeder an den Uni-Geräten gemachte Scan mit 3 Cent zu Buche, als wären Druck- und Kopierkosten für Studierende nicht bereits hoch genug. 3 Cent für einen Scan sind unserer Ansicht nach reine Geschäftemacherei auf Kosten der Studierenden. Es ist unserer Meinung nach eine Frechheit, die Studierenden für Scans (welche Kopierpapier sparen!) jetzt zahlen zu lassen.
Wir fordern nach wie vor die Einführung eines Kopierpickerls wie zB an der Uni Wien, welches im Semester drei ÖH-Copycards mit 220 Kopien um €10 ermöglicht.
Was getan werden müsste
0Zugangsbeschränkungen, Studiengebühren, Vorlesungen in Kinosälen – Symptombekämpfung. Dabei müssten längst andere Maßnahmen getroffen werden. Maßnahmen, für die die österreichische Politik wohl noch lange zu feige sein wird. Eine Polemik.
In der aktuellen Hochschuldebatte geht es immer nur um die Bekämpfung von Symptomen. Wirkliche Lösungsvorschläge sind nämlich weder Studiengebühren oder Zugangsbeschränkungen. Wie wir wirklich aus dieser Misere wieder herauskommen, darüber scheint von den etablierten Vertreter_innen der Politik niemand jemals nachgedacht zu haben. Dabei ist der Ausweg klar. Das einzig Hilfreiche wäre eine wirkliche Aufstockung der Universitätsbudgets und ein Infrastrukturoffensive.
Im Endeffekt leiden wir unter den untragbaren Zuständen an den Unis nur, weil der Wille nicht da ist, Bildung auch angemessen zu finanzieren. Bei der aktuellen politischen Kurzsichtigkeit ist das kein Wunder. Bildung ist nichts einfach so herzeigbares, kein Prestigeprojekt wie der Koralmtunnel. Sie ist eine Investition in die Zukunft, die nicht nach zwei Jahren abgeschlossen ist, sondern ein fortlaufendes Projekt. Nur dann kann sie auch Früchte tragen. Wir brauchen mehr Akademiker_innen, keine schmale Elite mit Hochschulabschluss.
Aber was brauchen wir dafür?
Den freien und offenen Hochschulzugang – denn es gibt kein Aufnahmesystem, dass nicht sozial selektiv wirkt.
Ein klares Nein zu Studiengebühren, in welcher Form und Höhe auch immer. Die finanzielle Lage von uns Studierenden wird totgeschwiegen. So weit, dass sogar davon gesprochen wird, dass doch alle Verwandte haben würden, die einem Studiengebühren zahlen könnten. Ein Argument, das kaum noch realitätsferner und zynischer sein könnte.
Einen infrastrukturellen Ausbau der Universitäten. Wir brauchen mehr und größere Hörsäle, um den Studierenden auch eine angemessene Zahl an Plätzen bieten können. Schluss mit überfüllten Hörsälen, her mit den Audimaxen!
Einen personellen Ausbau der Universitäten. Mehr Lehrende braucht das Land für ein besseres Betreuungsverhältnis, für ein breiteres Spektrum an angebotenen Lehrveranstaltungen.
It’s the economy, stupid!
Bezahlen muss das klar der Staat. Es ist die Aufgabe eines Staats, die Zukunft seiner Jugend zu sichern, Perspektiven zu bieten. Doch bei der aktuellen Haushaltspolitik wird das kein leichtes sein. Der Anteil der Bildung am Budget ist bei weitem zu gering, um wirklich gute Bildung in naher Zukunft zu garantieren. Budgets müssen einnahmeseitig saniert werden, unsere Bildung darf nicht auf Kosten das Sozialbereichs gehen.
Es muss ein generelles, radikales Umdenken erfolgen, Prioritäten müssen neu gesetzt werden. Ansonsten fahren wir die Zukunft unserer Jugend an die Wand.
Faymann, Spindelegger, Töchterle, Fekter: ist es das, was ihr wollt?
Welche Auswirkungen hätte die Einführung von Studiengebühren?
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Auswirkungen auf das Budget der Universitäten:
Nach Einführung der Studiengebühren wurde das Budget für die Universitäten von öffentlicher Hand um genau jenen Anteil gekürzt den die Studiengebühren einbrachten, die prekäre finanzielle Lage der Universitäten hat sich also dadurch kein Stück verbessert. Auch die Teilabschaffung der Studiengebühren hat den Universitäten keinen finanziellen Schaden zugefügt, da ihnen der Entfall komplett von staatlicher Seite erstattet wurde und auch noch weiterhin bis 2015 weiterhin wird. Durch die komplizierte Befreiungsregelung, die bei der Teilabschaffung getroffen wurde entsteht den Universitäten, Finanzämtern und anderen Einrichtungen allerdings sehr hoher Verwaltungsaufwand, der sich natürlich auch in hohen Kosten niederschlägt, alleine die Universitäten zahlen pro Jahr 1,5 Millionen allein für die Administration der Studienbeiträge.
Auswirkungen auf die Studierenden
Die Einführung der Studienbeiträge 2001/2002 bewirkte eine sinkende Studierendenzahl (- 19,8%), da an die 40.000 Studierende ihr Studium abbrechen mussten, der umgekehrte Effekt war nach dem Erlass von Studienbeiträgen zu beobachten (+ 14,3%). Diverse Studien in Österreich und Deutschland haben gezeigt, dass die Einführung der Studiengebühren nicht die erhoffte Abschreckung von Bummelstudent_innen gebracht hat, sondern Studierende ohne staatliche Unterstützung, die aus niedrigeren sozialen Schichten stammen aus dem Studium gedrängt hat. Hierbei ist besonders zu betonen, dass Frauen von den erwähnten Phänomenen wesentlich stärker betroffen sind.
„Hinsichtlich des Zusammenhangs von Studienmotivation, Abbruchgrund und Erwerbssituation lassen sich folgende Kontrastgruppen herausarbeiten:
- Die eine Gruppe lässt sich so beschreiben: Mehr als 20 Stunden/Woche erwerbstätig, das Studium wurde eher „nebenbei” (aufgrund der knappen Zeitressourcen) betrieben aber mit Interesse. In dieser Gruppe wird der Studienbeitrag eher abgelehnt bzw. es wird angegeben, dass man sich den Studienbeitrag nicht habe leisten können. Ein Viertel von ihnen äußert einen definitiven Rückkehrwunsch an die Universität.
- Die andere Gruppe lässt sich folgendermaßen beschreiben: Weniger als 20 Wochenstunden erwerbstätig bzw. erwerbslos. Insbesondere für die Erwerbslosen – eher Frauen – gilt, dass sie das Studium nur als „Überbrückung” begonnen haben, dass sie gar nicht richtig studiert hätten und das Interesse am Studium verloren hätten. In dieser Gruppe ist die Ablehnung des Studienbeitrages vergleichsweise geringer bzw. ist dieser kein wesentlicher Abbruchgrund. In dieser Gruppe ist auch der Rückkehrwunsch deutlich geringer.“, so der Bericht zu den Auswirkungen der Einführung von Studiengebühren auf die Studienbeteiligung und das Studierverhalten 2002 in Wien, vom Büro für Sozialtechnologie und Evaluationsforschung.
In der Studie heißt es weiter:
„AbbrecherInnen aus unteren sozialen Schichten geben neben den Studienbeiträgen häufiger die Unvereinbarkeit des Studiums mit der Erwerbstätigkeit als Abbruchgrund an, außerdem die fehlende elterliche Unterstützung. Die generell höhere Erwerbstätigkeit unter Befragten unterer sozialer Schichten (und die geringere Finanzierung des Studiums durch elterliche Unterstützung) bewirkt eine geringere Studienaktivität. Hält man die Art der Finanzierung des Studiums konstant, hat die soziale Herkunft keine Wirkung auf die Studienaktivität. Die Bezieher von Studienbeihilfe sind am studienaktivsten.“
Auf die Erwerbsbeteiligung hat sich die Einführung der Studiengebühren so ausgewirkt, dass die bereits erwerbstätigen Studierenden ihre Erwerbstätigkeit ausgedehnt haben und im September 2001 25% der Studierenden eine Erwerbstätigkeit aufnahmen um für die Gebühren aufkommen zu können.
VSStÖ ad Voves: Es gibt keine “Studiengebühren mit sozialen Abfederungen”
0Progressive Bildungspolitik darf keines Tauschhandels bedürfen
„Franz Voves Vorstoß für einen Tauschhandel der Bundesregierung – Gesamtschule für die SPÖ gegen Studiengebühren für die ÖVP – zeugt nur von einem: von Franz Voves bildungspolitischer Ahnungslosigkeit“, ist der Vorsitzende des Verbands Sozialistischer Student_innen Graz, Klemens Wieringer, über Franz Voves Vorstoß für Studiengebühren empört.
„Es gibt keine ‚Studiengebühren mit sozialen Abfederungen’. Studiengebühren sozial abzustufen ist ein immenser Verwaltungsaufwand, dessen Mehrkosten die angeblichen Einnahmen durch Studiengebühren bei weitem überschatten würden. Das ist ein System, das nicht funktionieren kann“, ist Natalie Ziermann, stellvertretende Vorsitzende des VSStÖ Graz, überzeugt.
Wieringer knüpft an: „Auf die Studierenden in Österreich wurden im vergangenen Jahr unglaubliche Belastungen gewälzt. Die Familienbeihilfe wurde drastisch gekürzt, was für 27.000 Studierende einen Verlust von mindestens 3.000 € im Jahr bedeutet, weiters wurde der Zuschuss zur studentischen Selbstversicherung gestrichen, das bedeutet, dass sich die monatlichen Kosten seither verdoppelt haben und der Zuschuss seitens des Wissenschaftsministeriums zu den Studierendenheimen wurde gestrichen, die Mietpreise steigen ab Herbst um bis zu 80 € im Monat. Und Voves Lösungsvorschlag zur Bildungsmisere ist noch mehr finanzielle Belastung für die Studierenden?“
„Der Vorschlag von Voves hat nichts mit sozialer Gerechtigkeit zu tun. Außerdem kann es doch nicht die Lösung der SPÖ für alles sein, noch mehr Kompromisse einzugehen!“, sind sich Ziermann und Wieringer einig. Viel eher bräuchte es endlich eine richtige Aufstockung des Universitätsbudgets und eine echte soziale Absicherung für Studierende.
VSStÖ erhält Vorsitz aller drei ÖH-Auschüsse!
0Erste Erfolge zur Kontrolle der rechts-konservativen Koalition aus Fachschaftsliste (FLUG) und [Anm.: Re-]Aktionsgemeinschaft (AG) konnten wir heute erzielen. Der VSStÖ stellt nun die Vorsitzenden aller drei Ausschüsse der ÖH Uni Graz.
Den Vorsitz des Finanz-Auschusses der ÖH, welcher über Großausgaben der Koalition kontrolliert und absegenen muss, übernimmt für uns Harald Braunstein, welcher durch seine Funktionen als Finanzreferent und Stellvertretender ÖH-Vorsitzender in der Amtsperiode 2009-2011 bereits viel Erfahrung hat.
Den Vorsitz des Ausschusses für Sonderprojekte übernimmt für uns Enesa Mujezinovic, Vorsitzende der Studienvertretung Anglistik/Amerikanistik. Sie wurde einstimmig gewählt. Falls du ein Projekt hast, welches in die Richtlinien des Sonderprojekttopfes der ÖH Uni Graz fällt, kannst du jederzeit einen Antrag stellen! – Aktualisierung: Aufgrund eines Formalfehlers ist die Wahl Enesas leider ungültig!
Den Vorsitz des Ausschusses für Bildung und Politik, zuständig für gravierende Änderungen der Satzung der ÖH Uni Graz, übernimmt für uns Sebastian Pay.
Die Mandatsverteilung in allen drei Ausschüssen ist folgende: 2 AG, 2 FLUG, 2 GRAS, 1 VSStÖ.
Wir gratulieren allen dreien herzlichst! Sollte euch etwas auffallen, könnt ihr euch an die jeweilig Zuständigen Personen des VSStÖ wenden oder unsere beiden Universitätsvertretungs-Mandatar_innen, Natalie Ziermann und mich, wenden!
Mailadresse: vorname.nachname@vsstoegraz.at
