Thomas
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Beiträge von Thomas
Einmal Wahlrecht bitte…
0Die Studierenden sollen ihre ÖH wählen dürfen.Dass die Bundesvertretung der ÖH nicht direkt gewählt werden kann, ist ein Relikt schwarz/blauoranger Demokratiefeindlichkeit und gehört dringend geändert.
Seit ihrer Gründung wurde die bundesweite Vertretung der in Österreich Studierenden demokratisch gewählt, schon zu Zeiten der Ordinarienuniversitäten, als Demokratie an den Unis erst erkämpft werden musste. Doch 2004 wurde dieser demokratische Standard von der schwarz/blauorangen Bundesregierung abgeschafft. Demokratie? Nicht mit uns! Lieber schwächt man eine kritische Interessensvertretung. Seither wird die Bundesvertretung (BV) indirekt nach den Ergebnissen der einzelnen Universitätsvertretungen (UV) beschickt.
“One person, one vote”
Die geltende Regelung ist ein eine Sammlung von Problemen. So wird eine stabile Mehrheitsfindung dadurch fast unmöglich gemacht. Das demokratische Grundprinzip „Oneperson, onevote“ wird sowieso ignoriert. Studierende die auf mehreren Unis inskribiert sind, wählen die BV damit mehrfach indirekt, ihre Stimme zählt für die Entsendung in die BV doppelt, dreifach, etc. Durch die im geltenden Recht vorgesehen Überhangsmandate und Mindestmandate werden Stimmen unterschiedlich nach Universitätsgröße gewichtet, was kleine Universitäten massiv überrepräsentiert. Eine Studentin aus Leoben hat damit wesentlich mehr Gewicht als ein Student von der Uni Graz. Was freilich auch Vorteile hat – aber nur für die ÖVP-Aktionsgemeinschaft: Sie ist nämlich vor allem auf jenen Unis stark vertreten, deren Stimmen durch dieses undemokratische Gesetz mehr zählen.
Ein weiteres Problem der Regelung ist, dass Studierende sich damit nicht mehr dafür entscheiden können, bundesweit eine andere Fraktion zu wählen als auf unserer eigenen Uni. Das heißt aber auch: Tritt Fraktion A an meiner Uni nicht an, kann ich sie auch nicht in die Bundesvertretung wählen. Da kaum eine Fraktion tatsächlich an jeder einzelnen Uni und FH antritt ein reales Problem.
Fakultätsvertretungen braucht kein Mensch
Unter diesem Motto wurden die Fakultätsvertretungen (FV) von Schwarz/Blauorange sogar noch stärker geschwächt als die Bundesvertretungen. Formal gibt es im Gesetz keine Fakultätsvertretung mehr, diese müssen erst von den einzelnen Universitätsvertretungen eingerichtet werden. Was aber nicht heißt, dass die Universitätsvertretungen beschließen könnten, dass die FV wie bis vor 2004 direkt gewählt werden könnten. Das ist abgeschafft worden. Stattdessen werden die Fakultätsvertretungen nun von den Studienvertretungen (StV) beschickt.
Diese Regelung hat neben den demokratiepolitischen Problemen einen großen praktischen Nachteil. Will eine bestimmte Fraktion eine Fakultätsvertretung kontrollieren, muss sie dies über die Studienvertretungen schaffen. Je größer die Fakultät (bzw. je mehr Studienvertretungen), desto schwieriger. Deshalb gibt es Scheinkandidat_innen bestimmter Fraktionen. Gelingt es die StV zu übernehmen wird in die FV entsandt, aber die mühsame, wenig prestigeträchtige StV-Arbeit an einem Institut an dem sie nicht wirklich studieren erledigen sie natürlich nicht. So wurden schon einige StVen massiv geschädigt.
Um solche Fraktionspolitik aus den StVen draußen zu halten, müssen die Fakultätsvertretungen wieder direkt gewählt werden. Damit alle Studierenden je eine Stimme haben, und jede Stimme gleich viel wert ist, muss die Universitätsvertretung wieder direkt gewählt werden. So, als wäre Österreich eine entwickelte Demokratie.
dieser Artikel erschien in der zeitlinks
Stipendium wie es sein sollte
0Was international üblich ist, scheint in Österreich weltfremd: Beihilfen von denen man leben kann.
Das Studienförderungsgesetz stammt aus dem Jahr 1992, und seither wurde von keiner Regierung mehr darüber nachgedacht. Das sieht man unter anderem daran, dass die die Studienbeihilfe heute weit weniger wert ist als 1992, da sie nur ab und an und nicht annähernd in vollem Umfang an die Inflation angepasst wurde. Die Folge ist, dass die Beihilfen vieler Studierenden von Jahr zu Jahr sinken, da die Einkommen an zumindest im Bereich der Geldentwertung steigen. Man kann sich also nicht mehr leisten, bekommt aber weniger Beihilfe.
Schaut man genau hin, findet man viele weitere Kritikpunkte. Das System trägt viel zu wenig zum Ausgleich sozialer Ungleichheit bei und ist offensichtlich keine wirksame Gegenmaßnahme zur starken sozialen Selektion beim Hochschulzugang. Die wird nämlich seit Jahren wieder stärker.
Der Reformbedarf ist also groß, und die Zeit drängt. Aber was soll man ändern? (weiterlesen …)
SPÖVP vertuschen Folgen der Familienbeihilfenkürzungen
3Die Studierendensozialerhebung bringt im Abstand von 3 Jahren immer wieder erschreckende Zahlen über die soziale Lage der Studierenden. Der Trend ist eindeutig – immer mehr Studierende müssen arbeiten, immer mehr Studierende müssen ihr Studium deshalb abbrechen und der Anteil von Studierenden aus sogenannten “bildungsfernen” oder “sozial schwachen” Schichten sinkt sogar noch weiter ab. Das sich die Situation mit den Kürzungen bei der Familienbeihilfe weiter verschlechtern wird, ist allen klar. Auch der verantwortlichen SPÖVP-Regierung.
Doch statt mit sinnvoller und gerechter Politik reagiert die zuständige Selektions- und Beschränkungsministerin Beatrix Karl mit einer Vertuschungsaktion. Normalerweise werden die Daten für die Studierendensozialerhebung alle 3 Jahre erhoben. Die aktuellen Daten stammen aus 2009, die nächste Erhebung war für 2012 geplant. Das Wissenschaftsministerium will die Erhebung nun aber bereits in diesem Frühjahr durchführen.
Warum vorziehen? (weiterlesen …)
Fidesz neue Verfassung, Jobbik übernimmt Dörfer: Ungarn im März 2011
0Wir haben die Autoren Gregor Mayer und Bernhard Odehnal, die gemeinsam das Buch “Aufmarsch – Die rechte Gefahr aus Osteuropa“, mit einem Geleitwort von Paul Lenvai, geschrieben haben, an die Uni Graz eingeladen. Gregor Mayer war als Ägypten-Berichterstatter leider verhindert, aber Bernhard Odehnal hielt einen spannenden und interessanten Vortrag über die aktuelle Lage in Ungarn voller erschreckender Beispiele über den “ganz alltäglichen” Antisemitismus in Ungarn und das große Selbstvertrauen der rechtsextremen Jobbik. Für alle die es nicht zur gut besuchten Veranstaltung geschafft haben, bieten wir ein Video des Vortrags an.
Das mit dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2010 ausgezeichnete Werk “Aufmarsch” kann übrigens kostenlos in der politischen Bibliothekt des VSStÖ Graz ausgeliehen werden.
800 € Höchstbeihilfe statt Erhöhungsschmäh
0Die Erhöhung der Studienbeihilfe ab dem Wintersemester 2007/08 hatte der damalige Wissenschaftsminister Dr. (?) Johannes Hahn als “Erhöhung um rund zwölf Prozent, die höchste seit 1992″ bejubelt. Dies begründete er damit, dass das Höchststipendium von 606 Euro monatlich auf 679 Euro ansteigen würde. Was man so sehen kann. Nur sieht man dann eben nicht sehr viel.
Die Darstellung des jetzigen EU-Kommissars legt die Vermutung nahe, es wäre die Höchststudienbeihilfe angehoben worden. Dies ist jener Betrag, von dem die verpflichtende Unterhaltsleistung der Eltern, das eigene, die Zuverdienstgrenze von 8.000 Euro überschreitende Einkommen, etc. abgezogen werden um den Auszahlungsbetrag (= die Beihilfe die man bekommt) zu errechnen.
Im Rahmen der von Hahn gelobten Reform wurde aber lediglich der Auszahlungsbetrag und nicht die Höchststudienbeihilfe angehoben. Das heißt, dass diese Anpassung (nach Abzug von Familienbeihilfe und Kinderabsatzbetrag) nur eine durchschnittliche Erhöhung um knapp 6% darstellt.
Durch diese Art der Berechnung fallen aber weiter Studierende aus dem Beihilfensystem, obwohl weder sie noch ihre Eltern mehr Kaufkraft haben. Aber die Gehälter werden mehr oder weniger an die Inflation angepasst, und steigen damit in Relation zur unveränderten Höchstbeihilfe. So verlieren durch die Indexanpassung immer mehr Menschen die Studienbeihilfe.
Schon jetzt erhalten nur 18 Prozent aller Studierenden überhaupt Studienbeihilfe. Daher fordert der VSStÖ von der Bundesregierung, die Höchststudienbeihilfe auf 800 € anzuheben. Damit verhindert die Studienbeihilfe Armut, zusätzlich hätten mehr Studierende Anspruch auf die Beihilfe. Außerdem sollen bestehende Lücken im Beihilfensystem geschlossen werden und die Studiengebühren für alle abgeschafft werden.
