Meinungen/Kommentar
FPÖ Steiermark – Wahlkampf auf Rechtsextrem
01. Sep
Die FPÖ Steiermark unter Dr. Gerhard Kurzmann bemüht sich wirklich mit allen Mitteln, einen möglichst tiefen, menschenfeindlichen Wahlkampf zu machen. Wie ja bereits bekannt wurde, hat sich die FPÖ Stmk gegen einen Spindoktor aus der eigenen Bundespartei und für Alexander Segert entschieden.
Den kennen wir alle: Segert arbeitet oft für die SVP (Schweizer Volkspartei) und ist unter anderem für deren “Schäfchenplakat” und das Plakat für das Schweizer Anti-Minarett-Volksbegehren verantwortlich. Jetzt arbeitet er für die FPÖ Steiermark. Sein erster Cup war das “Unser Geld für unsre Leut”-Plakat, welches einen schallend lachenden Griechen mit einem Packen 500€-Scheine zeigte, daneben den Namen “Spiros Latsis”. Hier möchte ich den ganz oben (und jetzt hier) verlinkten DATUM-Artikel zitieren:
So heißt ein Banker, der deutschen Medienberichten zufolge durch die Griechenland-Hilfe zum Krisengewinner wurde – seine milliardenschweren griechischen Staatsanleihen wären ohne europäisches Rettungspaket wertlos geworden. In Österreich kennt ihn kein Mensch, darüber hinaus ähnelt er dem Griechen auf dem Plakat kein bisschen. Der FPÖ ermöglicht es aber so, Vorurteile zu schüren und gleichzeitig zu versichern, es gehe nicht ums griechische Volk, sondern bloß um die bösen Banker.
Segert ist ein Meister der Provokation und des einfachen Kommunizierens politischer Botschaften. Hierzu schreckt er jedoch auch vor so gut wie nichts zurück: um die populäre “Umvolkungs”-Lüge vieler Rechtsextremer und der FPÖ für Jugendliche möglichst einfach verständlich zu machen, gibt es nun das Spiel “Moschee baba”.
Hier bemüht man sich gar nicht mal mehr, irgendetwas verstecken zu wollen: wer alle Minarette, Moscheen und Muezzine abschießt, gewinnt. Gelingt das nicht, ist Graz plötzlich voller Moscheen.
Erst kürzlich wurde das Spiel veröffentlicht, schon hagelt es Reaktionen: Werner Kogler verklagt die FPÖ wegen Volksverhetzung (wir wünschen ihm Erfolg!), Laura Rudas beschränkt sich auf das, was sie kann und macht eine OTS-Aussendung.
Aber Segert und die FPÖ haben wieder einmal erreicht, was sie wollen: Öffentlichkeit. Ihnen geht es nicht um ein Programm, ihnen geht es schlicht darum, im Gespräch und dadurch bis zur Landtagswahl am 26. September allen ein Begriff zu sein. Mit anderen extremen Aussagen (z.B. über die Waffen-SS) bemüht sich der Historiker Kurzmann (sic!) um Medienpräsenz. Und bekommt sie. Schade, eigentlich.
Humor der keiner ist
05. Aug
Martin Glatz hat in der letzten Iwan Ausgabe (Zeitschrift der Fakultätsvertretung NAWI) die Katze aus dem Sack gelassen: unter dem Vorwand sarkastisch sein zu wollen betreibt er in seinem Artikel „What the hell is Gendern“ puren Sexismus.
Ein paar Schmankerl:
„Da Frauen weder Grundwehrdienst (Bundesheer) noch Zivildienst (wieso eigentlich nicht?) leisten müssen, haben sie offensichtlich sehr viel Zeit zum Kritisieren..“
Natürlich ist ja nicht so, dass Frauen in der Woche durchschnittlich 28 Stunden, Männer nur 8 Stunden unbezahlte Arbeit( Haushalt, Kinder etc.) erledigen(und so nebenbei weltweit sowieso 2/3 der Arbeitsstunden leisten, aber nur 1/10 des Welteinkommens verdienen) und deswegen so viel mehr Freizeit haben als Männer.
Aber es geht weiter:
„Und dann schuf Satan die Feministinnen und brachte so Unheil übers Land, und alles was vorher richtig und gut war, wurde böse und falsch und die Männer wurden verteufelt.“
Natürlich, wir Feministinnen sind böse und gemein und wollen nur die Weltherrschaft an uns reißen. Also ich bezeichne mich gerne als Feministin, was für mich nichts anderes bedeutet, dass ich für die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau eintrete. Für Herrn Glatz hingegen ist der Begriff Männerhasserinnen ein Synonym für Feministinnen. Aber was kann man schon von jemandem erwarten, der sich anscheinend kaum mit Gleichberechtigung und geschlechtergerechter Sprache auseinandergesetzt hat?
Auch der zweite Artikel zum Thema Gendern von Kathi Kiss (Fachschaftsliste) ist nicht sonderlich gut recherchiert. Frau Kiss versucht in dem Artikel zu erklären, wie man geschlechtergerecht formuliert und hat dabei komplett auf eine doch nicht sonderlich neue Entwicklung vergessen – den Gender Gap (Bsp: Student_innen). Wenn schon eine Anleitung – dann bitte eine vollständige.
Bleibt zu hoffen, dass der Chefredakteur des IWAN, Christopher Haindl (ebenfalls Fachschaftsliste), für die nächste Ausgabe ein klares Bekenntnis gegen Sexismus und für geschlechtergerechte Sprache verfasst.
Diesen Sonntag: Symbolische Ortstafeln für Kärnten
14. Jul

Der Kärntner Journalist und politische Aktivist Georg Holzer, Betreiber der kritischen Website k2020.at ruft für kommenden Sonntag unter dem Motto “Am Sonntag für Kärnten” dazu auf, symbolische Ortstafeln aufzustellen um der Politik zu zeigen
- dass wir endlich eine Lösung des Ortstafelstreits wollen.
- dass wir meinen: “Äas je zrel! Die Zeit ist reif!”
- dass zweisprachige Ortstafeln harmlos sind und sich niemand in Kärnten davor fürchten muss.
- dass es in Kärnten viel Weltoffenheit gibt.
- dass das Verbindende vor dem Trennenden steht.
- dass gelebte Freundschaft besser ist als Streit.
- dass es großartig ist, ein zweisprachiges Erbe in diesem Land zu haben.
- und dass wir zu unserer Meinung stehen.
Eine tolle Idee und eine Aktion, der man nur alles gute wünschen kann. In den FAQs wird unter anderem verraten, wie man die Aktion unterstützen kann. Neuwal bietet an die Ortstafeln auszudrucken. Und ich denke, Soli-Aktionen von Nicht-Kärntner_innen sind auch willkommen.
(Die Ortstafel wurde wie ortstafel.org erstellt.)
Der Fußball den Männern?
24. Jun
Momentan ist auch Österreich wieder im WM-Fieber – und das, obwohl wir gar nicht dabei sind. Aber was solls: Fußball ist ein Sport, der Menschen begeistert.
“Fußball ist ein Sport, der Männer begeistert”
…dachte sich wohl die Online-Glückspielfirma “bodog” und gab ein ‘FSK18‘ Flash-Spiel in Auftrag, welches den Kinder-Klassiker “Oaschpuffen” anscheinend sexy machen soll. Im Spiel “Kick ASS” dreht sich alles darum, den Ball auf durchtrainierte Bikinimodel-Hintern zu schießen. Hat mann sich für eines der 7 Models entschieden, stript dieses und lässt sich, lasziv blickend, den Ball auf den Hintern schießen. Das Ergebnis kann man sich als Slow-Motion-Video beliebig oft ansehen.
Die damit beauftragte Werbeagentur hat voller Stolz darüber gebloggt. Die ‘Pointe’ am Schluss: “der produzierende Flasher sagt er weigert sich ab sofort, Software oder Applikationen zu programmieren, bei denen keine 90-60-90 Brasilianerinnen vorkommen”.
Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Fußball für sexistische Werbung instrumentalisiert wird. Das Spiel reduziert Frauen darauf, nur eine Beigabe mit sexy Körpern zu sein – nett anzusehen, geil anzuschießen. Das dem nicht so ist, muss ich hoffentlich nicht extra sagen. Die Frauen-WM ist ein Sportereignis auf hohem Niveau, bei dem Frauen immer wieder zeigen, dass sie viel relevanter für diesen Sport sind als viele glauben. Der ORF überträgt sie trotzdem nicht.
Schade, dass die WM von solchen Peinlichkeiten überschattet wird.
(danke für den Hinweis @nora_kabora)


