Category: VSStÖ in der ÖH Uni Graz

VSStÖ in der ÖH – Das Sozialreferat

Von Thomas Knapp, 20. November 2009 08:22

Seit den letzten ÖH-Wahlen ist der VSStÖ Teil der sogenannten Exekutive der ÖH Uni Graz. Die Exekutive ähnelt gewisser Weise einer Regierung, der/der RegierungschefIn heißt VorsitzendeR und die Ministerien heißen Referate. Der Vergleich passt nicht ganz, aber annähernd. Der VSStÖ stellt nun unter anderem mit Christiane Mörth die 1. stellvertretende Vorsitzende, die Pressereferentin Nina Heidorn, die Frauenreferentin Natalie Ziermann und den Kulturreferenten Christopher Pieberl. Bei ihrer Arbeit werden die ReferentInnen von SachbearbeiterInnen (SBs) unterstützt. Auch hier stellt der VSStÖ in den verschiedenen Referaten einige. Ich bin, neben Sigi Fritz, einer der beiden VSStÖ-SBs im Sozialreferat der ÖH Uni Graz.

Das Sozialreferat soll, kurz gesagt, die finanzielle Lage der Studierenden durch Beratung und Unterstützung verbessern. Zu diesem Zweck werden an jedem Wochentag Sprechstunden abgehalten, bei denen man unangemeldet vorbeischauen und sich beraten lassen kann. MitarbeiterInnen des Sozialreferats besuchen (Erstsemestrigen-)Tutorien und ähnliche Veranstaltungen um grundlegende Infos zu geben, und Fragen zu beantworten. Zusätzlich gibt es zu vielen Themen Broschüren die man kostenlos im Sozialreferat bekommen kann.

Der Kompetenz- und Zuständigkeitsbereich des Referats erstreckt sich von den “Standardbeihilfen” wie Studienbeihilfe und Familienbeihilfe, über speziellere Beihilfen wie das Studienabschlussstipendium oder das SelbsterhalterInnenstipendium bis hin zu Studierenden mit Kind(ern), Fragen zur Sozialversicherung, der ÖH-Unfall- und Haftpflichtversicherung und des MieterInnenschutzes. Neben Informationen kann das Sozialreferat kleine finanzielle Unterstützungen vergeben. Das ist einerseits die Mensaförderung die vom Land Steiermark finanziert wird, und andererseits der von der ÖH selbst finanzierte Sozialtopf (Einmalzahlungen in besonderen finanziellen Notlagen). Letzterer ist mein Fachgebiet.

Als sogenannter Sozialtopfbetreuer bin ich für die Bearbeitung der Ansuchen an den Sozialtopf zuständig. Da die finanzielle Lage vieler Studierender eine schwierige ist, und das staatliche Angebot an Unterstützungen eher knapp bemessen ist, bekommen wir sehr viele Anträge. Für mich bedeutet das, dass ich fast täglich doch einige Zeit auf der ÖH verbringen muss, um diese durchzusehen und zu bearbeiten. Das ist für mich aber auch viel zu oft ein harter Reality-Check, wenn ich sehe, wie Menschen kämpfen müssen, um studieren zu können, und an was für dummen (finanziellen) Hürden die Erfüllung dieses Wunsches oft zu scheitern droht. Daneben halte ich noch wie meine Kolleginnen einmal pro Woche meine Sprechstunde mit Beratung zu verschiedensten Fragen und Problemen.

Es ist ein gutes Gefühl, wenn ich jemand helfen kann. Aber leider muss man im Sozialstaat Österreich noch viel zu oft Menschen erklären, dass sie durch alle Netze fallen, und keinerlei Unterstützung bekommen können. Durch meine Arbeit im Sozialreferat bin ich mehr denn je von der Idee eines Grundstipendiums überzeugt. Wenn den ÖkonomisiererInnen der Bildung in der Industriellenvereinigung, dem Wissenschaftsministerium, etc. schon die persönlichen Schicksale und, man muss es wohl so nennen, Tragödien, egal sind, könnte man sie vielleicht mit dem Hinweis darauf, wie viele Talente völlig unnötig verloren gehen, zum Nachdenken bringen. Das Problem wird wohl eher sein, das von der ÖVP auch über soziale Selektion betriebene Einbetonieren der Eliten (genau genommen jener die sich dafür halten) zu beenden.

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Sind PraktikantInnen für die ÖVP nur ein Werbeschmäh?

Von Thomas Knapp, 4. November 2009 23:09

Josef Pröll sucht einen Praktikanten. Die neue Werbekampagne der ÖVP, in Kooperation mit den Qualitätsmedien ATV, KroneHit Radio und dem Gratisblatt Heute, ist ein weiter Mosaikstein im Bild des “merkwürdigen” Verhältnisses der ÖVP zu Frauen und zu sozial Schwachen.

Bei “Bist du Österreichs Superpraktikant” fällt schnell auf, dass die Stellenausschreiben nur Männer anspricht. Zwar ist es nicht überraschend, dass die von Männerbünden domminierte ÖVP auf Frauen vergisst, allerdings ist es gesetzwidrig. Das Gleichbehandlungsgesetz legt klar fest, das Stellenausschreibungen geschlechtsneutral zu erfolgen haben (und das nicht erst seit gestern). Auch der Umstand dass die ÖVP ein Beschäftigungsverhältnis das vielfach zur Ausbeutung junger Menschen genutzt wird, aktiv fördert, ist bezeichnend. Dass der Sieger (oder, falls es eine Frau wird, darf sie sich dann Siegerin nennen?) etwa gar bezahlt würde, ist nicht angekündigt.

Und so ist die Kampagne der ÖVP auch alles andere als ein Erfolg. Pedro Bearraro, eine Variante eines im Internet weit verbreiteten Witzes, hat etwa die zweitmeisten Stimmen bekommen. Auch gegen die sexistische Ausschreibung regt sich Protest.

Aber die problematische Situation vieler PraktikantInnen, die durch diese Kampagne alles andere als ernst genommen wird, ist uns ein Anliegen. Deshalb laden veranstalten wir am 25. November in Kooperation mit der JG und der FSG zum Praktikumsstammtisch. Dort wird es die Möglichkeit geben sich auszutauschen und zu informieren, und wir wollen gemeinsam Forderungen usarbeiten um die Situation für künftige PraktikantInnen zu verbessern.

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