VSStÖ in der ÖH Uni Graz
GeWi-Zeitung nur für Frühbucher_innen?
09. Aug
Der Chefredakteur der GeWi-Fakultätszeitschrift “GeWitter”, Lukas Lerchner (Liste Veritas) ist zugleich stv. Vorsitzender der Fakultätsvertretung GeWi. In seiner Doppelfunktion hatte er für die aktuelle “Sommerausgabe” des “GeWitter”, die ursprünglich als 4. Ausgabe für das Sommersemester 2010 geplant war, eine originelle Idee um die Kosten für die Fakultätsvertretung niedrig zu halten: Anstatt auf die Studierendendaten des Sommersemester zurückzugreifen, entschied Lerchner sich dafür “tagesaktuelle” Datensätze zu verwenden. Das heißt, alle Studierenden die ihren ÖH-Beitrag oder ihre Studiengebühren für das kommende Semester (!) noch nicht einbezahlt haben, (Monate vor Fristende!) bekommen die Fakultätszeitung, für die sie mit ihrem ÖH-Beitrag des Sommersemesters 2010 bezahlt haben, nicht zugeschickt. Das sind hunderte, wenn nicht tausende Studierende.
“Wenn man nicht wirtschaften kann, soll man wenigsten nachher bei sich selbst sparen, und nicht bei den Studierenden!” kritisiert Raphael Sperl (Geographie), KF-Unigruppensprecher des VSStÖ Graz, dass für eine Erhöhung der Aufwandsentschädigungen des FV-Vorsitzenden und seines Stellvertreters im Vorjahr sehr wohl Geld da war. Auch sonst zeigte man keine übertriebene Sparwut. “Die Fakultätsvertretung hat letztes Jahr eine 2tätige Strategieklausur abgehalten, und dabei allein für den Trainer fast 800 EUR ausgegeben. Und das alles vom Geld der Studierenden, die davon aber nichts haben. Lerchner und sein Vorsitzender Andreas Stöckler von der Aktionsgemeinschaft sollen diese Prioritätensetzung den Studierenden erklären!” fordert der politische Sekretär des VSStÖ, Klemens Wieringer (Geschichte).
Ob Studierende jetzt eine Ausgabe des “GeWitters” mehr oder weniger bekommen, mag keine große Sache sein. Auch da ihnen ob der zahllosen Kooperationen und Inserate ohnehin kaum Inhalte, schon gar nicht von unfraktionierten Studierenden geschriebene oder wissenschaftliche Texte, entgehen. Das Problem aber ist das System dahinter. “Studierende bezahlen den ÖH-Beitrag und der wird dann für alles Mögliche verwendet, aber die Studierenden sehen und haben nichts davon. Kein Wunder das Lerchners neoliberale Liste Veritas die Pflichtmitgliedschaft in der ÖH abschaffen will, wenn er davon ausgeht dass alle Studierendenvertreter_innen so arbeiten wie er!” versucht Thomas Knapp (Philosophie) die Logik dahinter zu verstehen.
Der VSStÖ Graz fordert von Lukas Lerchner eine Stellungnahme und Entschuldigung auf der Website der ÖH. Der FV-Vorsitzende Andreas Stöckler wird hoffentlich dafür sorgen, dass derartige “Missgeschicke” nicht mehr vorkommen.
Humor der keiner ist
05. Aug
Martin Glatz hat in der letzten Iwan Ausgabe (Zeitschrift der Fakultätsvertretung NAWI) die Katze aus dem Sack gelassen: unter dem Vorwand sarkastisch sein zu wollen betreibt er in seinem Artikel „What the hell is Gendern“ puren Sexismus.
Ein paar Schmankerl:
„Da Frauen weder Grundwehrdienst (Bundesheer) noch Zivildienst (wieso eigentlich nicht?) leisten müssen, haben sie offensichtlich sehr viel Zeit zum Kritisieren..“
Natürlich ist ja nicht so, dass Frauen in der Woche durchschnittlich 28 Stunden, Männer nur 8 Stunden unbezahlte Arbeit( Haushalt, Kinder etc.) erledigen(und so nebenbei weltweit sowieso 2/3 der Arbeitsstunden leisten, aber nur 1/10 des Welteinkommens verdienen) und deswegen so viel mehr Freizeit haben als Männer.
Aber es geht weiter:
„Und dann schuf Satan die Feministinnen und brachte so Unheil übers Land, und alles was vorher richtig und gut war, wurde böse und falsch und die Männer wurden verteufelt.“
Natürlich, wir Feministinnen sind böse und gemein und wollen nur die Weltherrschaft an uns reißen. Also ich bezeichne mich gerne als Feministin, was für mich nichts anderes bedeutet, dass ich für die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau eintrete. Für Herrn Glatz hingegen ist der Begriff Männerhasserinnen ein Synonym für Feministinnen. Aber was kann man schon von jemandem erwarten, der sich anscheinend kaum mit Gleichberechtigung und geschlechtergerechter Sprache auseinandergesetzt hat?
Auch der zweite Artikel zum Thema Gendern von Kathi Kiss (Fachschaftsliste) ist nicht sonderlich gut recherchiert. Frau Kiss versucht in dem Artikel zu erklären, wie man geschlechtergerecht formuliert und hat dabei komplett auf eine doch nicht sonderlich neue Entwicklung vergessen – den Gender Gap (Bsp: Student_innen). Wenn schon eine Anleitung – dann bitte eine vollständige.
Bleibt zu hoffen, dass der Chefredakteur des IWAN, Christopher Haindl (ebenfalls Fachschaftsliste), für die nächste Ausgabe ein klares Bekenntnis gegen Sexismus und für geschlechtergerechte Sprache verfasst.

