VSStÖ in der ÖH Uni Graz

GeWi-Zeitung nur für Frühbucher_innen?

Der Chefredakteur der GeWi-Fakultätszeitschrift “GeWitter”, Lukas Lerchner (Liste Veritas) ist zugleich stv. Vorsitzender der Fakultätsvertretung GeWi. In seiner Doppelfunktion hatte er für die aktuelle “Sommerausgabe” des “GeWitter”, die ursprünglich als 4. Ausgabe für das Sommersemester 2010 geplant war, eine originelle Idee um die Kosten für die Fakultätsvertretung niedrig zu halten: Anstatt auf die Studierendendaten des Sommersemester zurückzugreifen, entschied Lerchner sich dafür “tagesaktuelle” Datensätze zu verwenden. Das heißt, alle Studierenden die ihren ÖH-Beitrag oder ihre Studiengebühren für das kommende Semester (!) noch nicht einbezahlt haben, (Monate vor Fristende!) bekommen die Fakultätszeitung, für die sie mit ihrem ÖH-Beitrag des Sommersemesters 2010 bezahlt haben, nicht zugeschickt. Das sind hunderte, wenn nicht tausende Studierende.

“Wenn man nicht wirtschaften kann, soll man wenigsten nachher bei sich selbst sparen, und nicht bei den Studierenden!” kritisiert Raphael Sperl (Geographie), KF-Unigruppensprecher des VSStÖ Graz, dass für eine Erhöhung der Aufwandsentschädigungen des FV-Vorsitzenden und seines Stellvertreters im Vorjahr sehr wohl Geld da war. Auch sonst zeigte man keine übertriebene Sparwut. “Die Fakultätsvertretung hat letztes Jahr eine 2tätige Strategieklausur abgehalten, und dabei allein für den Trainer fast 800 EUR ausgegeben. Und das alles vom Geld der Studierenden, die davon aber nichts haben. Lerchner und sein Vorsitzender Andreas Stöckler von der Aktionsgemeinschaft sollen diese Prioritätensetzung den Studierenden erklären!” fordert der politische Sekretär des VSStÖ, Klemens Wieringer (Geschichte).

Ob Studierende jetzt eine Ausgabe des “GeWitters” mehr oder weniger bekommen, mag keine große Sache sein. Auch da ihnen ob der zahllosen Kooperationen und Inserate ohnehin kaum Inhalte, schon gar nicht von unfraktionierten Studierenden geschriebene oder wissenschaftliche Texte, entgehen. Das Problem aber ist das System dahinter. “Studierende bezahlen den ÖH-Beitrag und der wird dann für alles Mögliche verwendet, aber die Studierenden sehen und haben nichts davon. Kein Wunder das Lerchners neoliberale Liste Veritas die Pflichtmitgliedschaft in der ÖH abschaffen will, wenn er davon ausgeht dass alle Studierendenvertreter_innen so arbeiten wie er!” versucht Thomas Knapp (Philosophie) die Logik dahinter zu verstehen.

Der VSStÖ Graz fordert von Lukas Lerchner eine Stellungnahme und Entschuldigung auf der Website der ÖH. Der FV-Vorsitzende Andreas Stöckler wird hoffentlich dafür sorgen, dass derartige “Missgeschicke” nicht mehr vorkommen.