Meinung/Kommentar
Was getan werden müsste
0Zugangsbeschränkungen, Studiengebühren, Vorlesungen in Kinosälen – Symptombekämpfung. Dabei müssten längst andere Maßnahmen getroffen werden. Maßnahmen, für die die österreichische Politik wohl noch lange zu feige sein wird. Eine Polemik.
In der aktuellen Hochschuldebatte geht es immer nur um die Bekämpfung von Symptomen. Wirkliche Lösungsvorschläge sind nämlich weder Studiengebühren oder Zugangsbeschränkungen. Wie wir wirklich aus dieser Misere wieder herauskommen, darüber scheint von den etablierten Vertreter_innen der Politik niemand jemals nachgedacht zu haben. Dabei ist der Ausweg klar. Das einzig Hilfreiche wäre eine wirkliche Aufstockung der Universitätsbudgets und ein Infrastrukturoffensive.
Im Endeffekt leiden wir unter den untragbaren Zuständen an den Unis nur, weil der Wille nicht da ist, Bildung auch angemessen zu finanzieren. Bei der aktuellen politischen Kurzsichtigkeit ist das kein Wunder. Bildung ist nichts einfach so herzeigbares, kein Prestigeprojekt wie der Koralmtunnel. Sie ist eine Investition in die Zukunft, die nicht nach zwei Jahren abgeschlossen ist, sondern ein fortlaufendes Projekt. Nur dann kann sie auch Früchte tragen. Wir brauchen mehr Akademiker_innen, keine schmale Elite mit Hochschulabschluss.
Aber was brauchen wir dafür?
Den freien und offenen Hochschulzugang – denn es gibt kein Aufnahmesystem, dass nicht sozial selektiv wirkt.
Ein klares Nein zu Studiengebühren, in welcher Form und Höhe auch immer. Die finanzielle Lage von uns Studierenden wird totgeschwiegen. So weit, dass sogar davon gesprochen wird, dass doch alle Verwandte haben würden, die einem Studiengebühren zahlen könnten. Ein Argument, das kaum noch realitätsferner und zynischer sein könnte.
Einen infrastrukturellen Ausbau der Universitäten. Wir brauchen mehr und größere Hörsäle, um den Studierenden auch eine angemessene Zahl an Plätzen bieten können. Schluss mit überfüllten Hörsälen, her mit den Audimaxen!
Einen personellen Ausbau der Universitäten. Mehr Lehrende braucht das Land für ein besseres Betreuungsverhältnis, für ein breiteres Spektrum an angebotenen Lehrveranstaltungen.
It’s the economy, stupid!
Bezahlen muss das klar der Staat. Es ist die Aufgabe eines Staats, die Zukunft seiner Jugend zu sichern, Perspektiven zu bieten. Doch bei der aktuellen Haushaltspolitik wird das kein leichtes sein. Der Anteil der Bildung am Budget ist bei weitem zu gering, um wirklich gute Bildung in naher Zukunft zu garantieren. Budgets müssen einnahmeseitig saniert werden, unsere Bildung darf nicht auf Kosten das Sozialbereichs gehen.
Es muss ein generelles, radikales Umdenken erfolgen, Prioritäten müssen neu gesetzt werden. Ansonsten fahren wir die Zukunft unserer Jugend an die Wand.
Faymann, Spindelegger, Töchterle, Fekter: ist es das, was ihr wollt?
Die Studierenden-Vollversammlung. Eine weitere Farce der ÖH-Exekutive!
0Ganz zu Beginn: Von einer Vollversammlung kann eigentlich nicht gesprochen werden. Mit knapp 70 Leuten waren lediglich knapp 0,2 % der Studierenden der Uni Graz anwesend. Eine drastische Verschlechterung zur letzten Vollversammlung 2010, wo noch ca. 400 Studierende anwesend waren. Der Fehler lag hier, wie so oft, bei der arbeitsunwilligen ÖH-Exekutive, welche auf ansprechende Bewerbung verzichtet hatte. ÖH-Vorsitzender Stefan Thum versuchte über diesen Umstand mit der Ausrede hinwegzutäuschen, dass in einem kleineren Rahmen besser diskutiert werden kann. Warum die Veranstaltung dann als Vollversammlung deklariert wurde, weiß wohl nur er. Am Podium befanden sich abgesehen von Thum, der nur schlecht durch die Versammlung leitete, auch noch der Vizerektor für Forschung und Lehre, Martin Polaschek, Vorsitzender des Unirats Werner Tessmar-Pfohl, sowie die Rektorin der Uni Graz, Christa Neuper.
Die etwas langanhaltenden Eingangsstatements der Vertreter_innen erweckten mehr den Eindruck einer Podiumsdiskussion, so betonte Tessmar-Pfohl die Wichtigkeit der MINT (Mathematik – Informatik – Naturwissenschaft – Technik) Fächer, Neuper die Wichtigkeit der Uni-Milliarde, um den „Status-Quo“ zu halten und Polaschek kritisierte das Budgetloch von 1,5 Mio € im Jahr, welches durch das Auslaufen der Studiengebührenregelung entstand. Das Rektorat will sich hierfür eine autonome Regelung schon bis zum kommenden Wintersemester einfallen lassen. Rosige Aussichten.
Als es um Aktionen gegen Studiengebühren ging, wurde die Verantwortung von Thum an die Bundes-ÖH abgeschoben, welche sich um solche Aktionen kümmern solle. Es gibt anscheinend keine richtigen Bemühungen seitens der rechtskonservativen FLUG-AG-Exekutive der ÖH Uni Graz, gegen Studiengebühren aufzutreten.
Auf Fragen seitens des VSStÖ reagierte Thum nur mit Floskeln und Ausweichmanövern. So konnte nicht einmal die Frage über den Zweck der Vollversammlung beantwortet werden. Selbst die Punkte auf der mitgebrachten ÖH-Powerpoint-Präsentation konnten nicht näher erläutert werden.
Die schlechte Organistation der Vollversammlung machte sich auch mit fortlaufender Zeit bemerkbar, so befanden sich am Ende der Veranstaltung nur mehr 20 (!) Studierende im wortwörtlich im stärker werdenden Leersaal. Dass die Leute die Veranstaltung verfrüht verließen, kann man angesichts ihres Niveaus gut verstehen.
Die verborgenen Mechanismen der Macht
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Die konservative Exekutive der ÖH, die sich gebildet hat, ist für viele überraschend. In diesem Artikel versuche ich die Gründe für die Koalition auszumachen. Beachten wir einige Argumente und versuchen zu verstehen, wie es zur FLUG-AG-Koalition kam. Zuerst kommen die Argumente, die von der FLUG vorgebracht werden, und danach die Argumente, die zu so einer Koalition geführt haben.
„Der VSStÖ und die GRAS haben mit der AG verhandelt, deswegen gehen wir keine Koalition mit euch ein“ Das lächerlichste Argument überhaupt: Warum sollte man die Diskussion mit einer Fraktion verneinen, die sich innerhalb des demokratischen Bogens bewegt? Warum sollte man den Erfolg von Verhandlungen an die bloße Existenz von Parallelverhandlungen knüpfen? Immerhin hat die FLUG auch mit der AG verhandelt, sonst gäbe es keine Koalition. Dieses Argument ist also nur ein Hilfsmittel, die linken Fraktionen zu diskreditieren und ihnen die gleiche Nähe zum Konservativismus zu unterstellen, wie die FLUG selbst hat. Deswegen wird dieses Argument, trotz ihrer Lächerlichkeit, immer wieder genannt.
„Die GRAS hat keine Leute, die gute Arbeit leisten, deswegen koalieren wir mit der AG“. (weiterlesen …)
Keine Stimme dem RFS!
0Liebe von der ÖH enttäuschte Studentin!
Lieber von der ÖH enttäuschter Student!
Schade, dass wir es in den letzten beiden Jahren nicht geschafft haben, dir die Vorteile der ÖH-Mitgliedschaft nahe zu bringen. Wir wissen, manchmal ist es schwer – auf der Uni ist vieles schlechter geworden, die Familienbeihilfe ist weg und alles, was zu passieren scheint, sind Demonstrationen, die offensichtlich wenig bewirken. Aber weißt du, manchmal sind eben diese nötig, um ein starkes Zeichen gegen den Regierungskurs zu setzen. Und dass es irgendeine Form von Aufschrei geben muss, darüber sind wir uns doch einig, oder? (weiterlesen …)
Artenvielfalt auf dem ReSoWi – Möglichkeiten für USW und Zoologie
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Eine Universität sollte als fortschrittlicher Lebensraum, in welchem Rücksicht auf Mensch und Umwelt genommen wird, gelten. Soweit zumindest die Theorie. Ein Blick vor das vielgerühmte Resowi-Zentrum zeigt eine andere Seite der Mensch–Umweltbeziehungen an der Uni Graz. Als das Resowi-Zentrum 1996 eröffnet wurde, wurde das Biotop als artenvielfälltige Umweltzone angepriesen. Davon bleibt 15 Jahre später nichts mehr übrig. (weiterlesen …)
