Beitrag getagt Diskriminierung

Humor der keiner ist

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Martin Glatz hat in der letzten Iwan Ausgabe (Zeitschrift der Fakultätsvertretung NAWI) die Katze aus dem Sack gelassen: unter dem Vorwand sarkastisch sein zu wollen betreibt er in seinem Artikel „What the hell is Gendern“ puren Sexismus.

Ein paar Schmankerl:

„Da Frauen weder Grundwehrdienst (Bundesheer) noch Zivildienst (wieso eigentlich nicht?) leisten müssen, haben sie offensichtlich sehr viel Zeit zum Kritisieren..“

Natürlich ist ja nicht so, dass Frauen in der Woche durchschnittlich 28 Stunden, Männer nur 8 Stunden unbezahlte Arbeit( Haushalt, Kinder etc.) erledigen(und so nebenbei weltweit sowieso 2/3 der Arbeitsstunden leisten, aber nur 1/10 des Welteinkommens verdienen) und deswegen so viel mehr Freizeit haben als Männer.

Aber es geht weiter:

„Und dann schuf Satan die Feministinnen und brachte so Unheil übers Land, und alles was vorher richtig und gut war, wurde böse und falsch und die Männer wurden verteufelt.“

Natürlich, wir Feministinnen sind böse und gemein und wollen nur die Weltherrschaft an uns reißen. Also ich bezeichne mich gerne als Feministin, was für mich nichts anderes bedeutet, dass ich für die gesellschaftliche Gleichstellung der Frau eintrete. Für Herrn Glatz hingegen ist der Begriff Männerhasserinnen ein Synonym für Feministinnen. Aber was kann man schon von jemandem erwarten, der sich anscheinend kaum mit Gleichberechtigung und geschlechtergerechter Sprache auseinandergesetzt hat?

Auch der zweite Artikel zum Thema Gendern von Kathi Kiss (Fachschaftsliste) ist nicht sonderlich gut recherchiert. Frau Kiss versucht in dem Artikel zu erklären, wie man geschlechtergerecht formuliert und hat dabei komplett auf eine doch nicht sonderlich neue Entwicklung vergessen – den Gender Gap (Bsp: Student_innen). Wenn schon eine Anleitung – dann bitte eine vollständige.

Bleibt zu hoffen, dass der Chefredakteur des IWAN, Christopher Haindl (ebenfalls Fachschaftsliste), für die nächste Ausgabe ein klares Bekenntnis gegen Sexismus und für geschlechtergerechte Sprache verfasst.

Der Fußball den Männern?

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Momentan ist auch Österreich wieder im WM-Fieber – und das, obwohl wir gar nicht dabei sind. Aber was solls: Fußball ist ein Sport, der Menschen begeistert.

“Fußball ist ein Sport, der Männer begeistert”

ein Screenshot

Ein Screenshot - "Your balls, my booty"

…dachte sich wohl die Online-Glückspielfirma “bodog” und gab ein ‘FSK18‘ Flash-Spiel in Auftrag, welches den Kinder-Klassiker “Oaschpuffen” anscheinend sexy machen soll. Im Spiel “Kick ASS” dreht sich alles darum, den Ball auf durchtrainierte Bikinimodel-Hintern zu schießen. Hat mann sich für eines der 7 Models entschieden, stript dieses und lässt sich, lasziv blickend, den Ball auf den Hintern schießen. Das Ergebnis kann man sich als Slow-Motion-Video beliebig oft ansehen.

Die damit beauftragte Werbeagentur hat voller Stolz darüber gebloggt. Die ‘Pointe’ am Schluss: “der produzierende Flasher sagt er weigert sich ab sofort, Software oder Applikationen zu programmieren, bei denen keine 90-60-90 Brasilianerinnen vorkommen”.

Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Fußball für sexistische Werbung instrumentalisiert wird. Das Spiel reduziert Frauen darauf, nur eine Beigabe mit sexy Körpern zu sein – nett anzusehen, geil anzuschießen. Das dem nicht so ist, muss ich hoffentlich nicht extra sagen. Die Frauen-WM ist ein Sportereignis auf hohem Niveau, bei dem Frauen immer wieder zeigen, dass sie viel relevanter für diesen Sport sind als viele glauben. Der ORF überträgt sie trotzdem nicht.

Schade, dass die WM von solchen Peinlichkeiten überschattet wird.

(danke für den Hinweis @nora_kabora)

"Und für Ausländer noch einmal doppelt so hoch."

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Hans Sünkel, Rektor der TU Graz und seit 2010 Präsident der Österreichischen Universitätenkonferenz, spricht sich in einem Interview, welches in der morgigen Printausgabe der Presse erscheint und bereits vorab im Internet zu lesen ist, nicht nur für 4-5 Mal höhere Studiengebühren (!) aus, sondern auch dafür, dass sie für “Ausländer noch einmal doppelt so hoch” sein sollen.

Damit beweist er wieder einmal, was das Ziel der Rektoren (oder nur seines?) zu sein scheint: die Verwandlung der Universitäten von Plätzen der Forschung und Bildung zu elitären Bildungshorten.

Es ist erwiesen, dass Studiengebühren nichts an der Situation der Universitäten geändert haben. Zu argumentieren, dass die jahrzehntelange Verschlechterung der Situation an den Universitäten in den letzten beiden Jahren mit  zum Teil abgeschafften Studiengebühren passiert sein soll, ergibt genau Null Sinn. Sünkel sei peinlich berührt, wenn er KollegInnen aus anderen Ländern sagen müsste, dass in Österreich Studierende “das gesamte Angebot” für max. 2€ pro Tag nutzen könnten. Ich bin peinlich berührt, jemanden wie ihn “Rektorenchef” nennen zu müssen.

Der Schrei noch “einem besseren Stipendienwesen” ist zwar absolut berechtigt, wird jedoch nie so schnell verwirklichbar sein wie die Wiedereinführung der Studiengebühren.

Im Sinne der freien Bildung treten wir weiterhin mit einer starken Stimme solch unsinnigen Forderungen entgegen – Bildung darf kein Privileg “Reicher” sein & muss, im Sinne einer aufgeklärten Gesellschaft, allen zugänglich sein! Denn wie die aktuelle Studierendensozialerhebung beweist, stehen Studierende schon unter ausreichend (finanziellem) Druck.

Der Zustrom aus Deutschland wegen doppelter Maturant_innenzahl als Chance

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„Schon jetzt lernen in Österreich rund 18.000 deutsche Studenten[_innen].“ Dieser Satz stammt aus der Hamburger Zeit in einem Artikel über die Doppeljahrgänge. In Deutschland werden im Juni(2011-2020) zwei Jahrgänge die Matura abschließen, und Österreich zählt als Ausweichalternative. Dieser demographische „Bulk“ wird also auch Österreich treffen.

Hält sich die ÖVP und mit ihr die Wissenschaftsministerin Karl nur ein wenig an ihre eigenen Prinzipien, dürfte es keine Quoten geben, wie sie schon jetzt so gerne gefordert werden. Ganz einfach darum: Weil bei einer pro-europäischen Einstellung, mit einem einheitlichen Wirtschaftsraum(die zentrale Stütze der EU), kann es in keinem Fall zu nationalem Merkantilismus kommen, das die vier Grundfreiheiten der EU unterminiert. Selbst die neoliberal-konservative Ausrichtung der EU sollte dies garantieren können. (weiterlesen …)

Für alle? Gegen jede_n!

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Die Studiengebühren sind zwar – momentan – vom Tisch, aber die ÖVP findet immer wieder einen Weg, mit dem Universitäten nur noch Eliten zugänglich gemacht werden können. Allen voran beweist Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) immer wieder ihre Kompetenz bezüglich unfairer Elitenbildung: durch eine neue Studieneingangsphase (neckisch “Step” genannt) soll nun “die Spreu vom Weizen getrennt werden”. Aus der Orientierungsphase soll  spätestens zum WS 2011/12 eine selektive Eingangsphase nach dem Motto “der_die Stärkste überlebt” werden. Nach zwei Semestern darf man_frau so entweder weiter studieren – oder nicht.

Genaueres dazu gibt es noch nicht, die neue Step muss erst zwischen SPÖ und ÖVP verhandelt werden. Unterrichtsministerin Schmied dazu gegenüber dem Standard: “Selektion, Zugang verengen, Hinausprüfen – das geht mit der Sozialdemokratie nicht”. Wir hoffen, das sie und die SPÖ bei dieser Position bleiben. Denn das Wissenschaftsministerium möchte die genaue Ausgestaltung der Step der jeweiligen Uni überlassen. Und die Kompetenz mancher Rektoren ist allgemein bekannt.
Der VSStÖ erteilt diesen Plänen eine klare Absage. VSStÖ Bundesvorsitzende Sophie Wollner über die Pläne Karls: „Selektionsphasen am Studienbeginn können niemals gerecht sein. Studierende willkürlich aus den Hochschulen zu werfen und somit die soziale Selektion zu verschärfen ist bildungspolitischer Wahnsinn“.

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