Nachrichten getagged: eVoting

ÖH-Wahl an der Uni Wien ist ungültig

Von Klemens Wieringer, 27. November 2009 12:45

Die ÖH-Wahlen an der Uni Wien wurden heute aufgehoben – wegen eines Fehlers im E-Voting-System.

Ersten Angaben zufolge wurde die Wahl wegen eines Schreibfehlers im Namen der Jungen Europäischen Studenteninitiative (JES) und dem Fehlen der Kurzbezeichnungen aller Fraktionen für ungültig erklärt, da es 33 Einsprüche gegen das Ergebnis gab. Kurios dabei: die Junge Europäische Studenteninitiative selbst hat keinen Einpruch erhoben.
Vom Beschluss, die Wahlen aufzuheben, kann zwar heute (Freitag) Nachmittag noch abgegangen werden, davon wird jedoch nicht ausgegangen. Universitätsvertretungneuwahlen wären die Folge, die einzelnen Studienvertretungen sind nicht betroffen.

Nach diesem Zwischenfall muss der Noch-Wissenschaftsminister Hahn endlich anerkennen, dass sein verfassungwidriges, 900 000 € teures, Prestigeprojekt gescheitert ist. Der VSStÖ fordert als Konsequenz eine Wiederholung der Wahlen ohne E-Voting. Montag fällt die Entscheidung.

UPDATE: Die Entscheidung der Wahlkomission ist gefallen – die Wahlen an der Uni Wien werden wiederholt, in Salzburg wurde die Sitzung vertagt.

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E-Voting – What the f*ck? Teil 2

Von vsstoegraz, 11. März 2009 23:16

E-Voting – was ist das?

E-Voting ist ein Bedrohung für freie und geheime Wahlen, einem der zentralsten demokratischen Grundprinzipien. Dabei versteht man unter der freien Wahl, dass der/die Wahlberechtigte unbeeinflusst von dritter Seite bei den Wahlvorschlägen (Liste der KandidatInnen), bei der Wahlwerbung und der Ausübung des aktiven oder passiven Wahlrechts bleibt. Und unter geheimer Wahl, dass der/die Wähler_in ihre Stimmzettel unbeobachtet und unbeeinflusst wählen können.

Obwohl der Grundsatz in der österreichischen Bundesverfassung steht, und sich darüber hinaus aus dem Völkerrecht und der Europäischen Menschenrechtskonvention herleiten lässt, unternimmt vor allem die ÖVP momentan große Anstrengungen, das E-Voting, dass diese Grundprinzipien gefährdet, durchzusetzten.

Die für die ÖH-Wahlen ausgewählte Technologie (von der Firma Scytl ) wurde bereits in Regionalwahlen in Großbritannien und Finnland durchgeführt. Folgende Mängel sind durch Evaluationen entdeckt worden. Das System ist für geheime Wahlen nicht geeignet, man kann die abgegebenen Stimmen den WählerInnen zuordnen und das auch noch Jahre nachdem die Wahl stattfand. Es besteht die grundsätzliche Möglichkeit, dass PolitikerInnen den Stimmzettel während der Wahl manipulieren können, was bereits in Großbritannien geschah (http://derstandard.at/?url=/?id=1234507356955 wie unter anderem “Der Standard” berichtet).

Damit stünden Wahlmanipulation Tür und Tor offen, der Datenschutz würde ein weiteres Mal mit dem Argument des „Fortschritts“ unterhöhlt werden, nur um eine unausgereiftes Produkt möglichst schnell durchzusetzen, da es für manche politische Kräfte opportun erscheint.

Durch das E-Voting wäre es nicht mehr zu hundert Prozent gewährleistet, dass Menschen bei der Wahl nicht von Dritten “auf die Finger” geschaut wird, um zu sehen, wen er/sie wählt. Und durch sozialen Druck könnten manche Menschen nicht ihren politischen Willen ausdrücken. Menschen könnten durch Zwang in der Gruppe genötigt werden, zusammen zu wählen.

Die ÖVP versucht den Studierenden eine nicht ausgereifte Technologie unterzujubeln, die durch die E-Card Entwickler evaluiert wird, ohne messbares Erfolgskriterium, und das mit demokratiepolitischen Abschlägen, die einer aufgeklärten Universität nicht würdig sind. Obwohl man der “Propagandaseite” des ÖVP-Bundesministers “Gio” Hahn nichts darüber entnehmen kann, sehen massenhaft Expert_inn_en dies genauso. Etwa die Verfassungsjuristin Gerda Marx, die am 15. Dezember 2008 als Leiterin der Wahlbehörde der Universität Wien zurückgetreten ist, da sie rechtliche Bedenken und Zweifel an der Manipulationsfreiheit und der Überprüfungbarkeit der elektronischen ÖH-Wahl hatte. Und das deutsche Bundesverfassungsgericht kam unlängst zur Entscheidung, “dass der Einsatz von Wahlcomputern bei der Bundestagswahl 2005 verfassungswidrig war, da der Wähler weder die abgegebenen Stimmen noch deren Auszählung kontrollieren kann.”

Deshalb schlägt der VSStÖ vor, das E-Voting zu boykottieren. Wir wollen eine neues Wahlsystem, das Verzerrungen nicht noch weiter verschlimmert und zusätzliche Bürden der demokratisch angeschlagenen ÖH aufbindet. Stattdessen wollen wir die Direktwahl auf allen Ebenen der Vertretung, damit die Studierenden wirklich die Wahl haben. Das Ideal der Demokratie ist für den VSStÖ nicht bloß eine hohe Wahlbeteiligung, sondern besteht daraus, dass der Wille der Studierenden unverzerrt, unbeobachtet und mit gleichem Stimmrecht für jedeN formuliert werden kann.

Weitere Informationen findest du unter http://papierwahl.at

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E-Voting – What the f*ck? Teil 1

Von vsstoegraz, 9. März 2009 23:09

E-Voting – wie funktioniert das?

Bei den ÖH-Wahlen 2009 wird es erstmals zusätzlich neben der Stimmabgabe im Wahllokal ein sogenanntes “E-Voting” geben. Das E-Voting wird voraussichtlich von 18. Mai bis 22. Mai 2009, die “Papierwahl” voraussichtlich von 26. bis 28. Mai 2009 stattfinden. Die Auszählung sowohl von Papier- als auch Internetwahl wird am 28. Mai durchgeführt, nach dem Schließen der Wahllokale beginnen.

Für die Teilnahme am E-Voting ist keine Anmeldung notwendig. So kann jede_r Wähler_in frei entscheiden, ob er/sie die Stimme auf dem bisherigen Weg der Papierwahl, oder elektronisch abgegeben will.

Die elektronische Stimmabgabe kann jederzeit innerhalb der Frist (18. bis 22. Mai 2009)  ohne vorherige Anmeldung erfolgen. Dazu ist ein Internetzugang mit unterstütztem Webbrowser, ein Kartenlesegerät sowie eine aktivierte Bürgerkarte notwendig. Die Adresse der Webseite lautet http://www.oeh-wahl.gv.at.

Als BürgerInnenkarte kann einerseits die Sozialversicherungskarte „e-card“ dienen, die gratis zur Bürgerkarte aufgerüstet werden kann. Alternativ kann auch die Bankomatkarte gegen eine geringe Jahresgebühr von der ausgebenden Bank aufgerüstet werden. Im Rahmen des Projekts Studi.gv.at wird Studierenden, die sich ihre e-card zur BürgerInnenkarte aufrüsten lassen, gratis ein Kartenlesegerät zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen:
http://www.studi.gv.at – Informationsseite des Bundesministeriums
http://papierwahl.at – Kritisches Blog

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