Beiträge mit tag "Familienbeihilfe

Und wieder ist die SPÖ umgefallen oder: warum eine Reform des Beihilfensystems notwendig ist!

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Die Koalitionsverhandlungen sind noch nicht annähernd zu Ende und schon gibt es wieder den ersten Umfaller der SPÖ.

Die Erhöhung der Familienbeihilfe kommt also doch nicht. Zwar ging es bei der geplanten und versprochenen Erhöhung der Familienbeihilfe nie um allzu große Beträge, die mehr ausbezahlt hätten werden sollen, jedoch wäre es wenigstens ein Zeichen des guten Willens gewesen, wenn im Sozialbereich einmal nicht nur gekürzt, sondern auch erhöht worden wäre.

Aufgrund eines mit falschen Zahlen erstellten Budgets geht dieser Traum allerdings erneut nicht in Erfüllung, somit werden weiterhin finanzielle Probleme auf dem Rücken der sozial schwächeren ausgetragen werden. Umso tragischer ist es, dass dies auch durch eine Partei mitgetragen wird, die ihre Ursprünge in der Arbeiter_innenbewegung hat.

Dass die SPÖ sich in letzter Zeit immer weniger an ihre Grundwerte erinnern kann, wurde bereits in den letzten Exekutivperioden deutlich. Die Wirtschafts- und Finanzkrise wurde auf dem Rücken der Ärmsten ausgetragen.

Die soziale Lage vieler Studierender ist katastrophal. Wie der Standard neulich berichtete, können sich 11% der Student_innen das Heizen nicht mehr leisten [1], in einem der reichsten Länder weltweit ein untragbarer Zustand!

Trotzdem fällt mit dem 24. Lebensjahr die Familienbeihilfe weg, die Studienbeihilfe nach 2 Toleranzsemestern über der Mindeststudienzeit, beides unabhängig von der jeweiligen Durchschnittsstudiendauer oder dem Durchschnittsalter von Studierenden (27 Jahre).
Durch den Wegfall der Beihilfen sind viele Studierende gezwungen, neben dem Studium arbeiten zu gehen, da ein Studium an sich jedoch schon ein Vollzeitjob ist, verlängert sich die Studienzeit natürlich erneut…

In Anbetracht der Tatsachen kann nun stark daran gezweifelt werden, dass am derzeit äußerst durchlässigen Beihilfensystem in den nächsten Jahren noch etwas geändert wird, vor allem, da es bereits genug Studierende gibt, die trotz sozialer Bedürftigkeit keine Beihilfen erhalten. Mit der teilweisen Wiedereinführung der Studiengebühren hat sich die Situation insbesondere für Studierende aus Nicht-EWR-Staaten noch verschlimmert.

Die SPÖ, die die letzten Jahre den Bundeskanzler stellte und vermutlich auch künftig wieder stellen wird, muss wieder zu ihren Grundwerten zurück finden! Wenn in den nächsten Jahren weiter im Sozial- und Bildungsbereich wie bisher gespart wird, ist das eine Schande für eine Partei, die sich sozialdemokratisch nennt!

 

[1] http://derstandard.at/1381370219501/Elf-Prozent-der-Studenten-koennen-nicht-genug-heizen

 

Bachelor – und Schluss?

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Dass die dreigliedrige Struktur im österreichischen Hochschulsystem sehr schlecht umgesetzt worden ist, ist nichts Neues. Die Probleme rund ums Masterstudium werden für Studierende immer größer: Die Realität zeigt, dass der Bachelor am Arbeitsmarkt noch kaum anerkannt ist. Nicht zuletzt deswegen fassen sehr viele Studierende ins Auge nach dem Bachelorstudium ein Masterstudium zu beginnen. Das zeigen auch Übertrittsstatistiken: Über 80% der Studierenden der Bachelorabsolvent_innen beginnen ein Masterstudium.

Ein steiniger Weg…

Die Hürden, die am Beginn eines Masterstudiums stehen türmen sich quasi – und nicht alle, die ein Masterstudium beginnen wollen können dies auch: Im Universitätsgesetz 2002 steht seit der Novelle im Jahr 2009 zwar festgeschrieben, dass sicherzustellen ist, „dass die Absolvierung eines Bachelorstudiums an der jeweiligen Universität jedenfalls ohne weitere Voraussetzungen zur Zulassung zu mindestens einem facheinschlägigen Masterstudium an dieser Universität berechtigt.“ Im gleichen Absatz heißt es jedoch auch, dass qualitative Zulassungsbedingungen eingeführt werden können. Damit ist es gesetzlich möglich den Zugang zum Masterstudium zu begrenzen.

Welche diese so genannten „qualitativen Zulassungsbedingungen“ sind, ist für Studierende oft nicht klar- und können von A bis Z so ziemlich alles sein. Sehr oft sind diese nicht einsehbar, sondern werden erst im Zuge der Bewerbung klar gestellt. Welcher „facheinschlägige Master“ denn frei zugänglich sein soll, ist ebenfalls nicht klar, und vor allem auch nicht sicher gestellt. (mehr …)

SPÖVP vertuschen Folgen der Familienbeihilfenkürzungen

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Die Studierendensozialerhebung bringt im Abstand von 3 Jahren immer wieder erschreckende Zahlen über die soziale Lage der Studierenden. Der Trend ist eindeutig – immer mehr Studierende müssen arbeiten, immer mehr Studierende müssen ihr Studium deshalb abbrechen und der Anteil von Studierenden aus sogenannten „bildungsfernen“ oder „sozial schwachen“ Schichten sinkt sogar noch weiter ab. Das sich die Situation mit den Kürzungen bei der Familienbeihilfe weiter verschlechtern wird, ist allen klar. Auch der verantwortlichen SPÖVP-Regierung.

Doch statt mit sinnvoller und gerechter Politik reagiert die zuständige Selektions- und Beschränkungsministerin Beatrix Karl mit einer Vertuschungsaktion. Normalerweise werden die Daten für die Studierendensozialerhebung alle 3 Jahre erhoben. Die aktuellen Daten stammen aus 2009, die nächste Erhebung war für 2012 geplant. Das Wissenschaftsministerium will die Erhebung nun aber bereits in diesem Frühjahr durchführen.

Warum vorziehen? (mehr …)

Vaustis helfen dort, wo sie Spezialist_innen sind – Sozialforum.cc

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Der Verband Sozialistischer Student_innen startete vor Kurzem ein Sozialforum für alle, die in Österreich studieren.

Aus dem Forum heißt es: „Das Sozialforum ist ein Forum für alle Studierenden die Fragen zu den Bereichen Beihilfen, Studiengebühren, Wohnen und alles andere rund ums Studieren haben. Das Forum soll Studierende dabei unterstützen sich im Studium zurecht zu finden und gleichzeitig die Möglichkeit bieten sich gegenseitig auszutauschen.“ Das Inhaltsspektrum geht von Studieren mit Kind bis zum Auslandssemester. Und im sozialen Bereich, da gibt es so viele Unklarheiten, dass ein Forum sicher hilft. Studis liegen dann weniger Steine bis zu ihrem Abschluss im Weg, die sie eigentlich aus den Weg räumen könnten. Man wird ja sowieso schon zu oft und viel am Studieren gehindert.

Das Forum befindet sich momentan noch in der Befüllungsphase, die Chancen stehen aber gut, dass es sich zu einer wichtigen Institution für Studierende entwickelt. Und der VSStÖ ist im sozialen Bereich unangefochtener Spitzenreiter – wir sind eine Autorität in diesem Gebiet! Hin und wieder kann also ein Blick ins Sozialforum nicht schaden,

findet Manuel Weichinger

www.sozialforum.cc

Heast, ärger di ned!

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Zum Auftakt der neuen bundesweiten Kampagne „Für eine echte soziale Absicherung“ des VSStÖ, wird es am 17. November an der KF Uni (von 10 bis 16 Uhr, bei Schönwetter auf der Wiese vor der UB, bei Schlechtwetter im überdachten Resowibereich) und am 18. November an der TU (von 10 bis 16 Uhr, Infeldgasse)  das Spiel „Studi ärger dich nicht“ geben. Bei diesem Spiel sind die teilnehmenden Personen selbst Spielfiguren und müssen soziale Hürden (Wegfall der Familienbeihilfe, aufhaltende Knock-Out Prüfungen etc.) meistern.
Alle sind herzlich dazu eingeladen teilzunehmen  und einen kleinen Preis zu gewinnen. Außerdem wird es noch Infos rund um Familienbeihilfenkürzung & andere relevante Themen geben.

Hintergrund dieser Aktion ist sowohl die aktuelle Studierendensozialerhebung, die wieder einmal zeigt, dass Kinder, deren Eltern Akademiker_innen sind, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Universitäten besuchen, als Kinder aus ärmeren sozialen Schichten, als auch die Kürzung der Familienbeihilfe von 26 (27) auf 24 (25) Jahre. Außerdem fördern Zugangsbeschränkungen jeglicher Art, seien es Knock-Out Studieneingangsphasen, Aufnahmetests oder Studiengebühren die soziale Selektion. Anstatt Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen entsprechend zu fördern und ihnen zu ermöglichen aus ihrem sozialen Umfeld ausbrechen zu können, werden sie daran gehindert.

Der VSStÖ fordert daher

  • einen offenen Hochschulzugang. Bildung sollte für alle zu gleichen Bedingungen möglich sein.
  • ein Bildungssystem, das soziale Ungerechtigkeiten ausgleicht statt einzementiert.
  • eine Reform des Beihilfensystems, damit Studierende sozial abgesichert sind. Dazu gehört eine Anhebung der Höchststudienbeihilfe, Erweiterung des Bezieher_innenkreises, neue Bezugsdauer statt Mindeststudienzeit, Anhebung des Zuschlags für Studierende mit Kind, Harmonisierung der Zuverdienstgrenze, Ausbau der Förderstipendien, Direktauszahlung der Familienbeihilfe, vollständige Abschaffung der Studiengebühren und langfristig ein neues Beihilfensystem (Grundstipendium).
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