Beiträge mit tag "Feminismus

Ich bin eine Frau

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Als ich heute Morgen die Augen aufschlug, und den Fernseher einschaltete, musste ich zu meinem großen Bedauern feststellen, dass ich anscheinend keine richtige Frau bin. Ich hab keine langen Beine, keinen Make-up-Berg, keinen Duckface-Look auf Facebook, kein Talent in Stöckelschuhen zu laufen und wollte auch noch nie Botox spritzen. Was läuft nur falsch mit mir? Warum ist es nicht mein größtes Problem, was mein Mann heute essen möchte oder was ich heute anziehen soll? Ich bin doch keine Plastikpuppe, ohne Meinung, die daneben steht und nur dann spricht, wenn es um ihre Haare oder die besten Abnehmtips geht. Das sind die Frauen von heute? Das sollen die Vorbilder von morgen sein?

Frauen, die ich kenne, sind anders. Echte Frauen, die clever sind und eigenständige Ziele verfolgen, die mehr sein wollen, als eine Gallionsfigur. Frauen, zu denen man aufblicken kann. Jeden Tag treffe ich solche Frauen, aber mein Fernseher will mir noch immer weiß machen, dass die echte Durchschnittsfrau doch besser erst mal ihre Zehennägel lackieren sollte. Hier noch mal für alle, die es nicht wussten: Süß sein und einem reichen Mann gefallen ist übrigens keine Kernkompetenz und hält auch nicht lange vor. Schenkt eurem Äußeren Beachtung, wenn ihr wollt, aber um Himmels Willen, werdet unabhängig!

Feministinnen müssen sich oft beschimpfen lassen, sie seien dumm, einsam und hässlich und ernten oft Häme für ihr Engagement. Dabei bedeutet Feministin sein, keinen Haufen von Hardcore-Emanzen mit meterlangen Achselhaaren auf die arme Männerwelt loszulassen, Feminismus zeigt uns die wahren Heldinnen des Alltags und hilft uns zu erkennen, dass Frau sein mehr sein kann, als Mann ihr zutrauen würde. Das ist meine Lebenseinstellung, denn ich will in einer Welt leben, die auch mindestens zur Hälfte den Frauen gehört. Ich bin eine Frau und ich will echte Frauen sehen, Frauen die etwas bewegen und nicht nur daneben stehen!

Die Autorin Alexandra Vollmann studiert an der Pädagogischen Hochschule Steiermark und ist Frauensprecherin des VSStÖ Graz.

Über die Erhöhung des ÖH-Sozialtopfs, Antifaschismus , die mangelnde Transparenz der ÖH Exekutive und eine Frauenvollversammlung, die nicht statt finden darf

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Ein Nachbericht zur ersten ordentlichen Sitzung der Universitätsvertretung der ÖH Uni Graz

 

Es hat lange gedauert, aber schlussendlich wurde der Sozialtopf der ÖH Uni Graz nun doch erhöht. Es war im Sommersemester 2013, als wir als VSStÖ Graz erstmals einen Antrag auf eine Erhöhung des Sozialtopfes in die Universitätsvertretung (UV) einbrachten. Eine Sozialtopfarbeitsgruppe (mit einer Sozialtopferhöhung um 5.000 Euro), einige UV- und Finanzausschusssitzungen später, sind wir unserem Ziel einer sozialeren ÖH Uni Graz einen Schritt näher gekommen. Gestern beschloss die Universitätsvertretung der ÖH Uni Graz einstimmig, endlich dem Antrag des VSStÖ vom Dezember 2013 stattzugeben und den Sozialtopf um 10.000 Euro zu erhöhen. Mit der Erhöhung aus der Arbeitsgruppe im vergangenen Sommer stehen dem Sozialreferenten nun 65.000 Euro zu, die an sozial schwache Studierende vergeben werden.

 

Vor der Abstimmung ließen es sich die Grün-Alternativen Studierenden (GRAS) allerdings nicht nehmen, darauf aufmerksam zu machen, dass man prinzipiell der Meinung sei, dass man nicht dafür verantwortlich sei, Fehler der Bundesregierung auszugleichen und dass man lieber Geld in eine öffentlichkeitswirksame Sozialkampagne stecken wolle (warum dies nicht getan wird, wurde aber nicht erklärt). Wir, als VSStÖ, sind zwar auch der Meinung, dass es wichtig ist, einen größeren öffentlichen Fokus auf die soziale Problematik von Studierenden zu legen und diesbezüglich Druck auf die verantwortlichen Stellen auszuüben, jedoch finden wir es äußerst unverantwortlich, dass man es als ÖH verantworten kann, dass Studierende ihr Studium abbrechen müssen, da sie es sich aus finanziellen Gründen nicht mehr leisten können, zu studieren. Der Sozialtopf der ÖH Uni Graz ist ein wichtiges Instrument, mit dem man Studierenden konkrete Hilfe anbieten kann und der Äußerung der GRAS, dass man irgendwann auch aufhören müsse, den Sozialtopf zu erhöhen, setzen wir, als VSStÖ Graz, entschieden entgegen, dass man den Sozialtopf, solange es die budgetäre Lage der ÖH zulässt, auf jeden Fall noch immer weiter erhöhen kann und soll. Bedarf dafür gibt es genug!

 

Auch wenn die ÖH Exekutive sich nun doch zu einer Sozialtopferhöhung durchringen konnte, war ihre Performance ansonsten in der gestrigen UV-Sitzung nicht allzu gelungen. Gleich zu Beginn kam das Vorsitzteam in Erklärungsnot, warum es nicht gewollt sei, eine Frauenvollversammlung zur Wahl der Referentin für feministische Politik abzuhalten.

Die GRAS zeigte hierbei, dass ihr angeblicher Feminismus seit ihrer Exekutivbeteiligung nichts weiter als eine hohle Phrase ist.

Bei den Berichten der Referent_innen zeigte sich, wie sehr die Universitätsvertretung vonseiten der GRAS und der FLUG als demokratisch gewähltes Organ der Studierenden geschätzt wird – nämlich gar nicht. So waren kaum Referent_innen bei der ersten Sitzung der Universitätsvertretung seit Dezember (!) anwesend. Dass sich das Vorsitzteam auf massives Drängen der Opposition doch noch erbarmt hatte und am Vorabend der UV noch Dokumente heraus rückte, über die am nächsten Tag abgestimmt werden sollte, kommentierte der 1. stellvertretende Vorsitzende Florian Ungerböck gönnerhaft damit, dass es doch „eh cool“ sei, die Opposition einzuladen, mitzuarbeiten. In Anbetracht der Tatsache, dass wir also nur 14 Stunden Zeit bekamen, uns auf die UV vorzubereiten, ein Aussage, die an Arroganz und Ignoranz kaum zu übertreffen ist.

 

Auch beim Antrag des VSStÖ, welcher inhaltlich eine tranparentere ÖH zum Ziel hatte, bewies die Exekutive erneut, dass ihr relativ wenig darin liegt, andere Fraktionen oder gar die Öffentlichkeit in ihre Arbeit einzubinden. Der Antrag wurde abgelehnt.

 

In ein paar Punkten gab es aber dennoch Einigkeit, so wurde ein Antrag des VSStÖ gegen sexistische Plakate in den Räumlichkeiten der ÖH mit einer leichten Modifizierung angenommen und auch die Anträge von VSStÖ, GRAS und KSV für Veranstaltungen rund um die Befreiungsfeiern und für eine Mobilisierung zur Demo „Braunau gegen Rechts“ nur mit Gegenstimmen der Aktionsgemeinschaft (AG) angenommen.

 

Die Anträge der ÖH-Exekutive wurden erwartungsgemäß durch ihre Mandatsmehrheit angenommen. Einzig die geplante Änderung der Satzung konnte seitens der Exekutive nicht beschlossen werden, da es hierfür eine 2/3 Mehrheit gebraucht hätte und die Opposition rechtliche Bedenken bezüglich der Satzungsänderung hatte

 

Um kurz nach 22:00 endete schließlich auch diese Sitzung und auch wenn es immer wieder mühsam ist, so zeigt sich am Beispiel des Sozialtopfes, dass sich der Kampf um eine fairere und sozialere Uni und ÖH lohnt!

Von 10000€, Feminismus und Aufmüpfigkeit – Nachbericht zur 1. ordentlichen Sitzung der Universitätsvertretung am 21.10.2013

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Vorgestern hat die erste ordentliche Sitzung der Universitätsvertretung (UV) der ÖH Uni Graz im Wintersemester 2013 stattgefunden, da diese die erste ordentliche Sitzung der in der letzten ÖH-Wahl gewählten Universitätsvertretung war, gab es naturgemäß viel zu besprechen.

Gleich zu Beginn der UV-Sitzung kam es zu einer Neuwahl des Vorsitzteams, da die bisherige Vorsitzende Yvonne Wittmann aus persönlichen Gründen zurückgetreten ist. Zum neuen Vorsitzenden wurde der bisherige 2. stv. Vorsitzende Sanel Omerovic gewählt, der neue 2. stv. Vorsitzende wurde Philipp Grubauer. Über eine etwaige Aufgabenteilung, die laut Satzung (eine rechtliche Grundlage der ÖH Uni Graz) der UV bekannt gegeben muss, oder bildungspolitische Zielsetzungen wollte das neue Vorsitzteam aber leider nicht mit uns sprechen.

Danach folgten die Berichte der Referent_innen, von welchen es manche leider nicht einmal geschafft hatten persönlich zu erscheinen, und die Wahl derselben. Bedauerlich ist, dass es das Vorsitzteam hier nicht geschafft hat, die schriftlichen Berichte zeitig auszuschicken, so dass wir diese erst kurz vor der Sitzung erhielten, auch konnte oder wollte uns das Vorsitzteam keine Auskunft darüber geben, wieso sie gewisse Bewerber_innen zur Wahl vorschlugen, andere aber wieder nicht. Trotzdem konnte sich die UV wenigstens von der Eignung mancher Bewerber_innen überzeugen, die dann einstimmig oder einhellig (keine Gegenstimmen, höchstens Enthaltungen) gewählt wurden.

Schade ist auch, dass sich der Feminismus der GRAS mit dem Eintritt in das Vorsitzteam offenbar verabschiedet hat: Zwar sind die Referate fast ausgeglichen besetzt, aber der gesamte Vorsitz ist männlich, genauso wie die drei im HSG (HochschülerInnenschaftsgesetz) vorgeschriebenen Referate (Referat für Sozialpolitik, Referat für Bildungspolitik, Referat für wirtschaftliche Angelegenheiten).

Mit dem HSG und dessen Verständnis gab es wieder einige Probleme, so ist zB fraglich, ob die Änderung des Jahresvoranschlags rechtlich okay oder nicht war. Dem Finanzreferenten, den dieses Mal keine Schuld an der möglichen HSG-Widrigkeit trifft, schien es zu genügen, dass die Mandatar_innen im Finanz-Ausschuss die notwendigen Unterlagen gesehen hatten; dass nicht alle Fraktionen und nicht alle Mandatar_innen in diesem Ausschuss sitzen, schien ihn nicht weiter zu stören. Meine Bitte, diese Unterlagen doch vorher auszusenden, hielt er für „aufmüpfig“.

Auch mit der Demokratie hatte die GRAS ihre Probleme: Zur Findung einer Referentin für feministische Politik wurde eine Frauenvollversammlung einberufen, bei der die einzige Bewerberin ihre Projekte und Ideen vorstellte. Zwar war die Frauenvollversammlung nicht vollkommen überzeugt, aber auch nicht voller Ablehnung. Da aber nicht genug Frauen anwesend waren, um die von Flo Ungerböck (1. stv. Vorsitzender) ausgedachte Beschlussfähigkeitsgrenze von 90 Frauen oder 0,5% der Studentinnen an der KFU zu erreichen, konnte jedoch kein Beschluss gefasst werden. Zwei Tage später wurde dann der Bewerberin mitgeteilt, sie möge ihre Bewerbung zurückziehen, da sie ohnehin nicht gewählt werden würde.

Zu etwas fortgeschrittener Stunde wurde von der Exekutive noch ein Antrag zu öffentlichem Verkehr eingebracht, mit der Forderung, eine Kampagne zur Aufnahme von Studierenden ins Top-Ticket und gratis Öffis in Graz zu starten, budgetiert sollten dafür 10000€ werden. Dieser Betrag erschien nicht nur dem VSStÖ, sondern auch der FLUG zu hoch, die den Antrag jedoch mittrug. Auch das Maximale (also gratis Öffis) zu fordern, erschien uns als taktisch unklug und zu hoch gegriffen. Nach einigem hin und her wurde schließlich ein neuer Antrag mit einer Grenze von 7500€ eingebracht, dazu wurde ein Zusatzantrag vom VSStÖ gestellt, mit dem Auftrag, in Gespräche mit den verantwortlichen Stellen zu treten (was angeblich im Antrag der Exekutive vorgesehen war, aber nicht drin stand) und eine Arbeitsgruppe aller in der UV vertretenen Fraktionen einzurichten. Da aber die GRAS allem Anschein nach nur Wert auf Konsensdemokratie innerhalb der GRAS legt und ansonsten auf Vorschläge aus anderen Fraktionen verzichten möchte, wurde dieser Antrag abgelehnt.

Die FLUG hatte bei alledem offenbar nicht viel mitzureden; obwohl schon ein paar Tage bekannt war, dass auch die FLUG 10000€ für zu viel hält, bequemte sie sich doch erst während der UV-Sitzung dazu, ihrer Koalitionspartnerin ins Gewissen zu reden, was zu einer längeren Sitzungsunterbrechung und somit Zeitverzögerung führte.

Nach ca 10,5h fand schließlich auch diese UV-Sitzung ein Ende. Aufmüpfig werden wir aber noch länger sein.

 

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Der Equal Pay Day 2013

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Mit dem heutigen Tag wird wieder einmal der österreichweite Equal Pay Day begangen. (Der steirische war übrigens am 06. Oktober.) Dieser Tag soll die immer noch herrschende Gehaltsungleichheit und –Ungerechtigkeit aufzeigen, denn ab diesem Tag arbeiten Frauen bis zum Jahresende quasi „gratis“, während Männer noch bis Jahresende Geld verdienen.Somit verdienen Frauen ungefähr 25% weniger Gehalt für die gleiche Tätigkeit als Männer.

Das liegt an vielen Gründen: So muss hier auch darauf hingewiesen werden, dass rund 85% aller Teilzeitbeschäftigten in Österreich Frauen sind. Einer der weitverbreitetsten Gründe für Teilarbeitszeit ist die Kinderbetreuung. Nach einer Umfrage würden 50000 Frauen gerne mehr und länger arbeiten, jedoch fehlen hier die öffentlichen Kinderbetreuungsplätze. Eine weitere Zahl unterstreicht diese Aussagen: 44,53% aller Mütter arbeiten in Teilzeit – bei den Vätern sind es hingegen nur 4,7%.

Bei der unbezahlten Arbeit liegen hingegen Frauen mit durchschnittlichen 32,1 Stunden pro Woche den Männern weit voraus – rund 21 Stunden fallen hierbei auf die Haushaltsführung an. Eine durchschnittliche vollzeitbeschäftige Frau kommt demnach auf eine Arbeitsbelastung von 66 Stunden wöchentlich.

Auch die Zahlen von Frauen in österreichischen geschäftlichen Führungsetagen sprechen eine deutliche Sprache: In den Führungsreihen der 200 größten Unternehmen gibt es nur 4,4% Frauen. In absoluten Zahlen sind dies 28 von 637 Personen. Allgemein liegt der Frauenanteil in Aufsichtsräten bei 10,3%.

Auch an der Uni gibt es Ungleichbehandlung: Studentinnen arbeiten durchschnittlich 18,2h pro Woche. Diese Arbeit wird größtenteils in prekären und a-typischen Beschäftigungsverhältnissen verrichtet. Studentinnen haben trotz dieser Zahlen oftmals weniger Berufserfahrung, da viele Studi-Jobs wenig studienrelevante Inhalte haben. Auch der Professorinnenanteil an Österreichs Unis mit 21% und der Anteil von Rektorinnen – 4 an österreichischen Unis – lassen zu wünschen übrig.

Deshalb fordern wir als VSStÖ:

  • Einkommenstransparenz: Offenlegung von Gehältern – auch an den Unis!
  • Verpflichtende Frauenquoten in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft!
  • Mädchen- und Frauenförderung in männerdominierenden Berufen!
  • Mindestlohn von 1500€ für alle Berufe!
  • Flächendeckende kostenloses Kinderbetreuungsangebot, um Frauen volle Erwerbstätigkeit zu ermöglichen!
  • Ausweitung der Väterkarenz!

Equal Pay Day 2012

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Heute ist wieder einmal Equal Pay Day- der Tag ab dem Frauen bis zum Jahresende gratis arbeiten.

Das bedeutet, dass Frauen im Schnitt 25% weniger verdienen als Männer. Und das für gleiche oder gleichwertige Arbeit. Auch verrichten  Frauen rund 66 Arbeitsstunden in der Woche, 40% davon sind unbezahlt.

Wäre das nicht schon schlimm genug, sind 13% der Frauen in Österreich armutsgefährdet (bei Männern sind es 9%). Alleinerzieherinnen haben ein Armutsgefährdungsrisiko bei 60%. Auch bei den Pensionen sieht es schlecht aus für Frauen. Sie bekommen im Schnitt 40% weniger Pension als Männer. 32% aller Frauen ab 60 haben gar keinen Pensionsanspruch.

 

Diese Fakten sprechen für sich und machen deutlich klar: es muss gleichen Lohn für gleiche Arbeit geben. Wir brauchen endlich Einkommensgerechtigkeit. Und zwar nicht irgendwann sondern jetzt!

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