Beitrag getagt Gerechtigkeit

Deine starke Stimme – VSStÖ

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Warum sollte irgendjemand den VSStÖ (Verband Sozialistischer Student_innen) wählen? Ist es nicht einfacher, eine Fraktion ohne Ideologie zu wählen? Oder gleich gar nicht zur Wahl zu gehen, da kann man nichts falsch machen.

Stimmt nicht. Wer nicht wählt, verschenkt die Möglichkeit zur Mitbestimmung. Die Ideologie einer Fraktion gibt die Prioritätensetzung einer Fraktion an, man weiß, in welche Richtung die Arbeit einer Fraktion geht. Eine Fraktion wie die Fachschaftsliste (FLUG) schmückt sich damit, dass sie keine politische Ideologie hat. An ihrer Arbeit merkt man daher aber auch, dass sie kaum Anspruch zur Veränderung und zur Verbesserung der Studiensituation für Studierende haben. Sie vertreten im Endeffekt die Interessen der Uni und nicht die der Studierenden, da es vielfältige Verstrickungen zwischen Universitätsbediensteten und Personen aus der Fachschaftsliste gibt. Die FLUG ist also nicht unabhängig, sondern uniabhängig. Unsere eigene Ideologie kann kurz anhand unserer vier Grundwerte erklärt werden:

  • Freiheit: jede_r soll ihr_sein Leben selbst gestalten und in die Hand nehmen können
  • Gleichheit: Menschen sind in ihrer Vielfalt und Unterschiedlichkeit als Gleichwertig anzusehen.
  • Gerechtigkeit: Allen Menschen soll ihr Anteil am gesellschaftlichen Reichtum und sozialen Ausgleich gesichert werden. Menschenwürdige Existenz steht im Mittelpunkt.
  • Solidarität: Gemeinsam erreicht man mehr als alleine. Es gilt, geeint gegen Ungerechtigkeiten und Abhängigkeiten einzutreten.

Für die Arbeit in der ÖH bedeutet das, dass wir uns kompromisslos für die Interessen der Studierenden einsetzen. Wir wollen, dass alle Menschen studieren und ihr Studium auch beenden können und das unabhängig vom Kontostand der Eltern. Wir wollen eine kämpferische ÖH, die sich aktiv gegen Zugangsbeschränkungen, Familienbeihilfekürzungen und weitere Verschlechterungen einsetzt. Wir entwickeln Konzepte wie das Grundstipendium, um aufzuzeigen, dass es Alternativen gibt. Gleichzeitig sehen wir aber auch, dass es die Missstände, die durch das derzeitige System entstehen, so gut wie möglich durch ein kompetentes Service ausgeglichen werden müssen. Für die ÖH an der Karl Franzens Universität Graz haben wir uns deswegen konkrete Projekte überlegt, die auch unabhängig von der Universität und der Regierung umgesetzt werden können. So wollen wir beispielsweise die Kopierkosten im ÖH Servicecenter von 5 Cent auf 3 Cent pro Kopie senken. Parallel dazu soll es ein Kopierpickerl geben, dass Studierenden mit wenig Geld kostenloses oder kostengünstiges Kopieren ermöglicht. Dieses und andere Projekte wollen wir in den nächsten 2 Jahren umsetzen. Wir wollen dich mit einer starken Stimme vertreten – denn wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren.

Deswegen von 24. bis 26. Mai VSStÖ wählen.

 

Es wird  insgesamt 7 Wahllokale geben:

  • Zelt vor dem Hauptgebäude (Universitätsplatz 3)
  • Resowi-Bibliothek (Universitätsstraße 15)
  • Merangasse 70 (Wall – Aquarium)
  • Theologie Zentrum (Heinrichstrasse 78)
  • Hörsaaltrakt ABC (Universitätsplatz 6)
  • Heinrichstrasse 36 (Parterre – Foyer)
  • Technische Universität Graz (Kopernikusgasse 24, Neue Chemie, Foyer)

Sämtliche Wahllokale sind
am 24. Mai 2011 von 09:00 – 19:00 Uhr
am 25. Mai 2011 von 09:00 – 19:00 Uhr und
am 26. Mai 2011 von 09:00 – 14:00 Uhr geöffnet.
Am 26. Mai 2011 öffnet die Unterkommission im Zelt bereits um 08:00 Uhr.

VSStÖ wählen? VSStÖ wählen!

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Wir wollen eine Hochschüler_innenschaft, die als Sprachrohr für Studierende dient. Gerade in Zeiten, in denen die Regierung Zugangsbeschränkungen und Kürzungen der Beihilfen der Studierenden zur Sanierung des Bundesbudgets heranzieht, gilt es, gemeinsam aufzustehen.

Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, zu studieren. Eine echte finanzielle Absicherung ist daher unumgänglich. Wir kämpfen weiterhin gegen soziale Ungerechtigkeiten an, der Kontostand der Eltern darf keine Rolle spielen. So muss etwa die Höchststudienbeihilfe auf 800 € angehoben werden, die Studierendensozialerhebung zeigt, dass die durchschnittlichen Lebenserhaltungskosten für Studierende pro Monat bei ca. 820 € liegen.

Weiters  muss die Bezugsdauer und der Bezieher_innenkreis erweitert werden, da noch zu viele Studierende durch den Rost fallen. Wir setzen uns dafür ein, dass das nicht passiert.

Es gibt viele Gründe, den VSStÖ zu wählen.

Unsere Überzeugung ist, dass Studieren Arbeit ist, und niemand neben dem Studium arbeiten sollte. Unser Ideal ist eine Universität, die für alle gleichermaßen zugänglich ist, an der ein ausgeglichenes Betreuungsverhältnis besteht und an der jede_r die gleichen Chancen hat.

Wir sind jene Fraktion, die sich gegen soziale Ungleichheiten einsetzt. Wir sind jene Fraktion, deren Arbeit gesellschaftspolitische Interessen der Studierenden und Service für Studierende vereint, und wir sind jene Fraktion, die diese Interessen vor der Universität und vor der Regierung vertritt.

 

Dieser Artikel erschien in abgeänderter Form in der zeitlinks

Freier und offener Hochschulzugang – reicht das?

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Natürlich sind viele ÖH-Fraktionen gegen Zugangsbeschränkungen und für den freien Hochschulzugang. Auch der VSStÖ. Wir gehen aber weiter. Es geht nicht nur darum, dass die Matura zum studieren Qualifiziert. Man hat damit alle nötigen Voraussetzungen. Es geht darum, dass Menschen studieren können, die aus den sogenannten bildungsfernen Schichten kommen. Mehr als 80% der Akadermiker_innenkinder studieren wieder, aber nicht einmal 20% der Kinder aus der Arbeiter_innenklasse. Bildungsstatus wird vererbt – auch sozial. Die Genetik hat natürlich auch einen Einfluss, aber diese gravierenden Unterschiede sind bloß mit Begabung und Biologie nicht erklärbar. (weiterlesen …)

Was ist Armut, und warum ergibt sich daraus die Notwendigkeit einer Vermögensbesteuerung

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Armut ist nicht bloß das Fehlen von Geld und Einkommen. Armut geht meistens auch mit einem Ausschluss aus dem gesellschaftlichen Leben einher. Es gibt grundsätzlich zwei Armutsdefinitionen: Die relative Armut ist die, die uns interessiert. Relative Armut bedeutet, dass man in Österreich nicht einen normalen Lebensstandard halten kann. Wer in Österreich arm ist, kann in einem Entwicklungsland als „reich“ gelten.

Amutsgefährdet ist, wer 60% des Medianeinkommen, also 893 Euro(auf Basis der Daten von 2005) erhält. Das Medianeinkommen ist dort anzusiedeln, wo 50% mehr als dieses Medianeinkommen verdienen und 50% weniger (vgl. Wikipedia für eine genaue Beschreibung). Eine Person muss also ein Einkommen von mindestens 893€ inklusive aller Sozialleistungen und Vermögenseinkünfte haben, um nicht als armutsgefährdet zu gelten. Für Mehr-Personenhaushalte erhöht sich der Anteil:

Nach der sogenannten EU-Skala erhöht sich das Bedarfsgewicht eines Einpersonenhaushaltes mit jedem zusätzlichen Erwachsenen um 0,5 und mit jedem Kind um 0,3 … Für jede weitere erwachsene Person im Haushalt erhöht sich dieser Wert um 447 EUR, für jedes Kind um 268 EUR pro Monat.(S.239)

Anstaltsbevökerung wird ausgeschlossen; also Menschen in Ayslheimen, Kinderheimen, und Obdachlose. Auch manche Menschen mit Sprachbarrieren(da sie nicht den Fragebogen ausfüllen können) oder erhöhten Ausgaben, wie Spielsüchtige oder Schuldner_innen werden weniger repräsentiert. Alles in Allem wurde eine Quote von 11,6 bis 13,5 erhoben.

Reicht diese Armutsdefinition? (weiterlesen …)

Heast, ärger di ned!

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Zum Auftakt der neuen bundesweiten Kampagne „Für eine echte soziale Absicherung“ des VSStÖ, wird es am 17. November an der KF Uni (von 10 bis 16 Uhr, bei Schönwetter auf der Wiese vor der UB, bei Schlechtwetter im überdachten Resowibereich) und am 18. November an der TU (von 10 bis 16 Uhr, Infeldgasse)  das Spiel “Studi ärger dich nicht” geben. Bei diesem Spiel sind die teilnehmenden Personen selbst Spielfiguren und müssen soziale Hürden (Wegfall der Familienbeihilfe, aufhaltende Knock-Out Prüfungen etc.) meistern.
Alle sind herzlich dazu eingeladen teilzunehmen  und einen kleinen Preis zu gewinnen. Außerdem wird es noch Infos rund um Familienbeihilfenkürzung & andere relevante Themen geben.

Hintergrund dieser Aktion ist sowohl die aktuelle Studierendensozialerhebung, die wieder einmal zeigt, dass Kinder, deren Eltern Akademiker_innen sind, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Universitäten besuchen, als Kinder aus ärmeren sozialen Schichten, als auch die Kürzung der Familienbeihilfe von 26 (27) auf 24 (25) Jahre. Außerdem fördern Zugangsbeschränkungen jeglicher Art, seien es Knock-Out Studieneingangsphasen, Aufnahmetests oder Studiengebühren die soziale Selektion. Anstatt Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen entsprechend zu fördern und ihnen zu ermöglichen aus ihrem sozialen Umfeld ausbrechen zu können, werden sie daran gehindert.

Der VSStÖ fordert daher

  • einen offenen Hochschulzugang. Bildung sollte für alle zu gleichen Bedingungen möglich sein.
  • ein Bildungssystem, das soziale Ungerechtigkeiten ausgleicht statt einzementiert.
  • eine Reform des Beihilfensystems, damit Studierende sozial abgesichert sind. Dazu gehört eine Anhebung der Höchststudienbeihilfe, Erweiterung des Bezieher_innenkreises, neue Bezugsdauer statt Mindeststudienzeit, Anhebung des Zuschlags für Studierende mit Kind, Harmonisierung der Zuverdienstgrenze, Ausbau der Förderstipendien, Direktauszahlung der Familienbeihilfe, vollständige Abschaffung der Studiengebühren und langfristig ein neues Beihilfensystem (Grundstipendium).
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