Beiträge mit tag "offener Hochschulzugang

Endlich Gerechtigkeit

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„Endlich mehr Studierende“ – daran denkt niemand, wenn er_sie einen vollen Hörsaal betritt. Trotzdem ist es mehr als Notwendig, dass „so viele“ studieren. Sie auszusperren oder rausprüfen ist nicht der richtige Weg.

In Österreich wurde Jahrzehnte lang nichts richtig gemacht, was die Universitäten betrifft und jetzt haben wir den Salat. Überfüllte Hörsäle, ewig lange Wartelisten für Seminare und Prüfungen, veraltete Gebäude, veraltete Technik, kaum noch Lust am Studieren. Für viele zählt vor allem eines: fertig werden. Dazu, so glauben manche, brauche es an der Uni Ellbogen. Wir sagen das auch. Denn es braucht Ellbogen, um sich einhängen zu können. Zusammen sind wir mehr und können das verändern, was jetzt schief läuft.

Deswegen ist es auch Schwachsinn, Menschen vom Studieren, teilweise mit sehr zwielichtiger Argumentation, vom Studieren abhalten zu wollen. Zugangsbeschränkt wird mit mannigfaltigen Möglichkeiten: Aufnahmeprüfungen, Studiengebühren, KnockOut-Studieneingangsphasen etc.

Warum das nicht gerecht ist? (mehr …)

Anträge des VSStÖ an die Konferenz der SPÖ Graz

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Aufgrund unseres Naheverhältnisses zur SPÖ werden wir regelmäßig zu den Konferenzen der SPÖ Steiermark und der SPÖ Graz delegiert. Die Konferenz der SPÖ Graz, bei der Edmund Müller zum neuen Vorsitzenden der SPÖ Graz gewählt wurde, fand diesen Samstag (26.3.) statt. Natürlich haben wir es und nicht nehmen lassen, kritische Anträge zu stellen um wirklich sozialdemokratische Positionen auch in der SPÖ durchzusetzen!

Unsere Anträge behandelten die Themen Freier Hochschulzugang & sozial gerechte Bildung, Bettelverbot, Migrationspolitik, Wohnbeihilfenselbstbehalt, -kürzungen und Studierendenfreifahrt.

Es ist für uns ein großer Erfolg, dass alle Anträge angenommen wurden und somit in die Arbeit der SPÖ Graz einfließen müssen. Somit spricht sich die SPÖ Graz für ein gerechteres Bildungssystem, gegen ein Bettelverbot und Wohnbeihilfe-Kürzungen, für die Studierendenfreifahrt und eine humane Migrationspolitik (inkl. erleichterten Zugang zu Gemeindewohnungen und dem Arbeitsmarkt) aus.

Die Anträge im Detail findest du unter folgendem Link: Anträge des VSStÖ Graz an die Konferenz der SPÖ Graz (PDF)

Nationalrat beschließt Abschiebepaket für Studierende anstatt echter Orientierungsphase

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Wie die presse berichtet, beschließt der Nationalrat am 01.03, also heute, neue Zugangsbeschränkungen. So soll die Anzahl der Prüfungsantritte auf zwei reduziert werden, die von den Unis autonom auf drei erhöht werden kann. Sinn dieser Regelung ist es, dass möglichst viele Studierende ausselektiert werden und in den Nicht-Akademischen Bereich abgeschoben werden. Der VSStÖ betont ständig, dass die Akadermiker_innenquote zu niedrig ist, und dass gerade viel zu wenige Menschen, die aus bildungsfernen Schichten kommen, studieren. Diese Maßnahme wird sicher nicht mehr Leute zum abschließen bringen und sie wird schon gar nicht die akademische Landschaft durchmischen. Dieser Beschluss dient nur dem Mantra: „Eliten müssen unter sich sein – alles Fremde ist unerwünscht“. Unter dem Deckmantel von Leistungsbeurteilungen werden hier nicht gewünschte Menschen ausselektiert.

Die einzig einigermaßen sinnvolle Regelung – der verpflichtenden Studienwahlberatung – kommt erst nächstes Jahr. Sinnvoller wäre es gewesen, dass zuerst die Studienwahlberatung gemacht wird, und dann untersucht wird ob die Studienwechsel bzw. Drop-Outs in den ersten Semestern sinken. So könnte ein positiver Effekt der Studienwahlberatung vortäuschen, dass das Abschiebepaket für angehend Studierende den propagierten Effekt bringt. Der VSStÖ bezweifelt das und ist stattdessen für eine echte Orientierungsphase.

Beatrix Karl und das Hirngespinst

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Von der steirischen Landesregierung gab es im Jahr 2010 eine Initiative mit dem Namen „Projekt 500“, wo gute Idee von jungen Menschen mit 500 € gefördert wurden. Dieses Projekt nahm sich Trixi Karl zu Herzen und möchte sich ihre „gute Idee“ mit 500 € fördern lassen – von jeder/jedem Studierenden einmal pro Semester.

Mit ihrer Forderung der flächendeckenden Wiedereinführung von Studiengebühren, sowie der Anhebung um 37,6% (!) kehrt BM Karl zu einer alten Forderung der Volkspartei zurück. Die Elitenbildung an den Österreichischen Unis soll wieder stark forciert werden. Natürlich geschieht dies unter dem Deckmantel der sozialen Gerechtigkeit, da ein Teil des Geldes für Stipendien zu Verfügung gestellt werden und ein Wink mit dem Zaunpfahl an einige SPÖ Politiker_innen sein soll.

Sozial schwächere Studierende sollen ja die Möglichkeit eines Studienkredits haben, um ihr Leben finanzieren zu können, natürlich „steuerbegünstigt“. Es macht sozial schwächeren Studis ja auch bestimmt Spaß sich Anfang 20 für Banken zu prostituieren und sich dadurch für einen gewissen Teil des Lebens sehr einzuschränken.

Zumindest erteilt SPÖ Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas dem Hirngespinst von BM Karl eine deutliche Abfuhr: „Studiengebühren widersprechen dem SPÖ-Prinzip des freien Universitätszugangs sind und daher „keine Option“. Dies kann als Schritt in die Richtige Richtung der SPÖ gesehen werden und macht wohl hoffentlich auch Beatrix Karl klar, dass vom Koalitionspartner keine Annäherung zu erwarten ist.

SPÖVP: Total beschränkt

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Heimlich, still und leise wollte die Bundesregierung Zugangsbeschränkungen einführen. Anders lässt sich die extrem kurze Stellungsnahmefrist (4 Tage! – Update: 7.12., 12:30: die Frist wurde auf 2 Wochen verlängert!) zur neusten Novelle des Universitätsgesetzes kaum erklären. Man könnte schockiert und enttäuscht über den neuesten Entwurf sein, wenn man noch etwas von dieser Bundesregierung halten würde. Insbesondere die Faymann-SPÖ verrät einmal mehr ihre Grundwerte, indem sie sämtliche Träume von Selektionsministerin Beatrix Karl (ÖVP) erfüllt.

Die Einführung des Paragraphen 124c bedeutet flächendeckende Zugangsbeschränkungen. Die Studierenden wären dann der Willkür der Universitäten völlig ausgeliefert, da diese das Verfahren zur Durchführung der Beschränkung selbst bestimmen können. Das Ziel dieser Novelle scheint es zu sein, die im internationalen Vergleich sehr niedrigen Studierendenzahlen Österreichs weiter zu senken

2. Dem § 124b wird folgender § 124c samt Überschrift angefügt:

Ergänzende Bestimmungen für die kapazitätsorientierte Zulassung bei außergewöhnlich erhöhter Nachfrage

§ 124c.(1) Die Bundesregierung kann durch Verordnung Bachelor- und Diplomstudien, in denen aufgrund außergewöhnlich erhöhter Nachfrage an einer Universität Kapazitätsengpässe vorhanden sind oder drohen, welche geeignet sind, zu einem nicht vertretbaren Qualitätsverlust zu führen oder die Erfüllung der Verpflichtungen gemäß § 54 Abs. 8 und § 59 Abs. 7 zu verhindern, festlegen, auf die Abs. 2 angewendet werden kann.

Aber es scheint gar nicht um erfolgreiche Universitäten, ein gerechtes System oder fair behandelte Studierende zu gehen, sondern einfach um Beschränkungen der Beschränkungen willens. Anders lassen sich diese nun bekannt gewordenen menschenverachtenden und bedenklichen Äußerungen von Bernhard Varga, stv. Leiter der Rechtsabteilung, Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung und Mitautor der Novelle, wohl kaum erklären.

„Dass als Grundlage der Beschränkungen die durchschnittliche Studierendenzahl genommen wird, ist dramatisch. Nach momentanem Informationsstand bedeutet das am Beispiel der WU: Der Durchschnitt der Studierenden in den letzten fünf Jahren betrug 22.151 Studierende. Im Wintersemester 2009 studierten 25.207 Menschen. Die neue Regelung ermöglicht schon im Wintersemester 2011 eine Reduktion um 3000 Studienplätze allein auf der WU Wien. Statt 4730 Studienanfänger_innen wird die WU dann nur noch 1730 aufnehmen. Das ist nur ein Beispiel einer Universität, österreichweit verspielt die Regierung damit die Zukunft zigtausender junger Menschen.“, so Stefanie Grubich, VSStÖ Bundesvorsitzende.

Die Novelle soll bereits mit 1. Februar 2011 in Kraft treten, damit bereits im nächsten Studienjahr 2011/12 erstmals flächendeckende Zugangsbeschränkungen in Kraft treten könnten. Der Beschränkungsentwurf der Regierung findet sich hier. Österreichs Unis brauchen mehr Geld, Österreich braucht mehr Studierende. Die Antwort der Regierung auf diese grundlegenden Probleme sagt alles über die Kompetenz von Josef Pröll und Werner Faymann aus.

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