Beiträge getaggt mit ÖVP
ÖVP: Bildung für die Reichen, Wörter für den Rest!
18. Mai
Heute wurde die Absicht von Bundesministerin Beatrix Karl bekannt, ab 2013 die Unibudgets einzufrieren oder zu kürzen. Auf einem im Europavergleich ohnehin nicht berühmten Niveau. Dabei hatte Karl immer angekündigt, das Hochschulbudget werde auf 2 % des BIP erhöht werden. Sie wird doch nicht gelogen haben?
Der Finanzielle Kahlschlag an den Unis, gepaart mit den Beschränkungswünschen der Ministerin, zeigt ganz klar in eine Richtung. Die Studierenden müssen von die Unis dafür bezahlen, dass sie studieren dürfen. Also einfach gesagt – hohe Studiengebühren. Damit hat die ÖVP ihren Wunsch nach beschränkter Teilnehmer_innenzahl, und die Uni kann sich über Wasser halten und verliert nicht ganz den Anschluss ans hintere Drittel.
Wie passend, dass die ÖVP neben ihrem Konzept dass künftig nur noch die Studieren sollen, die es sich leisten können, auch etwas für die Armen anbietet. Nämlich schöne Worte. Das “differenzierte Schulsystem”, nachweislich extrem sozial selektiv, soll beibehalten werden. Dafür sollen aber die Hauptschulen künftig “Aufstiegsschulen” heißen. Wenn das kein Erfolg ist.
In Deutschland wird darüber gestritten, ob bei Bildung gespart oder investiert werden soll. Bei uns scheint sich die Regierung einig zu sein. Sparen sparen sparen. Am besten auf Kosten von Generationen, die es erst geben wird, also der Zukunft. Die kann uns ja nicht abwählen. Doch die Studierenden werden sich das nicht weiter gefallen lassen. Schon vergangenes Jahr gab es massive Proteste wie sie Österreich lange nicht gesehen hatten. Die Regierung wird die Wut und Enttäuschung der Studierenden nicht aussitzen können. Wenn Karl auf autoritärem Konfrontationskurs bleibt, und zugunsten ihres Elitedenkens über die Studierenden drüberfährt, darf sich über den Protest niemand wundern.
Was bedeutet Zugangsbeschränkung?! Die fatale Entscheidung der SPÖ die Orientierungsphase zu kippen
04. Mai
Seit Neuesten haben es ÖVP(mit Intention) und SPÖ geschafft (noch immer habe ich die Hoffnung, dass sie es einfach nicht besser wissen, aber diese Hoffnung schwindet von Tat zu Tat der SPÖ) die Studieneingangsphase, die ein Jahr dauern soll, in eine zusätzliche Schulklasse nach der Matura zu verwandeln. Was bedeutet diese Weichenstellung nun? Erstens wird die Matura von oben, also von der nächsthöheren Bildungsebene, dem tertiären Sektor, entwertet, weil sie keine Garantie mehr liefert, einen Studienabschluss zu erarbeiten. Matura als inhaltliches Kriterium reicht nicht mehr aus, es wird ein zweites Selektionsinstrument implementiert.
Zweitens ist die „Schulklasse“ deshalb als verschultes Instrument zu verstehen, weil nach Bericht des Standard, man ein gesamtes Schuljahr verlieren kann und die gesamte Klasse(ein Jahr) wiederholen muss. Mehr >
Für alle? Gegen jede_n!
30. Apr
Die Studiengebühren sind zwar – momentan – vom Tisch, aber die ÖVP findet immer wieder einen Weg, mit dem Universitäten nur noch Eliten zugänglich gemacht werden können. Allen voran beweist Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) immer wieder ihre Kompetenz bezüglich unfairer Elitenbildung: durch eine neue Studieneingangsphase (neckisch “Step” genannt) soll nun “die Spreu vom Weizen getrennt werden”. Aus der Orientierungsphase soll spätestens zum WS 2011/12 eine selektive Eingangsphase nach dem Motto “der_die Stärkste überlebt” werden. Nach zwei Semestern darf man_frau so entweder weiter studieren – oder nicht.
Genaueres dazu gibt es noch nicht, die neue Step muss erst zwischen SPÖ und ÖVP verhandelt werden. Unterrichtsministerin Schmied dazu gegenüber dem Standard: “Selektion, Zugang verengen, Hinausprüfen – das geht mit der Sozialdemokratie nicht”. Wir hoffen, das sie und die SPÖ bei dieser Position bleiben. Denn das Wissenschaftsministerium möchte die genaue Ausgestaltung der Step der jeweiligen Uni überlassen. Und die Kompetenz mancher Rektoren ist allgemein bekannt.
Der VSStÖ erteilt diesen Plänen eine klare Absage. VSStÖ Bundesvorsitzende Sophie Wollner über die Pläne Karls: „Selektionsphasen am Studienbeginn können niemals gerecht sein. Studierende willkürlich aus den Hochschulen zu werfen und somit die soziale Selektion zu verschärfen ist bildungspolitischer Wahnsinn“.
Karl: Ministerin der Worte
27. Feb
Diese Woch wandte sich die neue Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (ÖVP) mit zwei Presseaussendungen an die (interessierte?) Öffentlichkeit. Zum einen begrüßte sie, dass sich die Universitätskonferenz (früher Rektorenkonferenz, mangels Rektorin eine reine Männerveranstaltung) zu “Gender & Diversity” bekannte. Dies unmittelbar nachdem bekannt wurde, dass in Innsbruck die Internistin Margarethe Hochleitner nicht zur Rektorin gewählt wurde, weil sie eine Frau ist. Ein hervorragender Zeitpunkt also, für ein Lippenbekenntnis der Universitätskonferenz, und für eine Ministerin, die sich darüber freut. Die 100 % Männerquote die mittels nachgewiesener Diskriminierung erhalten wird, fällt da ja wohl nicht ins Gewicht, oder?
Die zweite Aussendung war eine Nebelgranate der Marke “Stipendien super, Forschungsförderung ole”, wie sie von Karls Vorgänger Johannes Hahn noch gut in Erinnerung sind. Darin bejubelt sie die 88 Stipendien (mit einem Fördervolumen von 6,4 Millionen Euro), die im Vorjahr von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) vergeben wurden, als Zukunftsinvestition. Außerdem betonte sie einmal mehr, wie wichtig eine Stärkung der Grundlagenforschung sei und lobte Hahn dafür, dass er das auch schon betont hatte. Freilich – ein ordentliches Stipendiensystem für die 300.000 Studierenden in Österreich, oder mehr Geld für die Grundlagenforschung wird es nicht geben. Aber immerhin schöne Worte der Ministerin. Und das ist doch besser als nichts, oder?
Beatrix Karl ist neue ÖVP-Wissenschaftsministerin
25. Jan
Vom Regen in die Traufe?
Beatrix Karl wird neue Wissenschaftsministerin
Während die Unis im Chaos versinken und Studierendenproteste landesweit die Missstände an den Universitäten aufzeigten, suchte die ÖVP über 3 Monate lang seelenruhig nach einem/r Nachfolger_in für das Wissenschaftsressort. Anstatt sich der Probleme an den Universitäten anzunehmen, flüchtete der gescheiterte Wissenschaftsminister Johannes Hahn nach Brüssel und hinterließ eine Ruine. Nun soll die Rechtswissenschaftlerin und Nationalratsabgeordnete Beatrix Karl den Karren aus dem Dreck ziehen und das Chaosressort Wissenschaft und Forschung übernehmen. Aber ist die neue Wissenschaftsministerin der Herausforderung gewachsen? Zumindest wird es keinen Kurswechsel geben: Karl macht sich für die Wiedereinführung der Studiengebühren stark und fordert eine massive Ausweitung der Zugangsbeschränkungen. Es ist zu befürchten, dass die ÖVP-Hardlinerin in Sachen Eliteuniversitäten den Gehrer-Hahn-Weg nahtlos fortsetzen wird. Aber, wenn man der neoliberalen ÖVP das Wissenschaftsministerium überlässt, darf man sich nicht wundern, dass Frau Karl dabei raus kommt…

