Beiträge mit tag "Studienbeihilfe

Stipendium wie es sein sollte

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Was international üblich ist, scheint in Österreich weltfremd: Beihilfen von denen man leben kann.

Das Studienförderungsgesetz stammt aus dem Jahr 1992, und seither wurde von keiner Regierung mehr darüber nachgedacht. Das sieht man unter anderem daran, dass die die Studienbeihilfe heute weit weniger wert ist als 1992, da sie nur ab und an und nicht annähernd in vollem Umfang an die Inflation angepasst wurde. Die Folge ist, dass die Beihilfen vieler Studierenden von Jahr zu Jahr sinken, da die Einkommen an zumindest im Bereich der Geldentwertung steigen. Man kann sich also nicht mehr leisten, bekommt aber weniger Beihilfe.

Schaut man genau hin, findet man viele weitere Kritikpunkte. Das System trägt viel zu wenig zum Ausgleich sozialer Ungleichheit bei und ist offensichtlich keine wirksame Gegenmaßnahme zur starken sozialen Selektion beim Hochschulzugang. Die wird nämlich seit Jahren wieder stärker.

Der Reformbedarf ist also groß, und die Zeit drängt. Aber was soll man ändern? (mehr …)

Bachelor – und Schluss?

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Dass die dreigliedrige Struktur im österreichischen Hochschulsystem sehr schlecht umgesetzt worden ist, ist nichts Neues. Die Probleme rund ums Masterstudium werden für Studierende immer größer: Die Realität zeigt, dass der Bachelor am Arbeitsmarkt noch kaum anerkannt ist. Nicht zuletzt deswegen fassen sehr viele Studierende ins Auge nach dem Bachelorstudium ein Masterstudium zu beginnen. Das zeigen auch Übertrittsstatistiken: Über 80% der Studierenden der Bachelorabsolvent_innen beginnen ein Masterstudium.

Ein steiniger Weg…

Die Hürden, die am Beginn eines Masterstudiums stehen türmen sich quasi – und nicht alle, die ein Masterstudium beginnen wollen können dies auch: Im Universitätsgesetz 2002 steht seit der Novelle im Jahr 2009 zwar festgeschrieben, dass sicherzustellen ist, „dass die Absolvierung eines Bachelorstudiums an der jeweiligen Universität jedenfalls ohne weitere Voraussetzungen zur Zulassung zu mindestens einem facheinschlägigen Masterstudium an dieser Universität berechtigt.“ Im gleichen Absatz heißt es jedoch auch, dass qualitative Zulassungsbedingungen eingeführt werden können. Damit ist es gesetzlich möglich den Zugang zum Masterstudium zu begrenzen.

Welche diese so genannten „qualitativen Zulassungsbedingungen“ sind, ist für Studierende oft nicht klar- und können von A bis Z so ziemlich alles sein. Sehr oft sind diese nicht einsehbar, sondern werden erst im Zuge der Bewerbung klar gestellt. Welcher „facheinschlägige Master“ denn frei zugänglich sein soll, ist ebenfalls nicht klar, und vor allem auch nicht sicher gestellt. (mehr …)

Sozialstaat Österreich und wie er zugrunde geht….

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Inzwischen wurde von mehreren Organisationen der Sozialstaat Österreich zu Grabe getragen. Nach den irrsinnigen Budgetkürzungen in den letzten Monaten, vor allem zu Lasten der nicht so gut situierten ÖsterreicherInnen, fangen leider erst jetzt viele die Auswirkungen zu spüren und zu begreifen an. Was von vielen im Vorfeld nämlich nicht bedacht wurde, und dies betrifft vor allem Studierende, von den gekürzten Beihilfen hängt noch viel mehr, als „nur“ das Geld ab. Um einen kurzen Überblick zu geben, um sich bereits jetzt auf die Folgen einstellen zu können, behandeln wir nun die wichtigsten Beihilfen und mit diesen in Verbindung stehende Vergünstigungen, und zeigen, wie dabei die Studierenden regelrecht „verarscht“ werden und sonstige Frechheiten. (mehr …)

Wie finanziere ich mein Studium?

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Im Laufe des Studiums sehen sich viele StudentInnen mit der Frage konfrontiert, Nebenjob ja oder nein? Trotz Stipendiensystem und Familienbeihilfe kommen viele StudentInnen ohne ein zusätzliches Einkommen nicht über die Runden, sei es weil sie keinen Anspruch auf Stipendium haben oder die Lebenserhaltungskosten das Einkommen übersteigen.

In vielen Fällen werden die ersten Berufserfahrungen in Form einer geringfügigen Beschäftigung gesammelt. Man ergattert einen dieser Jobs, in denen man seine theoretischen Kenntnisse in die Praxis umsetzen kann, erste Einblicke in seinem zukünftigen Berufsfeld gewinnt, viel Lebenserfahrung sammelt und interessante Menschen kennenlernt. Und mit etwas Glück hat man sich seinen beruflichen Einstieg nach dem Studium bereits gesichert. Schön wärs. Leider sieht die Realität anders aus. (mehr …)

800 € Höchstbeihilfe statt Erhöhungsschmäh

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Die Erhöhung der Studienbeihilfe ab dem Wintersemester 2007/08 hatte der damalige Wissenschaftsminister Dr. (?) Johannes Hahn als „Erhöhung um rund zwölf Prozent, die höchste seit 1992“ bejubelt. Dies begründete er damit, dass das Höchststipendium von 606 Euro monatlich auf 679 Euro ansteigen würde. Was man so sehen kann. Nur sieht man dann eben nicht sehr viel.

Die Darstellung des jetzigen EU-Kommissars legt die Vermutung nahe, es wäre die Höchststudienbeihilfe angehoben worden. Dies ist jener Betrag, von dem die verpflichtende Unterhaltsleistung der Eltern, das eigene, die Zuverdienstgrenze von 8.000 Euro überschreitende Einkommen, etc. abgezogen werden um den Auszahlungsbetrag (= die Beihilfe die man bekommt) zu errechnen.

Im Rahmen der von Hahn gelobten Reform wurde aber lediglich der Auszahlungsbetrag und nicht die Höchststudienbeihilfe angehoben. Das heißt, dass diese Anpassung (nach Abzug von Familienbeihilfe und Kinderabsatzbetrag) nur eine durchschnittliche Erhöhung um knapp 6% darstellt.

Durch diese Art der Berechnung fallen aber weiter Studierende aus dem Beihilfensystem, obwohl weder sie noch ihre Eltern mehr Kaufkraft haben. Aber die Gehälter werden mehr oder weniger an die Inflation angepasst, und steigen damit in Relation zur unveränderten Höchstbeihilfe. So verlieren durch die Indexanpassung immer mehr Menschen die Studienbeihilfe.

Schon jetzt erhalten nur 18 Prozent aller Studierenden überhaupt Studienbeihilfe. Daher fordert der VSStÖ von der Bundesregierung, die Höchststudienbeihilfe auf 800 € anzuheben. Damit verhindert die Studienbeihilfe Armut, zusätzlich hätten mehr Studierende Anspruch auf die Beihilfe. Außerdem sollen bestehende Lücken im Beihilfensystem geschlossen werden und die Studiengebühren für alle abgeschafft werden.

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