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„Wir machen Politik, nicht Schnitzel.“

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„Wir machen Schnitzeln, nicht Politik“ – diesen Spruch können wir immer wieder lesen, wenn wir unter dem Jahr an der berüchtigten Wartburg in der Halbärthgasse vorbeigehen. Die Gesellschaft, der aktuell das Lokal vermietet wurde, hat also mit dem schlechten Ruf des Hauses zu kämpfen – dem Ruf, eine Hochburg der rechtsextremen Studenten zu sein.

Das rührt nicht von irgendwo her, denn die Wartburg ist im Besitz der Akademischen Burschenschaft Allemannia Graz, welche Teil der Deutschen Burschenschaft ist. Sie residiert, finanziert von ihren „alten Herren“, im ersten Stock des Gebäudes und fotographiert gerne Gesichter vorbeiziehender Demonstrant_innen. Die Werte der Allemannen: „Freiheit – Ehre – Vaterland“.
Und das findet sich, wenn wir auf der Seite der ARGE Grazer Burschenschaften nach ihrem Vaterlandsbegriff suchen: (mehr …)

FPÖ Steiermark – Wahlkampf auf Rechtsextrem

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Die FPÖ Steiermark unter Dr. Gerhard Kurzmann bemüht sich wirklich mit allen Mitteln, einen möglichst tiefen, menschenfeindlichen Wahlkampf zu machen. Wie ja bereits bekannt wurde, hat sich die FPÖ Stmk gegen einen Spindoktor aus der eigenen Bundespartei und für Alexander Segert entschieden.

3 Plakate von Alexander SegertDen kennen wir alle: Segert arbeitet oft für die SVP (Schweizer Volkspartei) und ist unter anderem für deren „Schäfchenplakat“ und das Plakat für das Schweizer Anti-Minarett-Volksbegehren verantwortlich. Jetzt arbeitet er für die FPÖ Steiermark. Sein erster Cup war das „Unser Geld für unsre Leut“-Plakat, welches einen schallend lachenden Griechen mit einem Packen 500€-Scheine zeigte, daneben den Namen „Spiros Latsis“. Hier möchte ich den ganz oben (und jetzt hier) verlinkten DATUM-Artikel zitieren:

So heißt ein Banker, der deutschen Medienberichten zufolge durch die Griechenland-Hilfe zum Krisengewinner wurde – seine milliardenschweren griechischen Staatsanleihen wären ohne europäisches Rettungspaket wertlos geworden. In Österreich kennt ihn kein Mensch, darüber hinaus ähnelt er dem Griechen auf dem Plakat kein bisschen. Der FPÖ ermöglicht es aber so, Vorurteile zu schüren und gleichzeitig zu versichern, es gehe nicht ums griechische Volk, sondern bloß um die bösen Banker.

Segert ist ein Meister der Provokation und des einfachen Kommunizierens politischer Botschaften. Hierzu schreckt er jedoch auch vor so gut wie nichts zurück: um die populäre „Umvolkungs“-Lüge vieler Rechtsextremer und der FPÖ für Jugendliche möglichst einfach verständlich zu machen, gibt es nun das Spiel „Moschee baba“.

Screenshot "Moschee Baba"Hier bemüht man sich gar nicht mal mehr, irgendetwas verstecken zu wollen: wer alle Minarette, Moscheen und Muezzine abschießt, gewinnt. Gelingt das nicht, ist Graz plötzlich voller Moscheen.
Erst kürzlich wurde das Spiel veröffentlicht, schon hagelt es Reaktionen: Werner Kogler verklagt die FPÖ wegen Volksverhetzung (wir wünschen ihm Erfolg!), Laura Rudas beschränkt sich auf das, was sie kann und macht eine OTS-Aussendung.

Aber Segert und die FPÖ haben wieder einmal erreicht, was sie wollen: Öffentlichkeit. Ihnen geht es nicht um ein Programm, ihnen geht es schlicht darum, im Gespräch und dadurch bis zur Landtagswahl am 26. September allen ein Begriff zu sein. Mit anderen extremen Aussagen (z.B. über die Waffen-SS) bemüht sich der Historiker Kurzmann (sic!) um Medienpräsenz. Und bekommt sie. Schade, eigentlich.

Der Fußball den Männern?

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Momentan ist auch Österreich wieder im WM-Fieber – und das, obwohl wir gar nicht dabei sind. Aber was solls: Fußball ist ein Sport, der Menschen begeistert.

„Fußball ist ein Sport, der Männer begeistert“

ein Screenshot

Ein Screenshot - "Your balls, my booty"

…dachte sich wohl die Online-Glückspielfirma „bodog“ und gab ein ‚FSK18‚ Flash-Spiel in Auftrag, welches den Kinder-Klassiker „Oaschpuffen“ anscheinend sexy machen soll. Im Spiel „Kick ASS“ dreht sich alles darum, den Ball auf durchtrainierte Bikinimodel-Hintern zu schießen. Hat mann sich für eines der 7 Models entschieden, stript dieses und lässt sich, lasziv blickend, den Ball auf den Hintern schießen. Das Ergebnis kann man sich als Slow-Motion-Video beliebig oft ansehen.

Die damit beauftragte Werbeagentur hat voller Stolz darüber gebloggt. Die ‚Pointe‘ am Schluss: „der produzierende Flasher sagt er weigert sich ab sofort, Software oder Applikationen zu programmieren, bei denen keine 90-60-90 Brasilianerinnen vorkommen“.

Wieder einmal ein Beispiel dafür, wie Fußball für sexistische Werbung instrumentalisiert wird. Das Spiel reduziert Frauen darauf, nur eine Beigabe mit sexy Körpern zu sein – nett anzusehen, geil anzuschießen. Das dem nicht so ist, muss ich hoffentlich nicht extra sagen. Die Frauen-WM ist ein Sportereignis auf hohem Niveau, bei dem Frauen immer wieder zeigen, dass sie viel relevanter für diesen Sport sind als viele glauben. Der ORF überträgt sie trotzdem nicht.

Schade, dass die WM von solchen Peinlichkeiten überschattet wird.

(danke für den Hinweis @nora_kabora)

Frau + Sex = Werbung?

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Gegen sexistische Werbung und Männermedien!

Von der Kindheit an gibt es eine Sozialisation durch Medien, sie prägen unsere Vorstellung von der Welt und somit unsere Meinung zu vielen Dingen. Als Spiegel von gesellschaftlichen Rollenbildern tragen sie zu ihrer  Reproduktion bei. Durch konstantes Wiederholen dieser stereotypen Geschlechtsvorstellungen werden sie von den Medien als Norm präsentiert und entsprechend wahrgenommen sowie übernommen. Das macht es so schwer, diese tradierten Klischees und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft als Problem zu identifizieren und Strategien dagegen zu finden.

Frauen gesucht!

Vielleicht ist es dir schon aufgefallen: In den Nachrichten beherrschen männliche Experten das Bild. Männer kommentieren das Geschehen und stehen selbst meist in dessen Mittelpunkt. Es kommen viel zu wenige Frauen in den Berichten vor, von namentlicher Nennung ganz zu schweigen. Meist ist ihre Rolle auf Betroffene oder Opfer reduziert.

Dies wird durch das Global Media Monitoring Project (GMMP) belegt: Die weltweiten Studie untersucht alle fünf Jahre, zuletzt 2005, in über 100 Ländern der Welt die Nachrichten in den Bereichen Fernsehen, Zeitungen und Radio auf ihr Geschlechterverhältnis hin. Dabei wurde die dramatische Unterrepräsentanz von Frauen in den Nachrichten erneut bestätigt:

„Only 21% of the news subjects – the people who are interviewed, or whom the news is about – are female.

Though there has been an increase since 1995, when 17% of those heard and seen in the news were women, the situation in 2005 remains abysmal. For every woman who appears in the news, there are five men.“

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Frau in der Werbung

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Eine der Richtlinien des Österreichischen Werberates besagt, dass in der Werbung „keine bildlichen Darstellungen von nackten Frauenkörpern ohne direkten inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt verwendet werden [sollen]“ und „Werbung (…) nicht frauenfeindlich bzw. frauendiskriminierend sein [soll].“

Ob diese Richtlinien greifen möchte ich mit einem Blick auf die Medienlandschaft eher bezweifeln. Kaum eine Werbepause im Fernsehen vergeht, ohne dass eine Frau wegen eines Shampoos in sexuelle Ekstase gerät, ohne dass Frauen in knapper Bekleidung eine Hautlotion anpreisen, ohne irgendeinen (Frauen)Körper in Unterwäsche.

Auch so manche Plakate präsentieren sich oft nicht gerade von ihrer besten Seite (die in vielen Fällen die Rückseite ist). Eine Unterwäschewerbung, auf der eine Frau in roter Spitzenwäsche gezeigt wird, ist schon üblich. Ist der Slogan dazu „Das zweitgrößte an Ihrem Mann werden seine Augen sein“, ist das einfach nur frauendiskriminierend. Sexy gekleidete Frauen, die dazu da sind, Männer zu verwöhnen – dieses Bild wird leider zu oft medial vermittelt. Zuletzt gesehen auf einem Plakat für eine „Mediziner Party“: eine Krankenschwester im knappen rosa Lederoutfit, was könnte passender sein? Leider befand sich auf diesem Plakat auch das VSStÖ-Logo, das zur Verfügung gestellt wurde, ohne dass das Plakat-Sujet vorher gesehen wurde.

Aber das kann keine Entschuldigung sein.

Ich distanziere mich mit aller Deutlichkeit von diesem Flyer, diskriminiernde Werbung deckt sich nicht im Geringsten mit den Überzeugungen, die ich als Feministin vertrete.

Der VSStÖ ist entschieden gegen jegliche Art von Sexismus und wird sich auch weiterhin für eine Gleichstellung der Menschen, unabhängig davon, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen, einsetzen.

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