Beiträge mit tag "Zugangsbeschränkungen

Der Sündenfall der Fachschaftsliste

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An der Uni Graz beweist die Fachschaftsliste, dass es ihr nicht um die Studierenden geht, sondern einzig und alleine um Machterhalt. Um diesen zu gewährleisten koaliert sie hierbei auch gerne mit der konservativen Aktionsgemeinschaft und den neoliberalen JUNOS Studierenden.

 

Die Fachschaftsliste stellt sich gerne als parteiunabhängige Vertretung für die Studierenden dar. Zwei Punkte des ohnehin schon eher mageren Fachschaftslistenprogrammes sind hier etwa die Ablehnung von Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen. An der Uni Graz beweist man, dass man hierbei aber auch gerne um die Macht zu behalten ein Auge zudrückt und geht in eine Koalition mit der rechts-konservativen, ÖVP nahen Aktionsgemeinschaft, die ihre Mitglieder zu einem großen Teil aus dem männerbündischen Cartellverband gewinnt. Die Aktionsgemeinschaft steht unter anderem für Zugangsbeschränkungen, lehnt Studiengebühren nicht klar ab (bzw. befürwortet sie sogar teilweise) und hat bereits in der Vergangenheit des Öfteren bewiesen, dass es ihr mehr um die Versorgung eigener Mitglieder mit Posten geht, als darum tatsächliche ÖH-Politik für die Studierenden zu machen.

Damit jedoch nicht genug: da Aktionsgemeinschaft und Fachschaftsliste gemeinsam keine Mehrheit in der Universitätsvertretung haben, musste noch ein dritter Partner in diese Koalition eingebunden werden und wer eignet sich hier besser als die neoliberalen JUNOS Studierenden? Die JUNOS machten im ÖH-Wahlkampf nicht nur durch ihre grelle pinke Farbe auf sich aufmerksam, viel stärker polarisierte ihre Forderung nach (nachgelagerten) Studiengebühren. Für die Fachschaftsliste eigentlich ein No-Go. Studiengebühren egal welcher Art bedeuten ebenso wie Zugangsbeschränkungen (auch eine Forderung der JUNOS) bedeuten eine enorme soziale Selektion. Weiters stellen sich die Junos übrigens auch gegen einen leistbaren öffentlichen Verkehr für Studierende (z.B. Top-Ticket)…

 

Mit ihrer Entscheidung mit diesen beiden Fraktionen in eine Exekutive gehen, widerspricht die Fachschaftsliste nicht nur ihrer Ablehnung von Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren, nein sie beweist auch, dass ihr jedes Mittel für ihren Machterhalt recht ist. Mit einer Beliebigkeit werden Koalitionspartner_innen nach ihrem Nutzen für die FLUG ausgewählt (vor 2 Jahren gingen die Fachschaftslisten mit der GRAS in eine Exekutive) und nicht nach inhaltlichen Überschneidungen oder gemeinsamen Projekten. Dass dabei all jene die zwischen 19. und 21. Mai an der Uni Graz der Fachschaftsliste ihre Stimme in dem Glauben geschenkt haben, dass diese klar gegen Verschlechterungen von Studienbedingungen, wie etwa Zugangsbeschränkungen, eintritt, verraten wurden, scheint den handelnden Akteur_innen egal zu sein. Die nächsten 2 Jahre werden die Student_innen also von einer ÖH Exekutive vertreten, der Machtpositionen wichtiger sind, als Inhalte…

Der nächste Voves-Umfaller

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Franz Voves spricht sich nach dem Pro für Studiengebühren nun auch für Zugangsbeschränkungen aus. „Dass nun auch Landeshauptmann Franz Voves in die Reihen derjenigen, die Zugangsbeschränkungen fordern gewechselt ist, ist nicht nur ein Verrat an den Studierenden, sondern auch höchst undemokratisch. Ohne vorher eine konstruktive Diskussion mit der Basis zu führen ändert er einfach die Parteilinie*.“, so Natalie Ziermann, Vorsitzende des Verband Sozialistischer Student_innen in Graz.

„Wir haben in Österreich weit weniger Studienanfänger_innen als im OECD-Durchschnitt. Wenn wir den Zugang noch weiter beschränken, fallen wir im internationalen Vergleich noch weiter zurück. Das kann doch nicht das Ziel einer zukunftsgerichteten Politik sein!“, so Ziermann weiter.

„Wer Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren fordert, ignoriert damit die Grundwerte der Sozialdemokratie, deren Aufgabe es sein sollte, ein sozial durchlässiges Hochschulsystem umzusetzen. Die Forderung nach einem freien Hochschulzugang ist nicht nur eine Frage von Ideologie, sondern vor allem von sozialer Gerechtigkeit, für deren Um- und Einsetzung sich auch Franz Voves einsetzen sollte.“, fordert Ziermann abschließend.

* Es gibt einen erst am Landesparteitag 2012 beschlossenen Antrag der SPÖ Steiermark gegen Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren.

Die Studierenden-Vollversammlung. Eine weitere Farce der ÖH-Exekutive!

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Ganz zu Beginn: Von einer Vollversammlung kann eigentlich nicht gesprochen werden. Mit knapp 70 Leuten waren lediglich knapp 0,2 % der Studierenden der Uni Graz anwesend. Eine drastische Verschlechterung zur letzten Vollversammlung 2010, wo noch ca. 400 Studierende anwesend waren. Der Fehler lag hier, wie so oft, bei der arbeitsunwilligen ÖH-Exekutive, welche auf ansprechende Bewerbung verzichtet hatte. ÖH-Vorsitzender Stefan Thum versuchte über diesen Umstand mit der Ausrede hinwegzutäuschen, dass in einem kleineren Rahmen besser diskutiert werden kann. Warum die Veranstaltung dann als Vollversammlung deklariert wurde, weiß wohl nur er. Am Podium befanden sich abgesehen von Thum, der nur schlecht durch die Versammlung leitete, auch noch der Vizerektor für Forschung und Lehre, Martin Polaschek, Vorsitzender des Unirats Werner Tessmar-Pfohl, sowie die Rektorin der Uni Graz, Christa Neuper.

Die etwas langanhaltenden Eingangsstatements der Vertreter_innen erweckten mehr den Eindruck einer Podiumsdiskussion, so betonte Tessmar-Pfohl die Wichtigkeit der MINT (Mathematik – Informatik – Naturwissenschaft – Technik) Fächer, Neuper die Wichtigkeit der Uni-Milliarde, um den „Status-Quo“ zu halten und Polaschek kritisierte das Budgetloch von 1,5 Mio € im Jahr, welches durch das Auslaufen der Studiengebührenregelung entstand. Das Rektorat will sich hierfür eine autonome Regelung schon bis zum kommenden Wintersemester einfallen lassen. Rosige Aussichten.
Als es um Aktionen gegen Studiengebühren ging, wurde die Verantwortung von Thum an die Bundes-ÖH abgeschoben, welche sich um solche Aktionen kümmern solle. Es gibt anscheinend keine richtigen Bemühungen seitens der rechtskonservativen FLUG-AG-Exekutive der ÖH Uni Graz, gegen Studiengebühren aufzutreten.
Auf Fragen seitens des VSStÖ reagierte Thum nur mit Floskeln und Ausweichmanövern. So konnte nicht einmal die Frage über den Zweck der Vollversammlung beantwortet werden. Selbst die Punkte auf der mitgebrachten ÖH-Powerpoint-Präsentation konnten nicht näher erläutert werden.

Die schlechte Organistation der Vollversammlung machte sich auch mit fortlaufender Zeit bemerkbar, so befanden sich am Ende der Veranstaltung nur mehr 20 (!) Studierende im wortwörtlich im stärker werdenden Leersaal. Dass die Leute die Veranstaltung verfrüht verließen, kann man angesichts ihres Niveaus gut verstehen.

Freier und offener Hochschulzugang – reicht das?

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Natürlich sind viele ÖH-Fraktionen gegen Zugangsbeschränkungen und für den freien Hochschulzugang. Auch der VSStÖ. Wir gehen aber weiter. Es geht nicht nur darum, dass die Matura zum studieren Qualifiziert. Man hat damit alle nötigen Voraussetzungen. Es geht darum, dass Menschen studieren können, die aus den sogenannten bildungsfernen Schichten kommen. Mehr als 80% der Akadermiker_innenkinder studieren wieder, aber nicht einmal 20% der Kinder aus der Arbeiter_innenklasse. Bildungsstatus wird vererbt – auch sozial. Die Genetik hat natürlich auch einen Einfluss, aber diese gravierenden Unterschiede sind bloß mit Begabung und Biologie nicht erklärbar. (mehr …)

Endlich Gerechtigkeit

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„Endlich mehr Studierende“ – daran denkt niemand, wenn er_sie einen vollen Hörsaal betritt. Trotzdem ist es mehr als Notwendig, dass „so viele“ studieren. Sie auszusperren oder rausprüfen ist nicht der richtige Weg.

In Österreich wurde Jahrzehnte lang nichts richtig gemacht, was die Universitäten betrifft und jetzt haben wir den Salat. Überfüllte Hörsäle, ewig lange Wartelisten für Seminare und Prüfungen, veraltete Gebäude, veraltete Technik, kaum noch Lust am Studieren. Für viele zählt vor allem eines: fertig werden. Dazu, so glauben manche, brauche es an der Uni Ellbogen. Wir sagen das auch. Denn es braucht Ellbogen, um sich einhängen zu können. Zusammen sind wir mehr und können das verändern, was jetzt schief läuft.

Deswegen ist es auch Schwachsinn, Menschen vom Studieren, teilweise mit sehr zwielichtiger Argumentation, vom Studieren abhalten zu wollen. Zugangsbeschränkt wird mit mannigfaltigen Möglichkeiten: Aufnahmeprüfungen, Studiengebühren, KnockOut-Studieneingangsphasen etc.

Warum das nicht gerecht ist? (mehr …)

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