Veranstaltung/Aktion

Parteienfinanzierung und Korruptionsgefahr

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ParteienfinanzierungHubert Sickinger (Uni Wien), Claudia Gigler (Kleine Zeitung) und Werner Kogler (Grüne) waren das prominent besetzte Podium, das auf Einladung des VSStÖ Graz vergangenen Freitag über das die Themen “Parteienfinanzierung, Korruption und Transparenz als mögliches Gegenmittel” diskutierten. Obwohl ebenfalls eingeladen, zogen SPÖ und ÖVP es vor, zu dem Thema zu schweigen und so blieben ihre Plätze, trotz mehrfacher Nachfrage, leer.

Ohne die beiden Regierungsparteien herrschte in der von Patrick Mesgec (VSStÖ Graz) moderierten Diskussion vor allem Einigkeit. Darüber, dass Österreich eine transparentere und geregeltere Art der Finanzierung von Parteien benötig. Das gilt für die staatliche Parteienförderung genauso wie für (private) Spenden an Parteien. Müssten alle Politiker_innen erhaltende Spenden offen legen, führte Hubert Sickinger aus, hätte dies auch Vorteile für die politischen Parteien: Politiker_innen könnten nicht “abgeworben” werden. Sickinger illustrierte dies am Beispiel des ehemaligen Finanzministers Karl-Heinz Grasser (es gilt die Unschuldsvermutung), der während der schwarz/blauen Regierung als Spitzenmann einer neuen “Wirtschaftspartei” der Industriellenvereinigung im Gespräch war.

Dabei, so Sickinger weiter, markiert Grasser eine Wende in der öffentlichen Wahrnehmung und Reaktion auf Spendenskandale. Vor 2000 hätte verbotene Geschenkannahme Politiker_innen “das Genick brechen” können, doch seit Grasser ist dem nicht mehr so. Sickinger stellt Österreich einen vernichtenden Befund aus:

“Das Strafrecht greift nicht, die Justiz ist lendenlahm, die Öffentlichkeit lässt sich jeden Bären aufbinden und die Kontrollfunktion der Medien versagt.”

Werner Kogler erzählte von vielen Versuchen Transparenz zu schaffen, doch “immer wenns ernst wird, stehen die beiden Großparteien quer im Stall”. Er berichtete aus der Praxis der Untersuchungsausschüsse, dass man zwar immer wieder das etwas nicht stimmt, aber dann nicht nachweisen wer sich “da ein Penthouse gekauft hat”. Auf Nachfrage führte Kogler aus, dass die steirischen Grüne im letzten Jahr ungefähr 100-200 euro Spenden bekommen hätten, und schon alleine deshalb nicht gegen Transparenz bei Parteispenden wären. Natürlich enttäuschte der für markige Sprüche bekannte Grüne Nationalratsabgeordnete das Publikum nicht, z.B. als er den finanziellen Background der ÖVP ansprach:

“Das Raiffeisen die ÖVP alimentiert kann ich nicht beweisen, aber ich behaupte es, und niemand klagt mich deswegen.”

Claudia Gigler befand, dass bei dem Thema so wenig weitergehe, weil letztlich alle Politiker_innen im selben Boot säßen, und nur ab und zu ein paar Lästige auftauchen, die aber scheitern. Sie unterstrich Koglers Befund, dass die U-Ausschüsse viele Zusammenhänge aufgezeigt haben, aber eben keinen “noch rauchenden Revolver” fanden. Auf die Frage nach einem Versagen der Medien bei der Kontrolle von Parteispenden erklärte Gigler, dass sich die Medien vor zivilrechtliche Klagen fürchten. Wenn sie etwas nicht sicher beweisen könnten, würden sie von den “finanziell sehr potenten Hintermännern” durch alle Instanzen geklagt, was sehr kostspielig wäre. Letztlich meinte sie, sei die Situation in Österreich vielleicht einfach eine Frage der Mentalität:

“Wir sind eben ein Staat von Bürgern, die alle gern ein wenig bescheißen”

Es wird wieder besetzt…

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…nur diesmal an einer schmerzhaften Stelle für die Bundespolititk: heute (7.12.) am frühen Abend besetzten rund 70 Aktivist_innen die SPÖ-Bundesparteizentrale in der Löwelstraße.

Die Forderungen:

  • ein klares Nein der SPÖ zu den von Beatrix Karl (ÖVP) vorgesehenen Zugangsbeschränkungen
  • Kürzungen bei der Familienbeihilfe müssen zurückgenommen werden
  • es ist ein Zukunftsbudget mit Investitionen für Bildung und einen fixen Finanzierungsplan für die Hochschulen zu erstellen

Wir können dazu nur eines sagen: Gut so, weiter so!

25.11. – Tag gegen Gewalt an Frauen

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Seit 1981 ist der „Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen“ ein am 25.11. jährlich abgehaltener Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen. Ziel ist die Einhaltung der Menschenrechte gegenüber Frauen und Mädchen und die allgemeine Stärkung von Frauenrechten.

Hintergrund für die offizielle Initiierung des Aktionstages 1999 durch die Vereinten Nationen war die Entführung, Vergewaltigung und Folterung dreier Schwestern und ihre Ermordung im Jahr 1960 durch das Militär des damaligen Diktators der Dominikanischen Republik Rafael Trujillo.

Wir vom VSStÖ nutzen diesen Tag, um nochmals verstärkt auf die momentane Lage aufmerksam zu machen – denn es ist Tatsache, dass in Österreich noch immer jede fünfte Frau mindestens einmal in ihrem Leben Opfer häuslicher Gewalt wird, im EU Durchschnitt sogar jede Vierte.

Die Ursache für Gewalt gegen Frauen liegt in der Struktur der Gesellschaft. Die historisch gewachsenen ungleichen Machtverhältnisse bedingen die Diskriminierung und Benachteiligung von Frauen in vielen Bereichen. Deswegen geht Gewalt gegen Frauen uns alle etwas an. Der VSStÖ wird auch diesen 25.11. ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen.

Ihr findet uns von 10 bis 14 Uhr vor dem Resowi Zentrum an der KF Uni und in der Innfeldgasse 16 an der TU.

Heast, ärger di ned!

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Zum Auftakt der neuen bundesweiten Kampagne „Für eine echte soziale Absicherung“ des VSStÖ, wird es am 17. November an der KF Uni (von 10 bis 16 Uhr, bei Schönwetter auf der Wiese vor der UB, bei Schlechtwetter im überdachten Resowibereich) und am 18. November an der TU (von 10 bis 16 Uhr, Infeldgasse)  das Spiel “Studi ärger dich nicht” geben. Bei diesem Spiel sind die teilnehmenden Personen selbst Spielfiguren und müssen soziale Hürden (Wegfall der Familienbeihilfe, aufhaltende Knock-Out Prüfungen etc.) meistern.
Alle sind herzlich dazu eingeladen teilzunehmen  und einen kleinen Preis zu gewinnen. Außerdem wird es noch Infos rund um Familienbeihilfenkürzung & andere relevante Themen geben.

Hintergrund dieser Aktion ist sowohl die aktuelle Studierendensozialerhebung, die wieder einmal zeigt, dass Kinder, deren Eltern Akademiker_innen sind, mit einer höheren Wahrscheinlichkeit Universitäten besuchen, als Kinder aus ärmeren sozialen Schichten, als auch die Kürzung der Familienbeihilfe von 26 (27) auf 24 (25) Jahre. Außerdem fördern Zugangsbeschränkungen jeglicher Art, seien es Knock-Out Studieneingangsphasen, Aufnahmetests oder Studiengebühren die soziale Selektion. Anstatt Menschen mit unterschiedlichen Voraussetzungen entsprechend zu fördern und ihnen zu ermöglichen aus ihrem sozialen Umfeld ausbrechen zu können, werden sie daran gehindert.

Der VSStÖ fordert daher

  • einen offenen Hochschulzugang. Bildung sollte für alle zu gleichen Bedingungen möglich sein.
  • ein Bildungssystem, das soziale Ungerechtigkeiten ausgleicht statt einzementiert.
  • eine Reform des Beihilfensystems, damit Studierende sozial abgesichert sind. Dazu gehört eine Anhebung der Höchststudienbeihilfe, Erweiterung des Bezieher_innenkreises, neue Bezugsdauer statt Mindeststudienzeit, Anhebung des Zuschlags für Studierende mit Kind, Harmonisierung der Zuverdienstgrenze, Ausbau der Förderstipendien, Direktauszahlung der Familienbeihilfe, vollständige Abschaffung der Studiengebühren und langfristig ein neues Beihilfensystem (Grundstipendium).

DEMO: WEG MIT DEM BELASTUNGSPAKET!

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Wir möchten euch herzlich einladen und nachdrücklich dazu aufrufen, heute an der nächsten Demonstration gegen die Kürzung der Familienbeihilfe teilzunehmen. Es besteht eine Befreiung von der Anwesenheitspflicht an der Uni Graz.

Nach ersten Protesten gegen die Kürzung der Familienbeilhilfe musste die Regierung schon zurückrudern. Damit diese ersten Zugeständnisse keine Lippenbekenntnisse bleiben und damit sich auch substanziell was ändert, müssen wir ein Scherflein zulegen!

Dienstag, 9. November!

DEMO: WEG MIT DEM BELASTUNGSPAKET!
— Gemeinsam für die Zukunft

# Nein zu Kürzungen der Familienbeihilfe!
# Nein zu Massensteuern!
# Nein zu Einschnitten beim Pflegegeld!
# Nein zum Kaputt-Sparen der Unis!

Ab 16 Uhr: Suppenküche ” Müssen wir Suppe auslöffeln?” am Mariahilferplatz
17 Uhr: Demo-Treffpunkt am Mariahilferplatz
17:30 Uhr: Marsch zum Finanzamt (Conrad-von-Hötzendorf-Straße)

An der Karl-Franzens-Universität ist für den Zeitraum der Demo die Anwesenheitspflicht bei Lehrveranstaltungen aufgehoben.

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